Espresso, Freiburg und ein paar schnelle Entscheidungen
Christian: Herzlich willkommen im Tell Your Story Podcast, dem Podcast für Macher und Macherinnen. Im April 2020 hat mein heutiger Gast sein erstes Video auf TikTok hochgeladen. Wenn wir gleich rausgehen, ob es vielleicht aus Langeweile war oder weil es eine Wette war mit einem Freund oder was eigentlich dazu getriggert hat. Inzwischen kann man sagen, kennt ihn eigentlich jeder in Deutschland, wage ich es mal so zu sagen. Es ist der liebe Steuerfabi. Ich freue mich heute ganz besonders aufs Gespräch, weil uns auch wahnsinnig viel verbindet. Erstens kennen wir uns selber schon einige Jahre und nicht nur beruflich, wir kommen beide aus Freiburg, sind beide auch unserer Heimat hier wirklich sehr verbunden, auch wenn man dich natürlich noch aus vielen breiteren Wegen kennt.
Christian: Ich glaube, Lexware ist auch ein bisschen bekannt, aber Fabi hat's schon geschafft, wirklich in der Breite anzukommen. Und das Spannende ist, wir haben uns eigentlich beiden Thema ausgesucht, das auf den ersten Blick schon eher, würde ich mal sagen, mäßig spannend ist. Bei mir ist das ganze Thema Rechnungen, Buchhaltung und so tolle Sachen. Und bei Fabi ist es bekannterweise Steuern. Also super schön, dass du da bist, lieber Fabi, ich freue mich tierisch auf das Gespräch mit dir heute.
Fabian: Freue mich auch, vielen Dank für die Einladung.
Christian: Super. Wir starten den Podcast immer mit einem kleinen Wortpaar. Da kann man auch nicht falsch liegen, also ganz entspannt. Ist dann sowas wie Kaffee oder Tee. Das weiß ich jetzt natürlich nicht, weil was man sich natürlich auch kennt, ist der Espresso.
Christian: Aber starten wir mal wieder so rum mit der ersten Frage: Siebträgermaschine oder Kapselautomat?
Fabian: Siebträgermaschine.
Christian: Und die muss ich jetzt machen? Freiburg oder Berlin?
Fabian: Freiburg.
Christian: Steuern senken oder Steuern erhöhen?
Fabian: Steuern senken.
Christian: Spontan oder durchgeplant.
Fabian: Durchgeplant.
Christian: Würde ich sofort bestätigen, im positiven Sinne. Solo-Unternehmer oder Teamarbeit.
Fabian: Solo-Unternehmer, meine ich, mal Teamarbeit.
Christian: Lindner oder Merz?
Fabian: Kommt drauf an, für was.
Christian: Buch schreiben oder Video drehen.
Fabian: Mmm, da würde ich beides sagen.
Christian: Fair enough.
Wie ein einziges TikTok-Video alles verändert hat
Christian: Ich würde mich freuen, wenn ihr den Tell Your Story Podcast auch abonniert und vielleicht auch einen Kommentar hinterlasst und gerne mal nennt, was ihr hier gerne noch sehen würdet oder auch Fragen habt, immer gerne. Wir starten hier immer mit dem Why, was treibt überhaupt jemanden an? Jetzt zum Beispiel bei Lexware, uns treibt an, Unternehmertum einfach machen. Es ist gar nicht dieses ganze, diese spannenden Themen wie Buchhaltung, Steuern und so weiter.
Christian: Und gerade bei dir ist halt super spannend, was treibt den Fabi eigentlich an, was ist denn dein Warum, vielleicht hast du dir schon mal Gedanken gemacht, also warum machst du was du tust, wie kam es dazu, dass du uns dann ein bisschen mal auf die Reise mitnimmst, weil ich hoffe, dass viele Zuhörer und Zuhörerinnen vielleicht auch sagen, hey, was der Fabi da macht, vielleicht kann ich da was von lernen oder auch so einen Weg gehen. Und das mal zu beschreiben, ein paar Momente kenne ich natürlich, aber vielleicht noch gar nicht so jeder. Aber wie ging das los, was wie kamst du überhaupt zum Thema Steuern, ohne jetzt gleich in die Influencer-Runde und so weiter. Was ist so ein bisschen dein Werdegang, gibt's da von Haus aus was beruflich und so weiter. Ja. Will ich auch mal dich ein bisschen fragen, was ist denn so dein Warum? Mhm. Das wäre mega spannend.
