Warm-up: Stadt, Performance und das Rennrad
Julia: Mhm.
Christian: So, herzlich willkommen zum Tell Your Story Podcast, dem Podcast für Macher und Macherinnen. Und heute freue ich mich, einen Gast zu haben, eine Gästin, nämlich die Julia Bösch von Outfittery. Herzlich willkommen, Julia.
Julia: Vielen Dank für die Einladung.
Christian: Am Bodensee aufgewachsen, auch nicht gerade der Startup Hotspot, ähnlich wie Freiburg wahrscheinlich. Nicht wahrscheinlich. Und trotzdem den Weg gegangen, eben Mitbegründerin 2012 habt ihr gestartet mit Outfittery. Ähm Idee war aus New York, ich hoffe, ich passe es ein bisschen richtig zusammen, Personal Shopping und am Anfang auch digital, Zielgruppe eher Männer oder sehr viele Männer. Heute ähm über 13 Länder, 130 Millionen Euro Umsatz. Ähm und dazwischen Fusionen, Kultur aus dem Nichts und all die Themen, wo wir hoffentlich jetzt gleich drauf zu sprechen kommen. Ich tu's mal so ein bisschen triggern und dann gucken, wie du da reagierst und ja, heute das Thema ist ja immer hier bei Taylor Story Podcast ist letztendlich, wir wollen ja Vorbilder zeigen und du bist ganz klar eins und zeigen vielleicht auch aus deiner Geschichte raus, was dich so getrieben hat und als Warm-up machen wir zum Start immer hier ein Wortpaar. Das heißt, dass die Leute die Chance haben, die Zuhörer und Zuhörerinnen so ein bisschen Gefühl geben. Ja, da kann man auch nicht falsch sein. super Also, es gibt nichts richtig falsch, einfach um so einen Eindruck zu kriegen, also sowas wie Marmelade Nutella, das ist also kann man kann man nichts falsch machen. Stadt oder Land
Julia: Stadt
Christian: Ja, die erzählt das, dass sie jetzt vom Bodensee dann hoch nach Berlin und da auch
Julia: C
Christian: Aber gerne zu Besuch kommst, hast du gesagt.
Julia: Sehr gerne, genau. Ich lebe seit 15 Jahren in Berlin, ähm aber ich vermiss natürlich schon die wunderschöne Natur des Bodensees, das muss ich auch zugeben.
Christian: kann man auch jedem empfehlen, also Bruns ist schon ganz ganz ganz besonders schön. Brand oder Performance?
Julia: Performance. Ich bin ein analytischer Zahlenmensch.
Christian: Dann passt vielleicht das nächste Geschwindigkeit oder Perfektion.
Julia: Geschwindigkeit
Christian: Das ist ein bisschen fies vielleicht, aber man muss ja mal fragen, was du vielleicht anders machst, nicht bummeln gehen oder online shoppen.
Julia: Na, natürlich Online-Shopping, ist doch klar.
Christian: und es äh hast du fast schon eine Art Algorithmus oder Bauchgefühl?
Julia: Ай, вот, масса.
Christian: Rennrad, du, ich glaube, du machst einige Kilometer mit dem Rad, oder? Oder Couch, da ist die Antwort wahrscheinlich auch... Ja.
Julia: Da ist ganz klar Rennrad ist für mich der beste Weg, meinen Kopf frei zu bekommen.
Christian: Wie viel Kilometer machst du so?
Julia: viel zu wenig. Ich habe eine dreijährige Tochter und dementsprechend jetzt langsam fängt es an, dass sie auch Spaß daran hat, hinten drin zu sitzen, da kann ich wieder mehr Kilometer machen.
Christian: Okay Aber sonst wenn du Zeit hast, dann ist das der ist auch das Rennrad.
Julia: meinen Sport nochmal
Christian: bei den beiden nicht so spannende offene Bergsituationen
Julia: gibt's auch, aber für mich ist Rembrandt schon
Christian: spannend So Ähm letzte Frage, weil ich dazu noch kurz, hörst du gerne Podcasts selber?
Julia: Sehr gerne, ja.
Warum Outfittery die Last des Aussuchens abnimmt
Christian: Und ich würde mich freuen, wenn ihr den Podcast abonniert oder Kommentare hinterlasst oder auch gerne mal reinschreibt, wenn ihr gerne mal sehen hören, sehen hier ist ja ein Videocast, würdet freue ich mich sehr. Der Podcast selber ist aufgebaut nach dem Simon Sinek Talk, das ist der, den kennst du bestimmt, Golden Circle, ich glaube, da haben wir alle oder gerade wenn man mit Menschen spricht, die eine Startup Hintergrund haben oder in denen sich bewegen, alle mal mit beschäftigt. Ähm, das ist deswegen finden wir wichtig, weil es sehr sehr interessant ist, mal den Menschen dahinter. Man redet so oft über das, was man gemacht hat, warum man es out, wie die Zahlen und so weiter. Uns geht's mehr um den Menschen und die Julia besser zu verstehen, warum sind Entscheidungen gekommen, wie sie sind, wie guckt man heute auf die einzelnen drauf und vielleicht so ein bisschen rauskitzeln, wenn du da Lust drauf hast, zu erzählen, was ist so dein Ansatz, was ist das Why. Bei Lexware ist es recht einfach, unser Why, also jetzt einfach gesagt, war auch eine lange Reise, aber der Satz ganz einfach, wir wollen Unternehmertum einfach machen. Das ist unser Warum. Ja. Und dann unser How ist eben, wir machen hoffentlich gute Softwarelösungen, können nur die Kunden und Kundinnen bewerten. und dann unsere unsere Haltung, ein Teil davon machen wir hier gerade, ist tell your story, nämlich den Menschen eine Bühne geben, damit wieder mehr gründen in Deutschland. Wir haben da ein riesen Thema. Und das ist Sinn und Zweck des ganzen Themas und natürlich haben wir auch das Interesse, dass die, die gegründet haben, vielleicht dann auch wiederum unsere Lösung dann nutzen. Dann erst kommt das Was, das ist ja bei uns so maximal langweilig, ne, Buchhaltung, Rechnungsstellung, das sind alles Themen, die jeder Gründer oder Gründerin oder auch Selbstständige besonders mag, aber das versuchen wir natürlich bestmöglich wegzuhalten. und es wäre super spannend, wenn du uns oder unseren Zuhörern einen Einblick geben könntest, wie das bei dir so gestartet hat, weil so das Outfitory, wie ich es verstanden habe, ähm und da kannst du vielleicht mal erzählen, wie es zu diesem ganzen Mechanismus kam, was dich bewegt hat, was du auch gesehen hast. New York ist schon gefallen, aber eben ihr macht ja eigentlich gar nicht, klar, ihr habt mit Kleidung, aber eigentlich nehmt ihr was weg, äh so wie wir die Biologie mitnehmen, äh nehmt ihr die Last des Zusammenstellens weg. Das ist ja viel mehr als jetzt eigentlich rein kauf dir irgendein T-Shirt oder sowas. Und und woher kommt das? Warst du schon immer Mode? Kommt das von zu Hause? Was ist denn so dein dein Way? Was würdest du sagen, wenn dich jemand sowas fragt? Hey, was ist denn dein Antrieb, was was treibt dich so was zu tun? Oder hat dich da getrieben, hat sich vielleicht auch verändert in der Zeit?
Julia: Also, ich komme nicht aus der Mode, ich habe ganz langweilig BWL studiert, aber ich sozusagen hatte schon länger den Traum, was Eigenes zu gründen und habe dann mich entschieden nach Berlin zu gehen und dort zu einem kleinen Online Schuhunternehmen zu gehen, was damals vierzig Mitarbeiter waren und irgendwie sechs Millionen Euro Umsatz gemacht hat. Und das ist dann komplett explodiert in den darauffolgenden zwei Jahren auf irgendwie eintausendfünfhundert Menschen und fünfhundert Millionen Umsatz. Jetzt kann ich auch noch mal ein bisschen was anderes machen.
Christian: den kleinen Schule
Julia: der kleine Schlamassel Und so kam ich überhaupt zum Thema Mode und was mich dann total fasziniert hat, war das Kundenproblem, was ich da gesehen habe, nämlich, ähm umso mehr Auswahl wir zur Verfügung gestellt haben, umso schwieriger wurde es für manche Menschen, sich zu entscheiden. Ähm und sich da irgendwie durch ganz viele Katalogseiten zu kämpfen und für sich was zusammenzustellen. Und gleichzeitig ist im Thema Mode das Faszinierendste und Tollste ja, wenn Mode wirklich meine eigene Persönlichkeit ausdrückt und ich mich richtig selbstbewusst und gut fühle. Mhm. und da haben meine Mitgründerin und ich ganz viel drüber nachgedacht, wie könnten wir das denn zur Verfügung stellen. Und dann kam eben dieser Inspirationsmoment, den du genannt hast, in New York, ähm, wo ein Freund von uns sich einen Personal Shopper geleistet hat. Das heißt, eine Luxuserfahrung, wo du irgendwie auf der Fifth Avenue durch verschiedene Boutiquen geleitet wirst und dir ein Personal Shopper eben Dinge zusammenstellt. Und das war für uns so der entscheidende Moment, wo wir gesehen haben, hä, unser Freund, der sonst irgendwie Shopping-Muffel war und genau diese diese vielen Entscheidungen, die man da treffen muss, nicht nicht mochte, der war auf einmal total glücklich mit seiner Erfahrung und sah auch richtig gut aus das Ergebnis. und dann haben wir überlegt, wie können wir das eigentlich ähm kostenlos zur Verfügung stellen und dementsprechend Millionen von Menschen möglich machen.
