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Portrait Eric Demuth

Eric Demuth: Warum Erfolg mit „einfach machen“ beginnt

Vom Schiffsmechaniker zum Mitgründer von Bitpanda: Eric Demuth spricht über Unternehmertum, KI, Burnout, schnelles Wachstum und warum Erfolg oft damit beginnt, einfach zu machen statt zu warten.

Kurz gefasst

Eric Demuth

Im Überblick

  • Eric Demuth lernte nach dem Abitur Schiffsmechaniker und fuhr zweieinhalb Jahre zur See, bevor er in Wien Wirtschaft studierte und Bitpanda mitgründete.
  • Vom Pokern übernahm er das Denken in Erwartungswerten: eine Entscheidung danach beurteilen, ob sie langfristig richtig war, nicht nach dem einzelnen Ergebnis.
  • Bei der Gründung akzeptierte er kein „geht nicht“ ohne sachlichen Grund und setzte die Eintragung von Bitpanda mit hartnäckigem Nachhaken bei den Behörden durch.
  • 2018 hatte er einen Burnout mit Angststörungen; herausgeholfen haben ihm professionelle Unterstützung, ärztliche Begleitung und ein stabiles Umfeld aus Mitgründern und Familie.
  • Nach starkem Überhiring in der Wachstumsphase zog Bitpanda 2022 einen einmaligen Personalschnitt von rund 30 Prozent und war danach wieder profitabel.
  • Durch konsequenten KI-Einsatz steigerte allein das Entwicklerteam seinen Output um rund 154 Prozent; Demuth plädiert dafür, KI in allen Bereichen „AI-first“ zu nutzen.

Eric Demuth ist Mitgründer von Bitpanda, einer der größten Krypto- und Anlageplattformen Europas. Sein Weg dorthin verlief alles andere als geradlinig: Nach dem Abitur lernte er Schiffsmechaniker, fuhr zur See und studierte erst danach in Wien Wirtschaft. Gegründet hat er Bitpanda gemeinsam mit zwei Partnern, mit denen ihn bis heute eine enge Vertrauensbasis verbindet.

Im Gespräch mit Christian Steiger spricht er über die Haltung, nicht auf andere zu warten, über das Denken in Wahrscheinlichkeiten, das er beim Pokern gelernt hat, und über die schweren Phasen des Unternehmertums, bis hin zu einem Burnout, über den er offen berichtet.

Vom Norden aufs Schiff

Aufgewachsen im Norden, entschied sich Demuth nach dem Abitur zunächst für eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker, um den Beruf von Grund auf kennenzulernen, bevor er studiert. Nach zweieinhalb Jahren auf See wusste er, dass dort nicht seine Zukunft lag. In Hongkong lernte er Studenten kennen, die sein Interesse an Finanzen weckten, und ging anschließend nach Wien an die WU.

Poker als Schule des Entscheidens

Aus seiner Zeit im Umfeld professioneller Pokerspieler nahm Demuth eine Denkweise mit, die ihn bis heute prägt: in Erwartungswerten zu denken. Eine Entscheidung beurteilt er nicht nach ihrem einzelnen Ausgang, sondern danach, ob sie über viele Wiederholungen hinweg die statistisch richtige war. So lernte er, rational und langfristig zu entscheiden, statt sich von einzelnen Ergebnissen leiten zu lassen.

Ich akzeptiere kein Nein, wenn es keinen rationalen Grund dafür gibt.

Offen über Burnout

2018 erlebte Demuth einen Burnout, der sich in Angststörungen äußerte. Auslöser war kein Übermaß an Arbeit, sondern ein Kreislauf aus Existenzangst, ständigem Probleme-Wälzen und Schlafmangel. Herausgeholfen haben ihm professionelle Unterstützung, ärztliche Begleitung und ein tragfähiges Umfeld. Sein Fazit: Solche Phasen darf man nicht mit sich allein ausmachen.

Wachstum, Krise und der eine harte Schnitt

In der Niedrigzinsphase nahm Bitpanda viel Kapital auf und stellte, wie viele Unternehmen weltweit, zu schnell zu viele Menschen ein. Als sich das Umfeld 2022 drehte, entschied sich das Unternehmen auf Rat seiner Investoren für einen einzigen, harten Personalschnitt statt mehrerer Wellen. Danach kehrte Bitpanda aus eigener Kraft zur Profitabilität zurück.

Wir warten nicht auf andere Menschen. Wir machen das.

KI als Hebel im Unternehmen

Bei Bitpanda arbeiten alle Entwickler beim Programmieren mit KI; der Output stieg laut Demuth um rund 154 Prozent. Möglich machte das ein früh aufgebautes internes KI-Team, das als Vorbild diente. Demuth plädiert dafür, KI in jedem Bereich konsequent einzusetzen, selbst auszuprobieren und als Vorbild voranzugehen, statt es nur einzufordern.

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www.bitpanda.com
Volltext-Transkript

Auszug aus dem Gespräch

Eric Demuth
45
Min. Hörzeit
FAQ

Häufige Fragen

Was hat Eric Demuth vom Pokern fürs Unternehmertum mitgenommen?

Das Denken in Erwartungswerten. Eine Entscheidung beurteilt er nach ihrer langfristigen Wahrscheinlichkeit, richtig zu sein, nicht nach dem einzelnen Ausgang. Über viele Wiederholungen zahlt sich die statistisch beste Entscheidung aus. Das half ihm, rational und langfristig zu entscheiden.

Wie spricht Eric Demuth über seinen Burnout?

Offen. 2018 entwickelte er aus Existenz- und Unsicherheitsangst heraus Angststörungen und einen Kreislauf aus Grübeln und Schlafmangel. Herausgeholfen haben ihm Psychotherapie, ärztliche Begleitung und ein tragfähiges Umfeld. Er betont, solche Phasen nicht mit sich allein auszumachen.

Wie ist Bitpanda mit der Wachstumskrise 2022 umgegangen?

Nach branchenweitem Überhiring entschied sich das Unternehmen auf Investorenrat für einen einmaligen, harten Personalschnitt von rund 30 Prozent statt mehrerer Wellen. Danach kehrte Bitpanda aus eigener Kraft zur Profitabilität zurück.

Wie nutzt Bitpanda künstliche Intelligenz?

Alle Entwickler arbeiten beim Coden mit KI, der Output stieg um rund 154 Prozent. Ein früh aufgebautes internes KI-Team diente als Vorbild. Demuth empfiehlt, KI in jedem Bereich „AI-first“ einzusetzen und als Führungskraft selbst damit zu arbeiten.

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