Fabian: Also Wirtschaft hat mich schon immer interessiert. Ich habe dann duales Studium bei der Bank gemacht und habe da auch gearbeitet. Danach habe ich in der Steuerkanzlei meines Vaters angefangen, habe da berufsbegleitend das Masterstudium hier an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg gemacht, betriebswirtschaftliche Steuerlehre. Und das Thema Bildung hat mich schon immer interessiert, bin dann später zur Haufe Gruppe gewechselt, war da Mitverantwortlicher für die größte Fachdatenbank für Steuerberater und Steuerberaterinnen. Und in dieser Umbruchphase, in der Corona-Phase, hat ein Kumpel von mir, der Philipp, gesagt, hey, du kannst doch gut Steuern erklären und das auch einfach rüberbringen.
Fabian: Mach doch mal ein TikTok-Video.
Fabian: Gesagt, TikTok, ist das ein Kopfgeräusch oder was ist das? Und dann hat er gemeint, nee, das ist eine Social-Media-App, die immer größer wird, und ich habe gesagt, du, ich bin gar nicht bei Social Media, während alle im Studium auch bei Instagram da irgendwas gepostet haben, habe ich das nie gemacht. Und dann hat er gemeint, komm, jetzt machst du mal ein Video. Hat er mich drei Tage lang durchgenervt, weil ich es nicht machen wollte. Dann habe ich gesagt, gut, Philipp, am 5. April 2020, ich mache jetzt mal ein Video, war gerade am Espresso trinken, wie so oft, ne.
Fabian: Und habe gesagt, komm, ich mache: Kann man Kaffee von der Steuer absetzen? Habe gedacht, das interessiert ja sowieso keinen. Und habe das dann hochgeladen, TikTok zugemacht und habe gedacht, na ja, gut, null Follower, was will passieren? Dann schreibt mir Philipp: „Du, das haben 50.000 Menschen gesehen.“ Das erste Video, und ich habe gesagt, das kann ja nicht sein. Guck in die App. Dann steht da 50k und ich sage, nee, das haben 50 Leute gesehen. Dann sagt Philipp: „Nee, das K steht für 1000“, und konnte es gar nicht begreifen, weil natürlich auch gar keine Ahnung von Social Media hatte. Hat Philipp gemeint, ja, du musst so weitermachen, und ich sage, ja gut, aber ich mache jetzt, mache ich jetzt weiter.
Fabian: Und dann habe ich halt gesagt, okay, jetzt mache ich mal weiter, bis halt jetzt irgendwie keine Aufrufzahlen mehr da sind, keine Follower dazu kommen. Ja, und das ist jetzt gut sechs Jahre her, ne?
Was er in der Bank und in der Kanzlei gelernt hat
Christian: Aber spannend, du hast gesagt, du hast erstmal bei deinem Papa quasi angefangen in dem ganzen Thema. War das schon was, wo dich Unternehmertum dann bewegt hat, oder war das eher so, ich mache da halt jetzt mal, weil es ganz nah liegt und vielleicht auch bequem ist, oder hast du da schon die ersten Impulse gehabt, weil, kommen wir gleich drauf, ist ja immer später passiert, dass er ins Unternehmerische geht. Ja. So Wurzeln oder wie muss man sich vorstellen?
Fabian: Also ich glaube, angefangen hat's in der Bank. Da war ich Gewerbekundenberater und habe dann Unternehmen und Unternehmerinnen betreut, eben klassisch Finanzierung, wenn jemand LKW oder eine Halle finanziert hat. Da war es natürlich schon, macht die Investition beispielsweise Sinn, sollte ich jetzt 100.000 € beispielsweise in die Hand nehmen, um dann vielleicht mehr zu erwirtschaften?
Christian: Aber aus Sicht der Bank dann. Eine Bank guckt ja anders wie bei der Unternehmer, die Unternehmerin.
Fabian: Bank, das ist richtig, wobei ich immer aus pro Unternehmer, Unternehmerin war. Ja, also es gibt da ein paar Beispiele hier auch aus der Region, vielleicht, wenn er irgendwann mal beispielsweise Sebastian Oswald hier aus der Region...