Christian: und skalieren
Julia: Genau. Und jetzt hast du gefragt, was ist mein Why? Ich glaube, dass das Why von Outfitree ist, dass wir Menschen helfen wollen, ihre Persönlichkeit auszudrücken und sich gut und selbstbewusst zu fühlen, ihnen da auch Zeit zurückzugeben. Und mein ganz persönliches Why ist, ich liebe es einfach, Unmögliches möglich zu machen. Und das war auf jeden Fall bei Outfitree auch am Anfang so, dass die Menschen gesagt haben, hm, okay, das wollt ihr jetzt machen? Na ja, good luck. Also, vielleicht werden das mal 100 Menschen nutzen und außerdem, selbst wenn das mehr Menschen nutzen wollen, wie soll das denn bitte skalieren? ein komplett personalisierter Service, wo jeder sein eigenes individuelles Outfit bekommt und eigentlich mit jeder Ablehnung und mit jedem Zweifel ist meine Motivation gestiegen.
Christian: Super spannend. ich wie gerade mal kurz zu dem, was du vorher gesagt, äh ganz am Anfang. Du bist dann nach Berlin und dort ging es los beim kleinen Schuhcremer-Laden, aber das heißt, am Bodensee selber kommt da schon was her, sind deine Eltern unter nie, also hast du schon so ein ganz anderes Why Gott gegeben, überhaupt, weil es ja auch ein Schritt gewesen ist. Darf ich da fragen, wie alt warst du da, als du diesen Schritt gemacht hast?
Julia: Als ich gegründet habe.
Christian: Nee, als du dann nach nach nach Berlin ziehst, also du hast gesagt, du ziehst hier
Julia: fünfundzwanzig
Christian: Genau. Also hast du ja schon was erlebt gehabt und so dann nach dem Studium. Genau. Und war das so eine logische Konsequenz, war das da getrieben, also wie wie kommt's dazu? Weil oft gesagt wird, da ist ja irgendwas passiert, da könnte man auch sagen, ach, Bochum ist doch schön. So, da ist doch alles, wieso soll ich was ändern? Ja, ich habe hier alles, ich habe quasi ein Meer, der ist ja so groß. Weiß vielleicht gar nicht jeder, der zuhört.
Julia: Miau
Christian: Schwimmen, schwimmen, ja, genau. äh, äh, ist eine wunderschöne Landschaft, man hat eigentlich eine Monsternatur drumrum, Obst ohne Ende. Schnapsbrände werden dort gemacht und was weiß ich und ja, es ist unfassbar viel dort gegeben an an an ich Freizeitwerk, kulturell alles drum und dran. Man hat auch eine Nähe dann Richtung ja Italien und und und so weiter.
Julia: Jetzt, wo du das erzählst, ich glaube, ich muss zurück an den Bodensee.
Christian: Aber warum, warum, ja, was ist doch gewesen? Was ist da passiert? wie wie es war dann über gesagt, ich muss jetzt in in in die in in die große weite Welt im Sinne von Deutschland gesehen ist ja Berlin dann der der Melting Pot natürlich mit allen Für und Wider, aber da das was ist was war da was war da getrieben?
Ein Schülerpraktikum mit vierzehn
Julia: ähm, also ich komme nicht aus einer Unternehmerfamilie, ich hatte auch keinerlei Unternehmer um mich herum, aber für mich war der Schlüssel und Knackpunkt ein Schülerpraktikum, interessanterweise, was man irgendwie zwei Wochen lang machen musste mit 14, glaube ich. Und ähm das habe ich mehr oder weniger durch Zufall bei dem einzigen Startup gemacht, was es wahrscheinlich im Vorstandssaalraum gab.
Christian: Laughter
Julia: und äh die haben so Suchmaschinenmarketing gemacht, bevor es überhaupt Google AdWords in Deutschland gab. Ja. Und ich hatte da als junge Schülerin wirklich das Gefühl, boah, wir erobern hier die Welt und ich als 14-Jährige kann das mitbestimmen und das hat mich so gepackt, fand ich so toll, welche Energie da war, dass ich gesagt habe, also wenn ich mal groß bin, dann möchte ich auch ein eigenes Unternehmen gründen. Das ist so, wo dieser Traum gestartet hat. Krass. Ja. Ich glaube, was mir auf jeden Fall mitgegeben ist auch, ist ich habe einfach so ein grundlegendes sehr starkes Vertrauen in die Welt und in mich und gepaart mit so nem Optimismus und ner Überzeugung, dass alles nur Kopfsache ist und wenn ich etwas will, dann kann ich es auch erreichen.
Christian: und das war glaube ich so der Hauptgrund.
Julia: Das kommt von zu Hause.
Christian: das ist eine ganz starke Botschaft, die gerade drin ist. Aber wirklich, das ist ja mega. Also mit 14 haben zwei Wochen eigentlich gereicht, einen ganz großen Grundstein gelegt, aber wann wurde dir das bewusst, weil du hast ja dann erstmal den den den klassischen Weg, sag ich mal, jetzt sagen können, ich mache ja noch irgendwie Schule durch und dann zack ab in die Startup-Welt.
Julia: So mutig war ich dann doch nicht.
Christian: oder oder oder weil wahrscheinlich auch die Eltern oder so. Ich frage das immer, weil ich habe auch die meine Tochter, die Annie ist dies neun und da merke ich jetzt auch, man kann immer so schön, ich will auch, dass die Spaß hat, was sie mal macht und alles, das ist das Wichtigste. Äh aber der Schutzinstinkt ist ja ein anderer. Wenn man kommt als Eltern, das versteht man jetzt besser, wenn man selber in der Rolle ist, denkt dann, ja, das ist jetzt, das riecht, mach doch erstmal. Ja. Man sagt das eine, aber handelt nach einem anderen Muster dann. War das auch eine Einfluss?
Julia: Also es war jetzt kein komplett durchorchestrierter Plan. Also, es gibt ja diesen schönen Spruch, das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Ähm, ich habe dann sozusagen auf meinem Weg gemerkt, dass ich mich immer wieder zu solchen Themen hingezogen fühle. Und der andere entscheidende Moment für mich war, ich habe dann in München BWL studiert und habe dort kennengelernt ein besonderes Programm, das nennt sich CDTM, Center for Digital Technology Management und da kommen von den beiden Unis in München pro Semester 20 Leute ganz interdisziplinär zusammen, um Startups zu unterstützen und im Endeffekt zu lernen, wie man gründet. Okay. Da war ich dann Teil davon und das hat mich das hat so dieses
Christian: Hast du das gesucht oder bist du so reingerutscht?
Julia: hat jemand vorgestellt im Audimax und dann habe ich gesagt, da muss ich dabei sein. Okay. Da muss ich dabei sein. Und ähm dort habe ich einfach ganz viele Leute kennengelernt, die auch diesen Traum hatten zu gründen und die das dann teilweise auch schon aus dem Studium rausgemacht haben, aber das hat mir einfach so das Selbstvertrauen, die Kontakte, die Tools gegeben, um zu sagen, ich glaube, das mache ich jetzt. Ja.
Christian: Und dann ging es nach.
Julia: und dann ging es nach Berlin, genau. Aus dem Studium raus direkt hatte ich noch nicht die Idee und auch nicht jetzt die Mitgründer, wo ich gesagt hätte, das ist es. Und deshalb dachte ich, ich gehe zu einem Startup und lerne erstmal, ähm wie das eigentlich funktioniert und gucke mir das von innen an.
Christian: ganz ganz klassisch dich beworben oder hast du einen Kontakt da rein oder jemand gekannt über die Uni?
Julia: da habe ich ähm durch einen Freund damals Otti Samwer kennengelernt, ähm den man ja von Rocket Internet kennen kann. Den kennt man ja, den kennt man, genau. Ähm und ähm genau, da war Rocket Internet war da noch ganz klein und der hat mir da gepitcht seinen Onlineshoop und ob ich nicht nach Berlin kommen will und ja, eine Woche später bin ich nach Berlin gezogen.
Zwei Jahre in der Rakete
Christian: Wow. Und dann wie wie ging es denn dann weiter? Dann hast du ja dort, wie lange war das dann?
Julia: Zwei Jahre.
Christian: zwei Jahre. Das heißt, du hast mitgerufen von 40 Leuten auf wie viel?
Julia: eintausendfünfhundert
Christian: In zwei Jahren ist Geistesschranke.
