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Christian Steiger und Benedikt Böckenförde

Vom Postkartenverkäufer zum Medienimperium

Benedikt Böckenförde erzählt, wie er mit Visual Statements begann, T-Shirts bedruckte und schließlich das Unternehmen VS Mediahouse gründete – ein Social Media-Imperium, das monatlich über 20 Millionen Menschen erreicht.

Kurz gefasst
Das nimmst du von
Benedikt Böckenförde
mit
  • Reichweite ist noch kein Geschäft. Zwei Jahre lang war Visual Statements nur eine Facebook-Seite. Erst Ende 2013 druckte Ben die besten Sprüche auf T-Shirts und steckte 25.000 Euro Erspartes in einen eigenen Shop. Passiert ist zuerst nichts.
  • Deine Kunden zeigen dir, was funktioniert. Likes und Kommentare zeigten, welche Sprüche ziehen. Genau dieses Wissen war der Vorsprung, als die Postkarten in den Handel kamen und sich schneller drehten als die der Wettbewerber.
  • Bau erst das Zelt und dann die Stadt. Ben startete mit zwei bei eBay gekauften Kartenständern, die er in der Straßenbahn zu einer Freiburger Buchhandlung fuhr.
  • Wer sein Wissen teilt, gewinnt Kunden. Viele fragten, ob die Academy nicht verrät, wie das Team arbeitet. Sie ist heute einer der wichtigsten Wege, über die neue Kunden kommen.

Benedikt Böckenförde ist Gründer und Geschäftsführer von Visual Statements aus Freiburg, das heute auch als VS Mediahouse auftritt. Seine Leidenschaft fürs Publishing entdeckte er während des Studiums und in Stationen bei großen Medienverlagen wie Burda, Bauer und Gruner + Jahr.

Im Gespräch mit Christian Steiger erzählt er, wie aus einer privaten Sammlung von Sprüchen ein eigenfinanziertes Medienhaus mit rund 50 Mitarbeitenden wurde, und warum er sein Geschäftsmodell immer wieder neu erfunden hat.

Aus Leidenschaft fürs Publishing

2011 gründete Böckenförde die Facebook-Seite Visual Statements und veröffentlichte dort eine kuratierte Auswahl an Sprüchen und kurzen, emotionalen Geschichten. Sein Antrieb war, Menschen zu unterhalten und zu inspirieren, nicht ein Businessplan. Als die Seite mehrere Millionen Menschen erreichte und Nutzer nach mehr verlangten, war klar, dass daraus mehr werden konnte.

Wir wollen Menschen inspirieren.

Das erste Geschäftsmodell: T-Shirts und Postkarten

Aus seiner Verlagszeit wusste Böckenförde, dass sich Reichweite monetarisieren lässt. Ende 2013 ließ er einen E-Commerce-Shop bauen und bedruckte die beliebtesten Sprüche auf T-Shirts. Der erste Verkauf gelang über Facebook, danach folgten höher-margige Printprodukte wie Postkarten, mit denen das Unternehmen auf dem Amazon-Marktplatz Millionenumsätze erzielte.

In den Handel mit drei Millionen Postkarten

2017 brachte Visual Statements seine Postkarten in den stationären Handel, beginnend mit einem einzelnen Kartenständer in einer Freiburger Buchhandlung. Weil das Unternehmen genau wusste, welche Sprüche und Themen funktionieren, drehten sich die Karten schneller als die etablierter Wettbewerber. Heute verkauft Visual Statements rund drei Millionen Postkarten pro Jahr im Einzelhandel.

Von der Mediavermarktung zur Beratung

Ebenfalls 2017 wurde das Unternehmen durch Facebooks Branded-Content-Werkzeug zu einem der größten Reichweiten-Vermarkter und produzierte native Kampagnen für Marken wie Mastercard. Daraus entwickelte sich das heute stärkste Feld: vollumfängliche Agentur- und Beratungsleistung rund um soziale Netzwerke. Eine eigene Academy gibt das Wissen offen weiter und ist zugleich zum wichtigsten Akquise-Kanal geworden.

Immer wieder neu erfinden

Böckenförde beschreibt sich als sauschnell gelangweilt und immer auf der Suche nach dem nächsten Schritt. Das eigenfinanzierte Unternehmen musste stets nah am Markt sein und Geld verdienen, statt auf Investorenkapital zu setzen. Sein Leitsatz: erst das Zelt bauen, dann die Stadt, also klein anfangen, testen und lernen, statt sofort etwas Großes zu planen.

Bau erst das Zelt und dann die Stadt.

Mehr zu Benedikt und Visual Statements findest du auf: www.visualstatements.net

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Benedikt Böckenförde
38
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Cover Magazin TYS Ausgabe März 2024
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Auf einen Blick
Häufige Fragen zu
Benedikt Böckenförde
Wie ist Visual Statements entstanden?

Aus einer Facebook-Seite, auf der Böckenförde ab 2011 kuratierte Sprüche und kurze, emotionale Geschichten veröffentlichte. Als die Seite mehrere Millionen Menschen erreichte und Nutzer nach mehr fragten, wurde aus dem Hobby ein Geschäft.

Was war das erste Geschäftsmodell von Visual Statements?

Bedruckte T-Shirts mit den beliebtesten Sprüchen. Danach kamen höher-margige Printprodukte wie Postkarten, die unter anderem über den Amazon-Marktplatz und später im stationären Handel verkauft wurden.

Womit wächst das Unternehmen heute am stärksten?

Mit vollumfänglicher Agentur- und Beratungsleistung rund um soziale Netzwerke, ergänzt um eine Academy, die zugleich neue Kunden bringt. Davor war ab 2017 die Mediavermarktung der eigenen Reichweite zentral.

Was ist Böckenfördes wichtigster Rat an Gründer?

Erst das Zelt bauen, dann die Stadt: klein anfangen, testen und lernen, statt sofort etwas Großes zu planen. Und das Risiko eingehen, sich wirklich zu fokussieren und loszulegen.

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