Fabian: Der wird wahrscheinlich sehr positiv drüber sprechen, weil ich immer auch mit dem Blick des Unternehmers, der Unternehmerin geguckt habe.
Christian: Weil ich aber die Ausnahme, ich frage es ganz offen, also es ist ja nicht das, was man, es ist null Bashing jetzt gegen, aber es ist ja nicht je nach Provision.
Fabian: Es ist schon so. Ja, es ist schon so, dass natürlich logischerweise die Bank auch schauen muss, macht das Kreditportfolio Sinn, was man da macht. Klar, Kreditausfallrisiken und so weiter, das muss gemanagt werden. Das ist auch völlig legitim und man sollte auch nicht jedem Unternehmer, jeder Unternehmerin alles finanzieren, das ist auch klar. Aber ich habe schon geguckt, dass es wirklich pro Kunde von der Bank ist. Ja, und nicht irgendwie dagegen, sondern miteinander, weil ich immer gedacht habe, wenn der Kunde erfolgreich ist von der Bank, so wird er vielleicht auch noch die nächste Finanzierung bei mir machen oder ein anderes Produkt abschließen.
Fabian: Und ich war damals im Vertrieb sehr gut, ja, auch weit überdurchschnittlich, aber nicht, weil ich den Leuten was aufs Auge gedrückt hab, sondern weil ich geguckt hab, was passt. Und dann sind die Leute eben gerne zu mir gekommen und haben dann halt vielleicht auch was anderes bei mir gekauft.
Christian: Was kommt jetzt?
Christian: Weil ich ja nicht seine, der eigentlich die Königsdisziplin finde ich, also nämlich aus der Kundenperspektive schauen, das sagt natürlich jeder. Ja. Aber man muss es ja wirklich tief verstehen und dann auch wirklich Lösungen zu bieten. Also immer aus diesem Antrieb, hast du das, habt ihr das gelernt, aber woher kommt das, weil das ist ja nicht, sagen tut es ja, ich kenne es ja auch, das ist wahnsinnig schwer, immer wieder sich zurückzubesinnen, was braucht eigentlich der Kunde, was braucht die Kundin und wie passt das in mein Lösungsportfolio und wie muss ich es ihm transportieren, was dir heute in der Social World finde ich ja exzellent passt, da kommen wir gleich drauf, aber wo kommt denn das her, ist das einfach so ein Talent oder hast du irgendwas von selber oder wann ging denn das los so?
Fabian: Ich glaube, das ist so eine tiefe Grundüberzeugung, dass wenn man Mehrwert für beide Seiten bringt, dass es immer das Beste ist. Weil alles andere, wenn jetzt nur, beispielsweise in dem Beispiel jetzt die Bank profitiert oder wenn nur der Kunde profitiert, dann ist es so ein kurzes Zusammenspiel. Ich glaube auch, wenn man Verhandlungen macht, ist es auch immer das Ansinnen des von einem selbst, dass man den meisten Mehrwert für beide Parteien schafft. Ich bin fest davon überzeugt, wenn beide am meisten profitieren, dann ist es für beide Seiten besser. Ja, und in der heutigen Welt wird oft mal geschaut, wie kann ich vielleicht für mich noch schnell einen Vorteil ziehen. Aber ich glaube, langfristig und für beide auch besser ist, wenn beide eben an einem Deal, beispielsweise in der Bank, an einem Kreditvertrag profitieren.
Christian: Und deswegen den anderen auch verstehen und nicht nur gucken, wie kriege ich jetzt den bestmöglichen Absicherungsvertrag rein, sondern wie, okay,
Fabian: Ja, und das ist in der Finanzbranche leider oft nicht der Fall. Ja, da guckt man, wo kann man eben schnelle Provision machen, aber die Leute aus der Finanzbranche, die ich kenne, die nachhaltig handeln und den Kunden in den Mittelpunkt stellen, das sind die, die langfristig erfolgreich sind und auch erfolgreicher als die anderen. Es kann natürlich monetär sein, dass man kurzfristig mehr Geld verdient, wenn man jetzt provisionsbasiert arbeitet, aber ich glaube, langfristig ist es immer besser, man stellt den Kunden in den Mittelpunkt, ja, man arbeitet am Produkt, an sich selbst und schafft den größtmöglichen Mehrwert.