Julia: sechs Millionen auf fünfhundert Millionen Umsatz
Christian: Das heißt, du hast das vor... Das ist wirklich eklig. Das ist echt verrückt, weil Was lernt, da lernt man ja wahnsinnig in in in einem High Speed zu skalieren, mit wahrscheinlich auch ganz viel, also da muss was auf der Strecke bleiben in der Zeit.
Julia: Absolutamente.
Christian: aber du hast trotzdem noch die Zeit gehabt, also ich stell mir das gerade vor, zu sehen, was eigentlich fehlt, weil Salando jetzt aber ja einfach dann, also was ist einfach, wie gesagt, ein Success war, Selling, also die haben ja nicht gedacht, wie wie nehme ich die Last des Shoppings eigentlich ab, sondern wie mache ich möglichst viel Performance drauf, dass die Leute halt kaufen und wahrscheinlich gerade in diesem Business nicht zurückschicken im günstigsten Fall, weil dann macht's keinen Spaß, aber
Julia: Ja, was diese Erfahrung mit mir gemacht hat, war, ich habe einfach jegliche Angst vor Geschwindigkeit verloren. Wenn du in so nem, in so einer Rakete bist, hast du einfach ein ganz anderes...
Christian: nicht mehr wahr dann, was da nicht gerade abgeht.
Julia: ja, schon, aber es ist für dich halt irgendwie normal. Ich meine, das war mein erster Job. Das war meine Mein Verständnis für wie es in so einem Startup abläuft. Wie der niemals... Wie es in so einem Startup abläuft. So, so geht's im Unternehmertum, genau. und dadurch, dass ich da so nah dran war, auch an den Gründern, ähm habe ich so ein ganz großes Selbstbewusstsein, vielleicht auch naives Selbstbewusstsein entwickelt zu sagen, wenn die das können, können wir das auch. Und äh ja, und dann haben wir uns eben den Markt angeschaut, Anna und ich, ähm ich habe meine Mitgründerin auch dort kennengelernt.
Christian: Wollte gerade sagen, das ist auch aus dem
Julia: Genau, genau. Und äh wir haben dann verschiedene Modelle uns überlegt und eben diese Inspiration in New York, die hat uns einfach gepackt und dann haben wir gesagt, kommt, das probieren wir.
Christian: und zwar nichts, was jemals dort besprochen wurde in anderen Kontexten, da also die waren alle auch rein
Julia: Genau. Ja, ja, das war komplett. Ich meine, das ist, wenn etwas so schnell wächst, musst du ja auch gar nicht jetzt
Christian: da guckst du, dass du das irgendwie die die Prozesse in Griff kriegst, das ist ja das Hauptthema schon zu 90 %. Deswegen ist es spannend, dass ihr dann überhaupt den Raum hattet im Kopf, wo du wahrscheinlich, wenn man gerade wenn man nahe dran ist, ist wahrscheinlich schon eine verantwortungsvolle Aufgabe schnell dann bekommen innerhalb des
Julia: Genau, ich habe dort die Internationalisierung geleitet, das heißt die ersten fünf Märkte live gebracht, genau.
Christian: Aus dem Serlondo, das wird auch Cosmos kommen, relativ viele erfolgreiche auch und also unter
Julia: Julius war schon hier, ne?
Christian: Genau, ja, weil ich gerade, ich übrigens auch, das ist sehr erstaunlich, wie das ist. Ich kenne es auch noch aus der, äh, aus der Eins und Eins erste, erste Welle, es sind auch einige sehr, sehr erfolgreich danach, die da aus dem Unternehmertum schon dann selber ein Unternehmertum gemacht haben. Gibt's da noch mehr, wo du aus deinem, aus deiner Historie, wo du weißt, die die auch... Ja, da gibt's...
Julia: Ja, ja, da gibt's jede Menge, also gibt's eine ganze Kohorte an Menschen, die dann da ähm mitgeholfen haben aufzubauen und dann gesagt haben, jetzt mache ich es selber. Ja.
Christian: Aber der ist nicht mit eingestiegen dann Salando oder jemand von den bei dir?
Julia: Nee, das war tatsächlich, also der eigentliche Weg wäre gewesen, dass wir dann mit Rocket Internet was gründen und da gab es sozusagen Versuche auch uns davon zu überzeugen und diverse Olli-Anrufe, aber wir wollten ganz klar unser eigenes Unternehmen bauen, wollten da unabhängig sein, wollten unsere eigene Kultur bauen. Ja.
Christian: weil du gelernt hast, es muss auch anders gehen oder weil es einfach der Ur- weil es aus dem aus der 40-jährigen Julia die gesagt hat, jetzt kann ich's. Das wollten wir einfach. Ja. Ja. Jetzt kann ich's machen. Aber wie muss ich mir das dann vorstellen? Irgendwie ist das ja dann trotzdem was ganz was anderes wie in einem Angestelltenverhältnis, also auch wenn es soweit sich hochskaliert mit allem drum und dran. Vor allen Dingen ja auch dann krass erfolgsverwöhnt und positiv ist dieses schöne, das suchen wir ja alle, aber das ist ja schon mal eine andere Bucht, wenn man dann wieder rausgeht und es neu startet. also wie war da die Entscheidungsparameter, also jetzt mit Yoga schon verstanden ist, hat er einen Impuls. Ja. Aber da passiert ja auch wieder was dazwischen zu sagen, hey, du bist jetzt an einem einer der fetttesten Startups eigentlich gerade, die es in Deutschland gibt zu dem Zeitpunkt, die die maximal skalieren. Dort Mitarbeiterin Nummer 40 oder so irgendwas, gell? Also da da da konnte man sagen, hey, das das geht ja noch nach vorne. Also da ist ja auch eine riesen Laufbahn möglich, je nachdem was man möchte, wie was ist denn da dann passiert? Also
Julia: Ja, das ist auch so lustig, weil als ich sozusagen zu dem kleinen Online- Schuhladen nach Berlin gegangen bin, haben schon einige Kommilitonen so gesagt, äh, sorry, Sie, also, wieso macht sie das? Wieso geht sie nicht irgendwie zu McKinsey oder was auch immer, sondern wieso macht sie das denn? Und dann zwei Jahre später war, äh, warum will sie denn da weg?
Christian: Stimmt, kann ich mir auch nicht gut vorstellen. zweimal falsch. Genau. Obwohl es richtig war, ja.
Julia: Äh, nee, aber es war so ganz, also für mich ist das Thema Freiheit ganz wichtig und ich hatte einfach das Gefühl, wenn wir jetzt selber was gründen, selber was starten, auch unabhängig starten, ähm dann wird es genau dieses Bedürfnis auch irgendwie stillen und einlösen, ja.
Christian: also es ist auch ein Stück weit vielleicht nicht nur das Unmögliche möglich machen, sondern das auch selber in der Hand zu haben.
Julia: Absolutely
Christian: ob es möglich ist oder vielleicht auch mal nicht. Ja. Ja. Und wie ging es dann weiter? Dann habt ihr das das ja dann eine Entscheidung, habt dann gestartet. Kannst du mal erzählen, was euch da so getrieben hat, was waren da so die Themen?
Julia: Genau, wir haben einen vernünftigen Fahrer.
Christian: Ja, aber das ist alles nur in dieser Branche.
Julia: relativ erfahren zwei Jahre
Christian: Relativ, aber erst seit ich mal in der Branche drin bin, ist mir nicht so ganz. Ja. Also, manchmal hilft ja auch Navität, das ist wie kein böses Wort, sondern ich sage, ganz viele Gründerinnen und Gründer und -Gründerinnen sagen mir immer, hätte ich gewusst, was kommt, hätte ich nie gegründet.
Julia: Nee, du willst auf gar keinen Fall alles wissen, was kommt.
Christian: die willst du auf keinen Fall, genau, weil dann machst du es nicht. Das ist ja, also deswegen ist es ja auch immer ganz gut, aber auf der anderen Seite hilft es natürlich enorm, also gerade als Zahl, wenn du sagst, das ist auch dein Thema, wo du, wenn man dann ein bisschen die Branchenkette, das hat ja halt jemand alles nicht hat, das bedeutet dann bewertet man Dinge ja auch anders, weil man halt einfach das Know-how drin hat. Ist ja mega viel Wert.
Julia: Ja, vor allem die Kontakte. Also für uns war das so extrem wichtig, weil wir haben in diesem ersten Jahr jeden Tag was gemacht, was wir noch nie zuvor gemacht hatten, wo wir keine Ahnung von hatten. Also eher eigentlich andersrum. Also wie meldet man jetzt eine GmbH beim Handelsregister an? Noch nie gemacht. Aber ich weiß, wen ich anrufen kann. Äh oder wie melde ich...
Christian: ihnen Menschen geholfen. Genau. Keine Tools, sondern
Julia: Nee, damals hauptsächlich einfach Menschen geholfen, die wir anrufen konnten, die wir eben Netzwerk hatten und das war extrem hilfreich, ja.
