Weißer Pfeil nach rechts
Christian Steiger und Benedikt Böckenförde

So gelingt ihm der Aufbau eines erfolgreichen digitalen Medienhauses

Benedikt Böckenförde erzählt, wie er mit Visual Statements begann, T-Shirts bedruckte und schließlich das Unternehmen VS Mediahouse gründete – ein Social Media-Imperium, das monatlich über 20 Millionen Menschen erreicht.

zur Person

Benedikt Böckenförde

Benedikt Böckenförde, Jahrgang 1981, ist in Freiburg geboren und groß geworden. Er studierte in Freiburg (bis 2008) und sammelte während des Studiums seine ersten redaktionellen Erfahrungen, unter anderem für eine Frauenzeitschrift mit 200.000 Leserinnen im Monat. Nach dem Studium arbeitete er in Marketing und Kommunikation bei Burda, Hubert Burda Media, der Bauer Media Group und Gruner + Jahr. 2011 gründete er aus der Praxis seines Vaters in der Freiburger Salzstraße heraus die Facebook-Seite Visual Statements und veröffentlichte kuratierte Sprüche und kurze, emotionale Geschichten – daraus wurde über Postkarten, Amazon-Vertrieb und Eigenmarken das heutige VS Mediahouse mit über 20 Millionen erreichten Menschen pro Monat, einer eigenen Academy und der berühmten Döner-Copter-Story.

Kurz gefasst

Benedikt Böckenförde

Im Überblick

  • Erst nach rund vier Jahren machte er aus der Reichweite ein Geschäft: zuerst mit bedruckten T-Shirts, dann mit höher-margigen Printprodukten wie Postkarten.
  • Über den stationären Handel verkauft Visual Statements heute rund drei Millionen Postkarten pro Jahr; der Vorsprung ist das Wissen, welche Sprüche und Themen funktionieren.
  • 2017 stieg das Unternehmen in die Mediavermarktung ein und vermarktete die Reichweite seiner Marken über native Kampagnen für Unternehmen.
  • Heute ist das stärkste Wachstumsfeld die vollumfängliche Agentur- und Beratungsleistung, ergänzt um eine Academy, die zugleich als Akquise-Kanal dient.
  • Das eigenfinanzierte Medienhaus erreicht mit über 100 Content-Pieces pro Tag monatlich mehr als 20 Millionen Menschen und hat rund 50 Mitarbeitende.

Benedikt Böckenförde ist Gründer und Geschäftsführer von Visual Statements aus Freiburg, das heute auch als VS Mediahouse auftritt. Seine Leidenschaft fürs Publishing entdeckte er während des Studiums und in Stationen bei großen Medienverlagen wie Burda, Bauer und Gruner + Jahr.

Im Gespräch mit Christian Steiger erzählt er, wie aus einer privaten Sammlung von Sprüchen ein eigenfinanziertes Medienhaus mit rund 50 Mitarbeitenden wurde, und warum er sein Geschäftsmodell immer wieder neu erfunden hat.

Aus Leidenschaft fürs Publishing

2011 gründete Böckenförde die Facebook-Seite Visual Statements und veröffentlichte dort eine kuratierte Auswahl an Sprüchen und kurzen, emotionalen Geschichten. Sein Antrieb war, Menschen zu unterhalten und zu inspirieren, nicht ein Businessplan. Als die Seite mehrere Millionen Menschen erreichte und Nutzer nach mehr verlangten, war klar, dass daraus mehr werden konnte.

Wir wollen Menschen inspirieren.

Das erste Geschäftsmodell: T-Shirts und Postkarten

Aus seiner Verlagszeit wusste Böckenförde, dass sich Reichweite monetarisieren lässt. Ende 2013 ließ er einen E-Commerce-Shop bauen und bedruckte die beliebtesten Sprüche auf T-Shirts. Der erste Verkauf gelang über Facebook, danach folgten höher-margige Printprodukte wie Postkarten, mit denen das Unternehmen auf dem Amazon-Marktplatz Millionenumsätze erzielte.

In den Handel mit drei Millionen Postkarten

2017 brachte Visual Statements seine Postkarten in den stationären Handel, beginnend mit einem einzelnen Kartenständer in einer Freiburger Buchhandlung. Weil das Unternehmen genau wusste, welche Sprüche und Themen funktionieren, drehten sich die Karten schneller als die etablierter Wettbewerber. Heute verkauft Visual Statements rund drei Millionen Postkarten pro Jahr im Einzelhandel.

Von der Mediavermarktung zur Beratung

Ebenfalls 2017 wurde das Unternehmen durch Facebooks Branded-Content-Werkzeug zu einem der größten Reichweiten-Vermarkter und produzierte native Kampagnen für Marken wie Mastercard. Daraus entwickelte sich das heute stärkste Feld: vollumfängliche Agentur- und Beratungsleistung rund um soziale Netzwerke. Eine eigene Academy gibt das Wissen offen weiter und ist zugleich zum wichtigsten Akquise-Kanal geworden.

Immer wieder neu erfinden

Böckenförde beschreibt sich als sauschnell gelangweilt und immer auf der Suche nach dem nächsten Schritt. Das eigenfinanzierte Unternehmen musste stets nah am Markt sein und Geld verdienen, statt auf Investorenkapital zu setzen. Sein Leitsatz: erst das Zelt bauen, dann die Stadt, also klein anfangen, testen und lernen, statt sofort etwas Großes zu planen.

Bau erst das Zelt und dann die Stadt.

Mehr zu Benedikt und Visual Statements findest du auf: www.visualstatements.net

Volltext-Transkript

Gesprächstranskript lesen

Benedikt Böckenförde
38
Min. Gesprächsdauer
Auf einen Blick

Hintergrundinfos zum Gast zusammengefasst

Wie ist Visual Statements entstanden?

Aus einer Facebook-Seite, auf der Böckenförde ab 2011 kuratierte Sprüche und kurze, emotionale Geschichten veröffentlichte. Als die Seite mehrere Millionen Menschen erreichte und Nutzer nach mehr fragten, wurde aus dem Hobby ein Geschäft.

Was war das erste Geschäftsmodell von Visual Statements?

Bedruckte T-Shirts mit den beliebtesten Sprüchen. Danach kamen höher-margige Printprodukte wie Postkarten, die unter anderem über den Amazon-Marktplatz und später im stationären Handel verkauft wurden.

Womit wächst das Unternehmen heute am stärksten?

Mit vollumfänglicher Agentur- und Beratungsleistung rund um soziale Netzwerke, ergänzt um eine Academy, die zugleich neue Kunden bringt. Davor war ab 2017 die Mediavermarktung der eigenen Reichweite zentral.

Was ist Böckenfördes wichtigster Rat an Gründer?

Erst das Zelt bauen, dann die Stadt: klein anfangen, testen und lernen, statt sofort etwas Großes zu planen. Und das Risiko eingehen, sich wirklich zu fokussieren und loszulegen.

Tell Your Story Podcast

Tell Your Story: Der Macher:innen Podcast

Streame den Podcast jetzt ganz bequem auf deiner Lieblingsplattform!
Cover Magazin TYS Ausgabe März 2024
Ausgabe
0
1
/
2024
Lust aufs Machen

Diese und weitere Gründungsgeschichten findest du in unserem Magazin "Tell Your Story".