Christian: Ja, finde ich super Anspruch. Wir haben den auch für uns immer in unseren Lösungen. Jetzt meine ich, ob es dann gut schlecht ist, kann auch nur der Kunde oder die Kundin bewerten. Am Ende zahlen die ja auch alles, wenn man so sagen möchte. Also, finde ich super stark. Ging das auch weiter bei deinem Vater dann, als du in der Steuerberaterkanzlei warst? Ist das ein ähnliches Konstrukt, ja, ne? Also, wir kennen das ja sehr gut. Wir haben auch bei uns ja sehr sehr viele Steuerkanzleien zusammenarbeiten mit ihren Mandanten an der Sprache.
Christian: Und oft ist ja so, dass gerade Steuerberater und Steuerberaterinnen extrem viel wissen ihre Mandanten, weil da wird alles aufgemacht sozusagen, vielleicht sogar viel stärker als das, was ein Bankberater, eine Beraterin weiß. Ist dort eine riesen Beziehung drinnen und tiefes Vertrauen und auch Zutrauen. Ja. Und ist es was, was du da auch weitergeführt hast, also in der Unterstützung, also zieht sich das durch? Ja. Und dann hast du da Beispiele, wo du sagst, ohne konkrete Zahlen, aber genau da, weil oftmals kennt man es auch, dass dann viel mehr erwartet als vielleicht manchmal auch dann gebracht wird.
Fabian: Ja, also ich habe immer geschaut, dass man es eben so gut wie möglich macht. Das eine ist natürlich das Thema Steuern, aber ich war beispielsweise auch vom Bundeswirtschaftsministerium akkreditierter go-digital-Berater und bin dann wirklich zu den Mandanten hin und habe beispielsweise die Buchhaltung digitalisiert. Gab es dann eine Förderung für die Mandanten und habe dann schon geguckt, wie kann es derjenige auch gut umsetzen. Weil es ist immer die eine Sache, was ist für mich richtig, aber es ist noch mal eine andere Sache, was ist vielleicht für einen Mandanten wichtig.
Fabian: Ich will da vielleicht trotzdem trotz aller Digitalisierung noch einen Teil auf Papier haben, weil irgendwie, keine Ahnung, die Lieferscheine halt papierhaft reinkommen oder was auch immer. Und ich habe immer schon geguckt, dass man sich in die andere Person hineinversetzt und nicht praktisch seinen eigenen Willen demjenigen aufzwingen will, weil man arbeitet dann mit Unternehmer, Unternehmerinnen, die vielleicht aus dem Handwerk kommen und ganz andere Baustellen haben. Ja. So. Und das ist glaube ich ganz wichtig, dass man sich in die Situation hineinversetzt, wie gucken die Menschen auf die Welt, wie sind die Probleme?
Fabian: Ja, und wenn ich jetzt auf einer Baustelle stehe, ist es vielleicht einfacher, man schreibt was mit Papier und heftet es dann ab, wie wenn ich jetzt ein iPad in der Sonne auf dem Dach habe. So, dann kann das alles schön digitalisiert sein, aber halt nicht zweckmäßig. Und es ist, glaube ich, immer wichtig im Leben, sich in die Augen des anderen zu versetzen, wenn man was macht.
Christian: Total. Das heißt auch Zusammenarbeit und das Zusammenhalten, beide Seiten eigentlich verstehen und dann versuchen, was Gutes hinzubringen und jeweils immer wahrscheinlich auch unterschiedlich erklären, je nach Wissensstand. Steuerberater haben ein ganz anderes Wissen in den Themen, Unternehmer hat aber seine Unternehmenstätigkeit, also das, was eigentlich liegt, was er machen will. Das kann auch nicht logischerweise jeder Finanzberater dann so gut vielleicht ja verstehen, weil ich meine gerade die Vielfalt für die Selbstständigen da draußen, so Klein- und Kleinstunternehmen, das ist, da hat man ja wirklich entsprechend alles dabei. Nach dem ganzen Thema dann Steuer, also wo du beim Papa da gearbeitet hast, war das auch die Zeit, wo du im Studium warst dann?