Christian: War da auch, war, hast du dann in dem Zeitpunkt noch Vorbilder oder war das schon raus, dass du sagst, wir sind jetzt eigentlich so reif nach der Zeit, wir machen jetzt erstmal unser Ding? Oder ein Coach oder so, also den doof, das ist ja die ganze Welt coacht sich zu Tode, aber ich meine sowas, der euch begleitet hat oder war das diese punktuellen, weil ihr schon so ein krasses Netzwerk hattet, dass ihr sagen könntet, dafür nehme ich jetzt den Julius, der weiß wieder so seine Dinge und dafür nehme ich den, weil der kann mir natürlich sagen, ob sich das, was ich hier gerechnet habe, in der Realität
Julia: Ja, es war so punktuell und das ist für mich auch generell, also ich könnte dir jetzt gar nicht sagen, wer mein Vorbild ist, sondern ich nehme mir eigentlich von jedem Menschen so, was kann ich von dem lernen und was finde ich da toll. Und so war es eigentlich auch bei dem, wie wir Hilfe eingeholt haben und was wir da auch einfach gemerkt und gelernt haben, ist, dass Menschen total gerne helfen und sich ja dann auch wertvoll fühlen und gerade wenn du was startest, hast du total viel Wohlwollen und es war super schön zu sehen.
Christian: Und bist du dann bist du schnell begeisterungsfähig dann bei sowas oder bist du dann der Zahl, der erstmal sagt, ja ja, hört sich gut an, ich gucke jetzt erstmal wie.
Julia: Ne, ich bin sehr begeisterungsfähig, wahrscheinlich, ja.
Christian: Okay, also es muss nicht dann immer gleich super billig sein, sondern
Julia: Genau, ja. Dann ich kann auch meinem Bauchgefühl gut folgen.
Vier Monate bis zum Launch, sieben Tage bis zum Anwaltsbrief
Christian: Ja. Und und ähm dann habt ihr das das Unternehmen sozusagen oder die GmbH mal durch. Dann ist es das, wie ging's dann, wie geht's dann weiter, weil ich meine, das ist ja auch was gemacht, was ist so oder vielleicht kannst du sagen, vielleicht gab es das schon irgendwo anders, weil ich kannte das kenne das vom vom Konzept her nicht, außer in der Offline-Welt.
Julia: Genau, in der Offline-Welt gab es eben schon. Und es gab ein Unternehmen, das war aber damals noch sehr klein in USA, die so was Ähnliches auch angeboten haben. Das gab es schon so als Proof Point, aber die haben das auch anders umgesetzt als wir. Ähm, genau und dann sind wir losgestartet und haben gesagt, wir müssen eigentlich sehr schnell oder wollen sehr schnell unseren Service direkt an den Kunden testen und haben dann damals fanden wir das wahnsinnig schnell innerhalb von vier Monaten den Service gelauncht. Heute ist es natürlich Ewigkeiten in AI.
Christian: Je nachdem, wo du bist, ist es Oh my god.
Julia: und äh genau. Und dann kamen eigentlich auch schon die ersten äh sowohl Zusprüche als auch Herausforderungen. Wir haben nämlich unter einer anderen Marke geluncht, nicht unter Outfitree, sondern Paul's Secret. Oh, secret. das fanden wir irgendwie einen ganz tollen Namen, weil ein Personal Shopper, den wir getestet hatten, der hieß Paul und wir dachten, wir sind das Geheimnis hinter den tollen Outfits unserer Kunden. Also, ich kann es heute auch nicht mehr ganz nachvollziehen, jedenfalls, wir fanden diesen Namen total toll und haben dann aber leider eine Woche nach Launch einen sehr bösen Anwaltsbrief bekommen von einer Firma aus München, die uns gesagt hat, wir heißen so ähnlich wie euch und wie ihr und wenn ihr den Namen nicht innerhalb von ein paar Tagen ändert, dann verklagen wir euch. Und das hat uns dann dazu gezwungen, den Namen zu ändern. das war natürlich ein furchtbarer Moment, weil du hast gerade gelauncht, bist super stolz, die Welt tourt, du hast auf jedem T-Shirt, auf jeder Box und ja, aber im Nachhinein hat uns das natürlich mega geholfen, weil Outfitry der viel viel bessere Name ist. Aber der Moment war uncool.
Christian: Es ist halt uncool, ja? Wie seid ihr denn damit umgegangen? Das ist ja das Spannende, wie geht man mit genauso völlig unerwartete Rückschläge, also dass mal irgendwas nicht gerade läuft, glaube ich, weiß jeder, weil ich noch eine Erfahrung von zwei Jahren High Scaling in Saarland war. Das ist ja was, was ich auf der Uhr, also dass das irgendwas mal richtig kommt, aber wie wie geht ihr denn, wie seid ihr denn damit umgegangen?
Julia: Ja, erstmal war ich wahnsinnig wütend und habe gerade diese Leute angerufen und gesagt, das kann doch wohl nicht euer Ernst sein. Wir sind hier ein kleines Startup, was soll denn das? Und habe irgendwie versucht die davon abzuhalten, aber da war nicht, äh, denen war nicht beizukommen. Und dann hilft's ja nichts, dann musst du halt zurück.
Christian: Hatte die auch Unterstützer, also habt ihr dann auch einen Anwalt gehabt, gegen gecheckt, mal ist es überhaupt durch?
Julia: Wir haben dann Anwalt befragt, aber der hat gesagt, hey Leute, das ist irgendwie, das wird sich erst in ein, zwei Jahren rausstellen und ihr investiert dann hier in eine Marke, die ihr dann vielleicht verliert, das macht leider gar keinen Sinn.
Christian: dann muss man halt einfach rational eigentlich, man sagt, das kann man jetzt mögen oder nicht.
Julia: Jetzt müssen wir halt von vorne starten.
Christian: Und und wie kam es dann zu Outfittery?
Julia: Ähm, das ist tatsächlich ähm sehr unromantisch. Wir haben dann ein Tool genutzt, wo also damals war immer so die große Herausforderung, sind die Domains noch verfügbar, ja? Weil wir wollten natürlich alle europäischen Domains, die .com Domains und wir wussten auch, wir haben jetzt nicht die Zeit mit irgendjemand über Domains zu verhandeln. Und ähm das war der wichtigste Check und dann haben wir ein Tool gefunden, ähm und das ist jetzt sozusagen 14 Jahre her, was eben so Kombinationen gemacht hat von verschiedenen Keywords und geguckt hat, ob die Domain frei ist und dann war es zwei Uhr nachts und dieses Tool hat rausgespuckt, outfitry.com frei, outfitry.de frei, so, wir konnten es gar nicht glauben und dann haben wir einfach die Domains registriert und am nächsten Tag unseren neuen Namen.
Christian: Ja, das heißt, eigentlich hatte ich ja diese von vom High End Storytelling mit dem Hidden Botschafter Paul zu völlig rational von der Mathematik. Das ist ja, das ist schon krass, oder?
Julia: Ja, aber gleichzeitig, ich meine, der der Name ist perfekt.
Christian: Der Name ist perfekt, aber es ist, ich stelle mir vor, wenn man das, wenn es das eigene ist, das ist ja ein Spiegel von euch beiden dann auch als Gründerin zu so so einem Herzensding zu sehr ernüchtern eigentlich. Also sehr mathematisch ans Thema ran, was ja inhaltlich völlig nachvollziehbar und mit jetzt wissend auch die bessere Entscheidung, aber es ist es ist lustig zu hören, dass ihr von der einen Seite zur zur zur anderen gesprengt habt. Und wie wie ging's da? Habt ihr euch da aufgeteilt in den Aufgaben? Ihr habt mir das gemacht, weil oftmals ist ja gerade mal gemeinsam was was dann startet und jeder hat ja doch immer, klar ihr habt eure Outfittery bei, um dieser Sprache zu bleiben. Aber wieder Mensch hat auch so ein bisschen ein anderes, ja und dann ist er
Julia: und eigene Stärken vor allem. Genau. So und ich meine am Anfang waren es mehr oder weniger nur wir beide plus dann unser Gründungs-CTO Tobi. Und dementsprechend, also wir haben halt aufgeteilt nach, äh, was kannst du, was kann ich, okay, so. Äh Anna hat irgendwie Produkt z.B. gemacht und ich Marketing. Und dann gab es aber auch Bereiche wie z.B. Einkauf, die konnte keiner. Und dann haben wir mehr oder weniger gewürfelt und gesagt, okay, einer muss jetzt halt machen und sich da reingraben. So und so haben wir das Ganze aufgeteilt.
Der größte Kleiderschrank Europas
Christian: Einkauf heißt dann also wirklich an an die Labels dran oder an die die Zwischenhändler, wie, weil du bist ja tief drin, aber so das weiß jetzt ja niemand da draußen, wie läuft denn so was? Das heißt dann überhaupt Einkauf? Stimme vor zu sagen, schon ein Algorithmus, der diesen Personal Shopper ersetzt, ist erstmal die eine Kunst, aber du musst ja vorher erstmal eine gewisse Masse haben, die du auch in deinem Sortiment drinnen hast.