Fabian: Genau, ich habe parallel gearbeitet plus das Masterstudium fertig gemacht.
Der Sprung in die Selbstständigkeit ohne eine einzige Einnahme
Christian: Ist das auch was, was sich auszeichnet, weil ich kenne dich ja ganz gut, du bist ja schon krass diszipliniert, dass du immer noch was on top machst. Also gehst ja schon, du bist ja spontan, würde ja jemand sagen, der definitiv immer die extra Meile geht, die berühmte, was auch immer die dann sein mag, aber hat sich das, ist das Teil von Fabi, also schon immer, dass du sagst, ich mache vielleicht ein bisschen mehr, gehe noch konsequenter ran, wie es vielleicht das Umfeld macht?
Fabian: Ja, ob ich jetzt konsequenter bin als das Umfeld, das weiß ich nicht, aber ich gucke schon, ich glaube, was ich schon gucke, was macht mir Spaß. Ich meine, ich hätte jetzt natürlich auch da in Furtwangen im Schwarzwald mein Leben verbringen können, habe aber gemerkt, ich will eigentlich eher in Richtung ja Bildung, habe dann überlegt nach Masterstudium, was ich auch ganz gut abgeschlossen habe, dann noch eine Doktorarbeit zu machen. Bin dann zur Haufe Gruppe gewechselt. Jetzt muss man fairerweise sagen, jetzt nicht um das Maximale irgendwie an Geld zu verdienen, weil mich der Job interessiert hat, wie vermittle ich Wissen so, dass es halt jemand versteht, damit Zielgruppe Steuerberater, Steuerberaterinnen.
Fabian: Und da war es natürlich vielleicht auch eine Fügung, dass das erste TikTok-Video oder war der Startpunkt so durch die Decke ging und praktisch diese Erklärsachen, diese Sachen einfach zu erklären aus den Augen des anderen, was ich bei der Bank gemacht habe, in der Steuerkanzlei gemacht habe, dann bei der Haufe Gruppe gemacht habe für Steuerberater und Steuerberaterinnen, dann für jeden Steuerzahler, für jeden.
Christian: Das ist schon ein roter Faden, würde ich sagen, oder? Das ist, wenn also der dich anspricht oder dich beschreibt.
Fabian: Ist wahrscheinlich jetzt weiter durch, wahrscheinlich anders strukturieren können das Leben, was weiß ich, von der Bank dann irgendwie keine Ahnung ins Investment Banking, wobei die Zeiten vielleicht mit KI jetzt mittlerweile auch vorbei sind. So oder halt irgendwas anderes, halt Steuerkanzlei weiter verfolgen, aber ich habe immer das gemacht, wo ich gedacht habe, irgendwie das interessiert mich. Ja und habe nicht aufs Geld geschaut, auch als ich mich dann selbstständig gemacht habe. Ich weiß, als ich gekündigt habe, da war ja gar nicht klar, dass das überhaupt ansatzweise funktionieren kann.
Christian: Aber kam der dann im ersten Jahr auch ein Stück Mut, wo kam das dann her? Ist es, weil das aus irgendeinem Unternehmerkontext? Ist ja nicht das unbedingt ganz ganz typische, gerade, weiß ich nicht, hat dein Vater gesagt so, oh Mann, Sohn, mach doch jetzt erstmal hier die sichere Nummer, was musst du denn jetzt das oder was? Ist das ja schon das, was man... Ich meine, als
Fabian: Als wir dann gesagt haben, wir machen hier so mit TikTok und so weiter, selbstständig, haben natürlich 2020, 2021 alle natürlich sich an den Kopf gefasst, ja. So, heutzutage sieht es
Christian: Das ist klar, aber ich meine in der Corona-Zeit
Fabian: Corona-Zeit, und diese Creator Economy, das gab es damals noch nicht in der Form. Heutzutage, wenn irgendwie Umfragen siehst, wollen irgendwie ein Viertel der Abiturienten irgendwie Creator werden, aber das ist fast die Hälfte sogar. Ja, das war damals undenkbar. Also damals war auch noch nicht so klar, kann man damit wirklich Geld verdienen. Das ist heutzutage, siehst du da die Influencer überall rumhampeln und so. Oft auch mit Statussymbolen, ob das dann immer so gut ist, haben wir dahin gestellt, aber ja, als ich da gekündigt habe dann, das war dann 2021, da war nicht klar, dass man davon irgendwie die Miete zahlen kann oder die Krankenversicherung, die man da
Christian: Aber es ist schon was passiert, hat schon Einnahmen, hat schon
Fabian: Nee, da hatte ich noch gar nichts. Da hatte ich noch gar nichts. Also zum Zeitpunkt der Kündigung hatte ich noch keine Einnahmen.
Christian: Und wie kam es dann, ich meine, es ist ja ein Schritt zu sagen, okay, ich gehe jetzt aber all in, weil ich dran glaube, aber eigentlich sagst du gerade, wenn man jetzt zuhört, es gab noch keine Geschäftsfelder richtig etabliert draußen, man weiß gar nicht, wie der Werbemarkt oder Kooperationspartnermarkt. TikTok meine ich zu dem Zeitpunkt, was ganz neu war, hat noch kein Revenue-Modell gehabt, so wie YouTube, da hat man zumindestens in den Videos schon partizipieren können, wenn die gut gelaufen sind, aber gerade Instagram so, da war das glaube ich, meine ich zu dem Zeitpunkt noch nicht so. Also man musste ja Wege finden, neue Geschäftsfelder eigentlich erfinden, wo aber auch die Partner schon so weit sind, zu mitgehen, ne?
Christian: Also, das
Fabian: Ja, ich glaube, dass es viel Hoffnung war, dass es geklappt hat. Und ich hatte natürlich schon Anfragen beispielsweise fürs Buch. Es waren schon Werbeanfragen da, aber natürlich Thema Scheinselbstständigkeit, Thema Compliance, Wettbewerbsverbot während dem angestellten Dasein und so weiter. Da war es dann schon schwer. Ich meine, wenn irgendwie eine Anfrage für einen Vortrag kam und der war halt Dienstagmorgen, dann ist natürlich verständlicherweise, dass der Arbeitgeber nicht juhu schreit irgendwie, wenn ich dann am Dienstagmorgen in Berlin und nicht in Freiburg im Büro sitze.
Fabian: Und dann habe ich halt damals mit meinem Chef gesprochen und habe gesagt, hör zu, ich probiere das jetzt mal, ich meine, wir wissen alle, es ist ein bisschen hier verrückt. Und wurde da also von meinem Chef, der hat da glaube ich das schon gut gesehen, aber natürlich auch von anderen, die haben gedacht, ich bin vollkommen gaga, dass ich jetzt mich selbstständig mache mit irgendwelchen TikTok-Videos. Ja. Sei es jetzt im beruflichen Umfeld, aber auch im privaten Umfeld.
Christian: Aber der Philipp ja nicht, den hast du schon vorher erwähnt, weil der schon in den ganzen... Der war schon... Der war schon in Business ja unterwegs.
Fabian: War total früh drin, also mein Kumpel Philipp hat eine Influencer-Marketing-Agentur gegründet, mittlerweile auch verkauft, war so First Mover. Ja. Und der hat das schon gesehen, weil er natürlich auch andere Influencer zu der Zeit schon gesehen hat, die schon Geld verdient haben.
Christian: War das eine Hilfe dann auch, jemanden zu haben, so einer an meiner Seite, der mich nicht nur dazu gebracht hat, sondern auch sagt, guck mal, da ist schon was zu holen, ob es klappt, weiß ich nicht, aber es ist nicht so ganz ins Leere.
Fabian: Es war zumindest eine Person, die das Geschäftsmodell verstanden hat, weil es war schon noch mal was anderes. Heutzutage ist es irgendwie klar, du kannst als Influencer Werbekooperationen machen, du kannst eigene Produkte machen, du kannst Bücher schreiben und so weiter und so fort. Aber es war schon noch mal eine andere Zeit, vor oder Anfang Corona, ja, wo dann viele nicht wussten, kannst du damit wirklich halt einen Lebensunterhalt bestreiten.
Fabian: Und diejenigen, ich war mal einmal in der brand eins drin, da gab es dann eine Zahl, die wirklich davon leben können, das ist halt ein Bruchteil. Wie die Zahlen heute sind, weiß ich nicht, aber vermutlich nicht viel höher. Also Vollzeit-Creator gibt's eigentlich im Verhältnis zur Gesamtanzahl relativ wenige.