Julia: Genau, das war auch durchaus eine Herausforderung. Also, wir hatten sozusagen auf der einen Seite die Kundenseite, die sehr gut lief. Also da hatten wir schon eigentlich ab Launch sehr gute Nachfrage. Ähm, an damals haben wir nur exklusiv Männer... Und da wollten alle rein, wahrscheinlich.
Christian: weil er wusste, wie Performance funktioniert von seinem Körper.
Julia: Nee, wir haben da auch gar nicht groß Marketinggeld ausgegeben. Es hat sich einfach so word of mouth mäßig rumgesprochen und wir hatten auch relativ viel PR, weil es war so ein bisschen, ja, was machen denn die zwei Mädels da eigentlich? die die Frauen die Männer einkleiden, das war irgendwie eine gute gute Story. Ähm also darüber
Christian: War das bewusst oder ist das passiert?
Julia: Es ist passiert.
Christian: Das war nicht, dass ihr sagt, wir sind jetzt ganz schlau und machen überall was, was wir Männer, weil wir wissen, die PR bringt auch, das war nicht, also es passiert.
Julia: Ja, das ist passiert. und ähm genau und dann auf der anderen Seite aber brauchst du ja Sortiment, um was verkaufen zu können und um was in die Outfitory Box reinlegen zu können. Und das war unsere große Herausforderung, weil die Marken nicht mit uns arbeiten wollten, weil wir noch viel zu klein waren. Genau. Und dann sind meine Mitgründerinnen und ich auf jegliche Fashion Messen und haben da irgendwie versucht, mit den Marken zu sprechen, aber da war überhaupt gar kein Interesse. Ja, was machst du da? Du hast auf der einen Seite eine Schlange an Kunden vor der Tür und hast aber keine Ware. Ähm und was wir dann gemacht haben, ganz am Anfang war, wir haben uns gedacht, Moment mal, wir kennen ja den größten Kleiderschrank in Europa. Also haben wir einfach für jeden Kunden bei Zalando bestellt, hatten auch von Anfang an dadurch Zugang zu allen Marken, die man sich so vorstellen kann. Haben das dann in eine Outfitry Box umgepackt, haben das an Kunden geschickt. Der hat sich ausgesucht, was er behalten will, dann kam die Box wieder an uns zurück und wir haben an ähm diesen großen Modehändler retourniert, was der Kunde nicht behalten hatte.
Christian: Und das hat auch der Händler fand er das gut.
Julia: Ja, das war okay für die. Yeah.
Christian: Weil er hat die eigentlich oben drauf gesetzt. Das ist ja immer das, wo dann die Maß die Firmen, also wenn du also, dann ist es glaube ich gar nicht so geil, wenn sie an der Flexwert draufsetzen, sozusagen die Kunden flexen.
Julia: Das war natürlich ein Hack für den Anfang, ne? Yeah. und war war auch klar, dass sich das für uns als Geschäft nicht direkt direkt im Wesentlichen, aber es war ein Hack, um auszuprobieren, welches Sortiment funktioniert und eben von vornherein einen guten Service anzubieten.
Christian: und das ist auch ein schlauer Weg, weil ich habe die abschließende Frage, ich habe eine Freundin, die mal ein Modegeschäft hatte, da macht es ja sehr schwer. Und da hast du mal irgendwie eine coole Marke vielleicht, die es in der Stadt nur einmal gibt und wenn du die Lizenz verlierst, dann kannst du eigentlich den Laden fast dicht machen sozusagen. Und die eben, die sind ja auch vorsichtig mit Marken, die sagen auch, ne, was ist das da überhaupt und dann da überhaupt mal reinzukommen.
Julia: Ja, heute hat sich das gedreht, weil jetzt wollen die Marken bei uns rein.
Christian: Ja klar, das ist ja, wenn Erfolg da ist, ist es immer meistens das Geld gedreht.
Julia: Marketingplattform auch sehen, ne? Weil Kunden kommen ja nicht zu uns und sagen, ich will irgendwie diese Marke bei euch kaufen, sondern die kommen zu uns und sagen, ich habe diese Marke im Kleiderschrank, aber ich wäre total happy auch mal was Neues auszuprobieren.
Christian: Nee, das ist ja das Spannende, finde ich, an eurem Konzept. Also, im ersten Moment auf den Namen denkt man ja, ne, das ist halt halt halt modisch, ich weiß es. Das Outfitter, wie bringe ich dir den den personalisierten Fit, aber löst ja ein völlig anderes Problem. Ja. Also das ist ja nicht im ersten Moment einem so klar. Vielleicht auch gar nicht über den Kunden, muss ja auch gar nicht, aber das ist ja euer euer Weinwissen ist ja nicht genau diese diese Personal Shopping Experience, aber auch das abzunehmen, damit ich überhaupt an neue Elemente komme, weil dann ist man meistens mal langweilig. Ich jetzt nicht, ich trage immer ein schwarzes T-Shirt z.B. Das macht so einfach.
Julia: Das ist auch total gut.
Christian: aber das ist, aber ähm, wenn man eben da was was man will, das ist ja das finde ich spannend, ihr löst ja auch was was was eigentlich dann eben herausfinden, was keiner so machen will oder nicht das Geld hat, sich so ein ganz was was ist es für einiges zu leisten. Genau. Das ist so. Da habe ich so fast ein Link zu uns gesehen, auch wenn er ganz klar Werbung ist, sagt er, wir haben auch ein Produkt, das will kein Mensch machen.
Julia: Hmm.
Christian: Also, merkt euch, ihr könnt das selbstständig und das zu machen und
Julia: und es ist so eine Art von Convenience auch, ne?
Christian: Genau, und da habe ich gedacht, wo ich das angeguckt habe, krass, die haben so ein, das weiß ich gar nicht so so so unter, also völlig andere Branche, völlig anderes Portfolio, völlig anderes Go-to-Market, aber vom Lösungsansatz und das finde ich so spannend und war das immer so bewusst oder war das rein, also kam das dann später das Verständnis, dass wir einen ganz anderen Kern erfüllen oder ist es halt einfach der Kern zu sagen, es ist Personal Shopping in Scale und für jedermann, jede Frau.
Julia: Also dieses Personal Shopping at Scale, das war schon von Anfang an klar und auch der grobe Prozess, dass das so als wirklich als Beziehung aufgebaut ist und auf die lange Frist angelegt ist, nicht dass du nur einmal kaufst, sondern dass wir dich eben immer besser verstehen.
Christian: reden wir auch ganz viel von Beziehungen aufbauen, ja?
Julia: Ja, total. Aber was wir erst über Zeit verstanden haben, ist wirklich, wie hohen auch emotionalen Wert das Thema Mode hat und wie sehr es auch, was es bei den Leuten auch auslöst, wenn sie sich gesehen fühlen. Und bei uns ist ja das eine, dass wir dir das Outfit auswählen, aber wir haben ja auch unsere über 200 menschlichen Stylisten. Also es ist ja eine Kombi aus AI und dem menschlichen Stylisten und ganz viele Elemente, wo wir auch, also wirklich auch dran glauben, dass der Mensch unser USP ist. Alle anderen sozusagen versuchen ja Menschen zu ersetzen, aber wir glauben, dass Menschen eben an der Stelle unser USP sind. Und das haben wir so über Zeit verstanden, würde ich sagen. Ja.
Erst belächelt, dann kopiert
Christian: und der und der Markt drumherum, wann hat der das kapiert, was ihr da nicht macht? Weil am ersten hat doch jeder gedacht, das ist halt end next und Mode Online Shop.
Julia: Ja, ich würde sagen, es war andersrum. Erst haben die Leute gedacht, äh, okay, was machen die denn jetzt? Die, also bescheuerte Idee. Eine schöne Geschichte war auch z.B. mal die Reaktion meines Onkels, als ich an Weihnachten erzählt habe, was ich machen will und dass ich jetzt ähm gründen möchte und dass wir gleich ganz Großes bauen wollen und deshalb Investoren mit an Bord nehmen und so weiter. Der ist eigentlich total bleich geworden, hat sich einen Schnaps bestellt und gesagt: „Julia, um Gottes willen, wenn du ins Gefängnis kommst, weil du das hier gegen die Wand fährst, dann kann ich dir nicht helfen.“ Also sozusagen, es waren auch solche Reaktionen mit dabei.
Christian: wie wie wie wer was
Julia: Mein Lieblingsonkel.
Christian: Okay.
Julia: Ich habe einen, aber es ist mein Lieblingsong.
Christian: War das oft so, dass Familie reingewirkt hat, weil gerade wenn es ums Unternehmerische geht, ist es ja immer auch Ängste, ne? Was macht sie da? Ja. Sie kann es doch auch noch nicht und ist es überhaupt richtig gerade und und und, das war nicht so Thema.
Julia: Nee, eher positiv im Sinne von, oh krass, was machst du da? Äh, also eher begeistert. Aber sozusagen zurück zu wie die Industrie darauf reagiert hat. Ich glaube, es wurde erstmal belächelt, würde ich sagen. Und dann hat man gesehen, uh, okay, die bauen schon ganz schön hier Traction auf und äh da gibt's immer mehr Kunden, die diesen Service nutzen. Und dann war die zweite Phase, dass wir kopiert wurden. Also dann haben alle, Zalando hat uns kopiert, Pingu und Cloppenburg hat uns kopiert. Also wirklich jeder Modehändler hat sich gedacht, Moment mal, ich habe doch auch Verkäufer und Verkäuferinnen und ich habe doch Sortiment und Kunden, das kann ich doch einfach zusammenstecken. und dem war eben nicht so. Also diese Konkurrenten sind dann so nach drei Jahren oder so wieder verschwunden. Ähm, das war so ein
Christian: Das habt ihr besser gemacht. Was, was war das?
Julia: Wir sind einfach Day and Night spezialisiert und fokussiert auf diese Art des Einkaufs.
Christian: diese Funktion, die DNA, die nur dorthin guckt. Und das funktioniert ganz genau.
Julia: funktioniert ganz anders, ähm es ist auch sozusagen skaliert nur, wenn du das Tech und Data System dahinter hast, das ganz spezialisiert für diesen Use Case ausgerichtet ist und auch die Daten dazu hast. Also mittlerweile haben wir irgendwie drei Millionen Kunden und Daten von zehn Millionen Outfits und da hast du einfach einen Vorteil gegenüber anderen, die da gerade erst loslaufen.
Christian: Ja, klar. Aber wie seid ihr in so Phasen umgegangen? Also, da gab es ja bestimmt ein paar ordentliche Durststrecken und natürlich hat jeder geschlafen, aber das ist ja immer spannend auch, glaube ich, für alle, die die zuhören, weil das ist jetzt ist natürlich diese 130 Millionen, 13 Länder, weiß ich, wie viele Mitarbeiterinnen habt ihr?
Julia: über 500
Christian: Ja, Wahnsinn. Wie seid ihr denn mit so Themen dann umgegangen? Also ich meine, wenn ich mir jetzt so vorstelle, also nicht ganz groß, merkst du, das ist ein super geiles Konzept und man bringt es auch neu rein und jetzt kommen die großen. Ja. Da geht einem ja schon erstmal der Arsch auf Grunde, dass er das kommt, das Salat und sagt, jetzt was mal aufmädels, äh, jetzt machen wir das mal richtig gescaled, weil das könnte ich ja. Da kann ich mir schon vorstellen, dass man auch wenn in drei Jahren, jetzt kann man nicht zurückgucken und sagen, guck, ja, unsere DNA war doch stärker. Wie wie wie wie habt ihr mit solchen Sachen dann, wie seid ihr damit umgegangen? Weil ihr habt ja wahrscheinlich auch Tag und Nacht, schätze ich mal, hohes Arbeitspensum hattet.
Julia: Absolut
Christian: und dann ist es auch ein Stressvolumen, das da noch hinzukommt, weil
Julia: Total
Christian: Rückblickend ist es immer so, dass man darf ja nicht vergessen, welche Zeiten es halt auch gab. Da kannst du dann nicht immer
Julia: Also das war ein ganz äh für uns ganz kritischer Moment, weil ähm diese dieses Announcement von Zalando ist genau reingefallen in eine Finanzierungsrunde und wir haben damals jedes Jahr eine neue Finanzierungsrunde gebraucht. So, und wir waren fast, äh, hatten die fast abgeschlossen und dann kam dieser Launch und ich dachte, shit, das wird jetzt eine ganz enge Kiste, ehrlich gesagt. Ja. Und dann habe ich diesen Investor angerufen, habe mir gedacht, okay, also es hilft nichts, die müssen es wenigstens von mir hören. Ja. Also habe ich die angerufen und habe gesagt: Äh, Leute, äh, es ist was total Tolles passiert.
Christian: Cloud hehehe Das schaffen wir nicht.
Julia: Die haben uns gekillt. und ich habe ehrlich gesagt erwartet, dass die sagen, wie was toll, ist doch nicht toll. Und wir hatten aber das Glück, dass die so weitsichtig waren. Äh das war damals Northstar und die sind auch bei Spotify sehr früh investiert gewesen. Und die haben gesagt, es ist ja wirklich großartig. Das hat uns bei Spotify auch total genutzt, dass wir kopiert wurden. Das ist doch geil. Das macht uns nur noch sicherer, dass wir hier den richtigen Player haben. Absolut. Oh, ich war, glaube ich, selten so erleichtert.
Christian: Reaktion habe ich ganz ehrlich mal, es ist, ich sehe das auch so, man kann es schon, äh, wenn große in was reingehen, dann dann ist da was Großes. Äh, das ist bei uns, wir haben viel investiert in den Mark, verrückt zum Teil, also wir haben wahnsinnig Geld, aber äh das schaffen ja wenig Menschen. Was ist es, ist es auch ein Stück von dir als Juda oder deine Partner? Ihr habt ja, weil das ist ja nicht die gleiche Direktion, das ist ja von Gott, das will ich jetzt, das können wir ja nicht lassen, es ist jetzt, es wird eben, aber das dann zu drehen. Und ich glaube da auch, das ist ja, also würde ich auch als, wenn ich jetzt kein Investor sofort drauf gucken, würde schon zweimal hingucken und sagen, ist ja geil, aber erst wenn wir schon, na ja, wenn die jetzt reingehen. und man weiß ja, wenn ein Großer was macht, was außerhalb seines Core ist, die sind jetzt auch nicht unbedingt der schnellste, bei allem Geld, weil meistens kommen die vielleicht auch ein bisschen ins Struggle und dann ist ja ganz schnell zurück zum zum Altbewährten. Aber ich meine, es ist eine fette Leistung. Ist das jetzt die Erfahrung schon gewesen aufgrund von Salando und Co mit diesen Geschwindigkeiten oder aber oder wie habt ihr oder habt ihr das eigentlich dann erstmal eingeschlossen kurz zwei Mal, was machen wir denn jetzt, wie reagieren wir?
Julia: Ja, wir haben uns natürlich schon kurz eingeschlossen und auch mal kurz geschluckt und dann aber halt rausgegangen und das auch gesehen als, das ist auch irgendwo eine geile Bestätigung und ehrlicherweise das war nicht nur auf der Investorseite, sondern auch auf der Teamseite so. Das hat die total angespornt und die haben gesagt, okay, den zeigen wir es jetzt. So, also das war, es war schon gut. Das hat uns auch richtig nach vorne gebracht. Und woher kommt das? Ich glaube, wie gesagt, da gehe ich wieder zurück auf meinen Grundoptimismus und mein Vertrauen in die Welt. Ähm, ich habe da einfach daran geglaubt, dass wir das schon hinbekommen.
Fight statt Freeze, und eine Mitgründerin, die geht
Christian: Aber das ist ja, das ist das finde ich echt wirklich sehr, sehr faszinierend und es sind dann, war es da wieder Menschen, aber die geholfen haben oder war das dann allein bei euch oder gab es da weiter diese Begleitung, die gesagt hat, guck mal, weil das ja meistens, wenn man so, ich kenne es ja von mir selber, wenn man so Frust hat oder Angst, dann ist man nicht gerade Innovationsgott in dem Moment, ne? Sondern ist ja mehr meistens die Reaktion so eher so Freeze im Sinne von, oh Gott, was mache ich jetzt? Ja. Und dann braucht man meistens Leute, so so... das kann aus dem Umfeld sein, es muss gar nicht aus der Branche, die haben wieder mal rausziehen, ist es, habt ihr euch da gegenseitig dann oder was was ist da passiert oder oder wart ihr schon ein bisschen resilient, weil es schon mehrere so Momente gab, wo du auch mal vielleicht gesagt hast, oh, jetzt sind wir aber so, etwas geht es richtig nach vorne oder
Julia: Ja. Ja, es gibt ja ähm sozusagen unterschiedliche Stress Responses. Es gibt ja die einen, die freeze, es gibt die anderen, die gehen ins Opfer und dann gibt's gibt's die, die in Angriff gehen. Und meine meine natürliche Stress Response ist Fight. Ja. Ähm ja.
Christian: und woher woher kommt, ich kenne nicht viele, die die Kampfsport machen oder sowas. Und nicht jetzt Fight im negativen Sinne, sondern das Aushalten, das auch Blickkontakt und so, ist das einfach deine Natur, dein Wesen?
Julia: Ähm, ich denke, ja, ich überlege gerade. Kampfsport mache ich keine, ich tanze Flamenco, weiß ich nicht, ob das zählt.
Christian: Das ist voll Kontakt, ja, das ist Tanz ist der einzige Sport, wo man wirklich wirklich zusammen macht, oder?
Julia: Ja, ja, kommt auf den Tanzstoff an. Flamenco ist tatsächlich gar nicht so zusammen, aber
Christian: Okay, das ist jetzt wieder ein bisschen, dass ich mich aus dem Fenster lehne. Aber ich meine, wenn man beobachtet, beim Tennis zusammen, aber man spielt ja nicht zusammen und beim Tanzen ist es meistens, wenn man... Ja. Und man muss sich brutal aufeinander einlassen. Total. Und man wird geführt und muss führen und und und da ist ja alles drin. Ja.
Julia: Deswegen wundert es mich gerade, die einzige Situation, in der ich mich führen lasse, ist, wenn ich Tango tanze.
Christian: Is dat zo? Sonst nicht.
Julia: Finnegans
Christian: echt kein kein guter Foto
Julia: Im Tanzen bin ich gut.
Christian: Im Geschäft bist du eher die, die dann sagt, links, rechts.
Julia: Schon gerne, aber aber sozusagen zurück vielleicht noch mal auf deine Frage, was was mir da geholfen hat, das andere war auf jeden Fall, dass wir halt als Gründerinnen zu zweit waren. Und es gab immer wieder Situationen, wo ich irgendwie gesagt habe, um Gottes Willen, das kann jetzt wohl nicht wahr sein, das passiert jetzt nicht gerade. Und dann hat mich Anna hochgezogen und dann gab es einen anderen Moment, wo sie irgendwie verzweifelt war und dann habe ich sie hochgezogen. und so
Christian: Also ihr habt euch immer geholfen, auch so unterschiedliche Rollen hast du vorher so, wo du noch nicht gesagt hast, welche, aber ihr habt unterschiedliche Rollen im Unternehmen. Ja, genau. Ja, ja. Gab es den Moment auch dort, was man oftmals bei so Gründungsduos oder sieht, wo einer doch, ich bin doch ein bisschen schlauer als du und müsstest eigentlich mehr haben. Gab es so Momente auch, Reibereien, also wenn du sprechen wir überhaupt, weil es ja auch was man oft sieht auf gewissen Phasen oder er läuft was nicht und dann beim Bereich beim anderen, dann ist ja auch eine durchaus menschliche Reaktion, das muss man jetzt aber so machen oder oder reinquatschen, gar nicht boshaft, sondern weil es dann so, weil es weil man denkt, so können wir nicht weitergehen.
Julia: Ja, ich würde sagen, unsere größte Herausforderung war eigentlich eine andere, und zwar, dass nach ein paar Jahren, ähm, Anna, also meine Mitgründerin festgestellt hat, puh, irgendwie gibt mir das hier nicht mehr so viel Energie wie davor und irgendwie bin ich nicht mehr so happy wie auch schon. Und dann einfach festgestellt hat, dass sie total das genießt und auch wahnsinnig stark ist in dieser Gründungsphase und von null auf eins gehen, aber als es dann darum ging zu skalieren, ein sehr sozusagen professionelles, erfahrenes Executive Team aufzubauen.
Christian: vom vom Gestalter zum Manager
Julia: Genau, das, da hat sie sich irgendwie nicht mehr, da war sie nicht mehr in ihrer Energie und hat dann auch die Entscheidung getroffen, dass sie operativ rausgehen möchte, wofür ich größten Respekt habe, weil du baust irgendwie dein eigenes Baby auf und machst es sozusagen so groß, bis es eigentlich für dich kein guter Ort mehr irgendwie ist. Ist ja kurios.
Christian: Yeah, Sean Gale. Oder denkt man hier, je nachdem, ist er nicht korrosiv und setzt sich nicht gemacht, also, aber je nach, ja, ja, ja, ja.
Julia: Aber schon sehr herausfordernd für einen selber.
Christian: Ja, klar.
Julia: und für mich war es genau andersrum. Ich habe fand das ganz toll, dass ich die Chance habe, ähm von der Gründerin, die irgendwie selber die Pakete packt und die Buchhaltung macht und solche äh äh Sachen genau, mich zur professionellen CEO entwickeln zu können und genau diese Reise machen zu können und so ähm das mussten wir sozusagen erstmal auseinander dividieren, wie wie wir das eigentlich neu aufstellen.
Zwei Fusionen und die Frage nach der Kultur
Christian: und dann habt ihr ja auch ähm Krisenjahre gehabt, auch Corona und so weiter, aber ihr hattet ja auch dann Fusionen sozusagen, Zukäufe. Kannst du da mal sagen, wie das dann ist, weil da kommt ja noch mal eine andere Dimension an die meisten rein. Klar ist es eine valide Strategie auch durch M&A zu wachsen und so weiter, aber man holt sich auch immer wahnsinnig viel Kulturthemen rein, handelnde Personen, Wünsche, das alles was so reinkommt. Wie wie war das da bei euch oder bei dir? Ja, die hat die dann zu dem Zeitpunkt.
Julia: Also, ähm, das waren immer mit die aufregendsten Zeiten und ähm so einen Deal überhaupt hinzukriegen ist ein echtes Kunstwerk ehrlich gesagt, weil du musst ja auf beiden Seiten müssen alle wollen. Richtig. Äh und das vom Timing hinzukriegen ist alles andere als einfach. Und wir haben dann es geschafft in 2019 einmal den deutschsprachigen Markt zu konsolidieren. Da haben wir Outfitree und Modomoto, hieß die Firma damals, ähm gemerged. Und haben jetzt vor einem Jahr die zwei größten in Europa fusioniert, nämlich Outfitree und Lukero aus Spanien. Ja. und ähm was da die größte Herausforderung ist, ist klar das Thema Kultur. Ja. Also auch da wurden wir immer gewarnt und dann haben Leute gesagt, um Gottes willen, seid ihr euch sicher, dass ihr das machen wollt? 50 % der Merger ähm kollabieren danach, weil die kulturelle Integration nicht funktioniert. ähm und das ist auch absolut herausfordernd, aber ich glaube ähm dass das Wichtigste war für uns in beiden Fällen einfach vorher auch uns, also wir haben uns da jeweils in den Gründer-Teams über Jahre kennengelernt und auch abgeklopft, haben wir die gleichen, nicht die gleiche Kultur, das das ist komplett unrealistisch, aber die gleichen Grundprinzipien, an die wir glauben und auf die wir unsere jeweilige Kultur aufgebaut haben und dann zu vergleichen, wo glauben wir sind die Unterschiede und da auch besonders drauf zu gucken.
Christian: Okay, aber es war ein ganz ganz langer Prozess, eigentlich, weil ihr beide die sehr lange kanntet und auch die Unternehmung und die Handelnden Menschen dahinter. Weil sonst würde ich auch sagen, das ist sehr erstaunlich, weil normalerweise ist es tatsächlich, also kennt man auch in kleineren, das äh dann gibt's dann die tollen Wörter wie Post-Merger, äh bla bla, aber ich denke, ja, das ist äh dann vielleicht ein bisschen spät, weil dann ist schon die, da scheitert schon oft oder weil es bewusst separat halt laufen, genau die Two-X-Modelle, die sagen, ich lasse es einfach. Aber jetzt wirklich zusammengeführt.
Julia: Genau, wir haben es in beiden Fällen wirklich komplett integriert und haben eben nach dem ersten Deal auch gemerkt, dass das in unserem Modell sehr gut funktioniert und man darüber auch sehr gut wachsen kann und dementsprechend eben jetzt auch Lookyround und Outfitree fusioniert.
Warum der Mensch der Vorteil bleibt
Christian: und was wird bei etwas davor gesagt, so schön, KI selber durch einen riesen Einfluss, viele Firmen gehen voll auf KI, aber euer euer Special und wird es so bleiben aus deiner Sicht in Zukunft noch, ist es macht das Outfit noch mal aus, dass es eher vielleicht sogar mehr mehr so Stylisten sind und die Prozesse hinten dran vielleicht noch, sagen wir mal, ähm noch besser effizienter werden durch KI, aber genau diese Core- Leistung, für die er steht, sogar menschlich noch mehr addiert wird. Ist das könnte das ein Modell sein für Outfittery?
Julia: Ich glaube absolut daran, dass in der Welt, in der wir als Menschen von Agenten und KIs umgeben sind, dass da ein ganz großes Bedürfnis besteht nach echter menschlicher Verbindung. Und das können wir auch heute schon sehen, dass es diesen diese Gegentrends gibt. Also Menschen geben mehr für Erlebnisse und Urlaube aus. ähm sie identifizieren sich total mit ihrem Sport. Ähm all all diese Sachen sind ein Gegen Trend aus meiner Sicht zu dieser ja Abkopplung vom Menschlichen und dementsprechend glaube ich äh dass das absolut uns eine große Stärke gibt und auch in Zukunft äh absolut Teil unseres Services bleiben wird.
Christian: Wäre das das, wo du auch anderen mitgeben würdest, guck auf so Beziehungen, also Beziehung ist ja ein großes Feld, nicht nur zwischen Menschen. Ehrlicherweise auch, wenn die Beziehung zwischen Daten nicht klappt, bringt mir da KI auch nicht so wahnsinnig viel, ist ja sehr sehr breit. Aber würdest du sagen, ist das ist das was, wo du sagst, ja in meiner Branche schon oder ist das auch in anderen was, wo du auch aufgefallen ist, guck genau dorthin, wo eher Maschine ganz bewusst und auch unbedingt vielleicht. Ja. Ja. Ich glaube, das gilt ehrlicherweise für... Ja. und in anderen Bereichen sagt, guck da besser mal, ob es ob es doch der Faktor Mensch genau der Wettbewerbsvorteil sein kann, den jetzt vielleicht andere so überautomatisieren oder so.
Julia: Genau und du sagst genau den aus meiner Sicht wichtigen Punkt. Alle sind gerade darauf fokussiert, Menschen zu ersetzen. Und genau in dieser Situation können Menschen die Stärke sein, weil das eben was Besonderes ist und das ja durch AI und sozusagen AI auf Effizienz zu setzen, setzt du ja auch viele Kapazitäten frei. Und bei unseren Cellisten z.B. bedeutet es, umso besser die AI wird in der Auswahl, desto mehr Freiheit haben die, sich auf ihre Kreativität zu fokussieren und wirklich in die Interaktion mit den Kundinnen und Kunden zu gehen. und das macht ehrlicherweise den Job auch spannender, ähm aber ermöglicht es uns auch ganz neue Services für unsere Kunden anzubieten.
Christian: Ja, klar. Und es ist ähnlich erleben wir es übrigens auch, dass dass man, also wir nennen es immer die Beziehungsmacher und Berater, so heißt es bei uns, aber weil wir auch sagen, Menschen werden weiter interagieren, die werden es auch tun wollen, aber es gibt natürlich auch viel Prozess, muss man auch ehrlich sein, eigentlich will die auch keiner machen, also was wir machen, keiner will der Buchhalter machen, also umso mehr wird es automatisieren können.
Julia: Die Fleißarbeit, da fehlt mir gerade
Über 60 Millionen Kapital und 7 Prozent Investorinnen
Christian: genau, damit wieder völliger neuer Raum entsteht oder in ja oder vielleicht können wir vorstellen, gerade bei Outfittery, wenn dann schon eine gewisse Grundlogik mitkommt zum Stylisten und ich sage, da ist eigentlich der Stylist der der bessere, weil es in diese Richtung, da kann man ja was ganz unheimlich bessermachen. Genau, das ist auch ein Agent übrigens, der aussucht, wer der beste Stylist ist für dich. Ja, genau, das würde ich jetzt erwarten, also wie bei der Side, aber dass man in diese Richtung denkt. Äh und dann wird man ja wieder skalieren das sogar und dann ist es plötzlich ein super geiles Modell. Mega spannend. Also das ist eine Wahnsinnsreise. Vielleicht eine Frage noch, weil weil es viele auch mal treibt gerade am Anfang, ne, als wir gestartet sind, noch mal einmal noch mal zurück. Wie war das bei euch mit dem Thema Kapitalbeschaffung? Hattet ihr gebraucht? War das einfach? Äh kannst du da noch ein, zwei Sätzchen verlieren, weil ich glaube, das viele... Es geht nicht mehr gleich um dieses Exit und das Riesending, aber wie wie wie wie wie leicht oder schwer kamt ihr an Investoren am Anfang? Was hattet ihr denn da gebraucht an Summen, sofern du das sagen magst?
Julia: Ja, also wir haben insgesamt über 60 Millionen äh eingesammelt an Einkapital für Outfitory. Und ähm wir haben auf jeden Fall von Anfang an Kapital gebraucht, weil, also erstens mal haben Anna und ich zwei Jahre gearbeitet. Kannst du dir vorstellen, wie viel Geld wir zurückgelegt haben? Also, äh, da konnten wir nicht so viel beisteuern. Und ähm, es war natürlich und ist ein sehr kapitalintensives Modell, weil du ja eben Lager hast und in Marketing sehr stark investierst und so weiter. Und dementsprechend haben wir eigentlich in den ersten Jahren jedes Jahr ähm eine signifikante Finanzierungsrunde gemacht und konnten da auch tolle Investoren für uns gewinnen. Und es ist aber natürlich als Gründer immer so eine existenzielle Erfahrung, so eine Finanzierungsrunde, weil du weißt halt, das muss jetzt schon wirklich klappen, weil sonst äh
Christian: Ist vielleicht auch vorbei. wie so ein Zeichen, aber auch in Kleinen, ne? Absolut auch auch eine Bäckerei, die sagt, ich brauche es fürs nächste Erweiterung meines Betriebs einen neuen Ofen oder was weiß ich was. Wo dann vielleicht in einer Verein nur zehn, aber die müssen halt auch, wenn die nicht kommen, kann ich habe ich vielleicht tolle Kunden und alles, kann es aber gar nicht darstellen und das ist etwas, wo wir als Nebentouristik sehr viel hören, dass das ein Thema ist. Ja. Äh leider Gottes noch stärker sogar äh in der Welt von Frauen, die gründen. Mhm. Da ist dann besonders bescheiden.
Julia: Äh, ja, genau, das liegt auch daran, dass es gibt irgendwie leider nur ungefähr 20 % Gründerinnen, aber bei den Investoren, also bei den Venture Capital Investoren ist es noch weniger, das sind nur 7 %. Äh und das macht's natürlich nicht einfacher. Ja. Wir hatten jetzt ehrlicherweise, glaube ich, den Vorteil im Rückblick, dass wir einen Service für Männer angeboten haben.
Christian: Ja, ja, das hatte ich jetzt vorher schon mal auf dem Bildschirm.
Julia: und dementsprechend konnten dreiundneunzig Prozent unserer gegenüber ganz gut nachvollziehen, was was das helfen soll.
Christian: Mega Der Zeit tritt immer, die rennt immer gegen einen bisschen, so das ist super spannend. Ich dachte, da waren wahnsinnig viele Impulse gerade drin und ich hoffe auch, dass ganz viele sagen, hey, was Julia da gemacht hat, was sie getrieben hat, auch wie ihr zusammengearbeitet habt, auch die Struktur streckt man durch, das das kann ich vielleicht auch so ein bisschen starten. Muss ja nicht gleich das nächste Talando werden, aber überhaupt darum geht's ja, dass man auch wieder starten und mehr Selbstständige und auch bitte auch mehr, man muss immer sagen, auch mehr Frauen, ich glaube 39 % insgesamt gerade, aber das ist viel viel zu wenig und vielleicht auch die Kapitalmarken, dass man ein bisschen mehr da noch auch guckt. Meistens sind es durchaus die besseren, gerade was Zahlen angeht und Realitäten. Ich habe so eine instinktive Frage ganz zum Schluss, äh und zwar frage ich immer sehr gerne, wenn und ihr seid ja alle so Kandidaten, ich habe oft welche, da sage ich, über euch wird ja garantiert mal irgendeine Doku oder Film gemacht mit so einer Story. Vielleicht ist schon was passiert in Richtung oder gerade?
Julia: Deshalb habe ich gerade so geguckt, weil in den schwersten Momenten, wo irgendwo so ein ganz bescheuertes Risiko einfach mal knallt und du mit einer Herausforderung konfrontiert bist, wo du denkst, oh nee, das passiert jetzt nicht gerade. Mein letzter Rettungsangriff ist immer, dass ich mir denke, irgendwann mal schreibe ich ein Buch über diese Reise und dann wird das das spannendste Kapitel. Sozusagen mein psychologischer Hack.
Christian: Isso Wenn die Gesamtreise, glaube ich, auch erfolgreich war. Also, wir reden zu schnell über Fails. Die, die sind da, die können wir nicht verhindern, aber wir suchen die ja nicht. Wir versuchen schnell zu lernen, wie ich da wieder weiterkomme und dann ist es natürlich spannend, wie man eine Volkswirtschaftsunternehmen aufgebaut hat. Und wie würde ein Film, wie wäre denn der Titel von dem Film über die Julia oder oder wie suchst du dir aus, über Out oder über euch, wo du sagst, genau das ist eigentlich das Why sozusagen. Bringst du da wunderbar auf den Punkt.
Julia: Ähm, ich würde sagen Impossible Possible.
Christian: Impossible, also das Unmögliche möglich machen. Das passt natürlich, hast ja schon am Anfang eigentlich gesagt, dass du es nur auf Englisch jetzt gesagt hast. Super schön. Ganz ganz vielen Dank, dass du hier im Podcast warst, im Tellyos Toy Podcast.
Julia: Hat Spaß gemacht.
Christian: hat mir auch mega Spaß gemacht, da waren waren wahnsinnig viel drin und immer so spannend diese verschiedenen Geschichten, also wie ich mich inspiriere, das auch mal völlig. Das macht wahnsinnig Spaß dazu zuzuhören. Äh und jedes so unique ist. Weil es gibt davon vier Millionen da draußen. Es ist ja so viele Selbstständige Hammer in Deutschland, die kleinen und kleiner nehmen. Alle kriegen wir nicht erzählt, aber solche tollen Vorbilder, die die müssen aus genau diesen Perspektiven erzählen, das finden wir zumindest oder ich persönlich. Also vielen Dank, dass du da offen warst und erzählt hast. Vielen Dank dafür.
Julia: Sehr gerne.
Christian: Wir würden jetzt noch kurz, bevor wir in Floß sozusagen