Christian: Ja, es gibt sehr viele, also in Deutschland gibt's theoretisch, nicht theoretisch, praktisch dreieinhalb Millionen Creator, wenn man Creator definiert als Teil der Wertschöpfung. Also geht's ja nicht los mit Werbung, wie man mal schaltet und so weiter. Das sind eigentlich so die ganz ganz großen Zahlen an der Stelle.
Kontinuität ist wichtiger als der einzelne Treffer
Christian: Was ist das Geheimnis jetzt, das ist ja spannend, weil du guck mal, man muss ja den Kunden verstehen. Es muss ja dem... Ist ja das alte Spruch, ne, der Wurm muss dem Fisch schmecken und so weiter. Und warum machen das so wenig? Ich frage mich jedes Mal, ich kenne das ja schon lange, aber du hast ja nicht ein Erfolgsprinzip, wenn man das so hört, also rein von der Machart der Videos ist da ja nichts Neues. Du sagst es...
Christian: Ich muss verstehen und du kannst mich gleich korrigieren, wenn ich es falsch sage. Ich muss verstehen, was meine Zielgruppe oder meine Zuschauer, je nachdem, oder meine Follower, Followerinnen, was die interessiert und dann mir genau überlegen, wie muss ich das eigentlich zu denen auch transportieren, je nach Kanal. Also, weil auch ein Instagram tickt ja wieder anders wie ein TikTok oder irgendwelche YouTube-Formate, bis hin zu Facebook. Es ist ja nicht einfach Copy-Paste das Video und so weiter. Also das Grundprinzip, so, die sind immer so zwei, ein, zwei, drei Regeln, die du eigentlich immer wieder gut durchziehst, ist ja eigentlich, wenn man so zuhört, denkt man, wieso macht das nicht jeder?
Fabian: Na ja, ich glaube wichtig ist, dass man Mehrwert bringt, dass man es verständlich erklärt und dass es auch wirklich eine Relevanz hat oder zumindest eine wahrgenommene Relevanz vom Zuschauer. Das eine ist natürlich einmal ein Video zu machen oder auch zehnmal oder auch hundertmal oder tausendmal.
Fabian: Aber es ist natürlich schon was anderes, halt immer dran zu bleiben, ja, das über Jahre zu machen, jeden Tag, egal ob du irgendwie die Corona-Impfung nicht verträgst, ob du jetzt irgendwie mal anderweitig krank bist, familiär, es ist ein Umbruch ist oder so, dass halt immer immer dran bleibst. Also Kontinuität ist meines Wissens oder meiner Erfahrung nach vielleicht sogar, also mindestens mal genauso wichtig wie die Sache an sich.
Christian: Da beschreibst du das, meine ich, komplett das, was ich Unternehmertum nenne. Also ich finde, am Anfang ist es so ein bisschen wie so ein Role Model wirklich. Ist vielleicht mal der Mut, dann auch sagen, jetzt gehe ich all in, weil so halb, dann wird es nie so richtig ernst. Und dann ist immer, was ich beobachte gerade, egal welche Unternehmen ich spreche, ist es eigentlich immer die Ausdauer, nenne ich es. Es ist so ein Wort, wo man oft vergisst wieder. Dann wirklich dran bleiben, nicht blind, sondern immer wieder gucken, bin ich noch dran, weil das, weiß ich nicht, ich kann mir vorstellen, wenn man so Plattformen, sehr schön, aber du bekommst ja schnell eine Abhängigkeit. Das war das erste Video, das hat 50.000 Views, sondern wie die gemessen werden.
Christian: Aber wird man dann wie schlecht man es vorhat mit dem Austausch so eine Sache, nämlich weil da waren ja welche dabei, wo du dachtest, ach scheiße, jetzt läuft's nicht mehr. Oder sind es noch die Klicks? Muss ich gleich eins nachlegen. Also wie waren so Drucksituationen auch gerade so am Anfang, und später ist er selber, wenn der Erfolg kommt, wie halte ich den?
Christian: Was, KI, was wir noch sprechen, was kommt da alles an Strömen noch rein. Wie wie hast du dich da an diese Ausdauer rangekommen, ist es genau diese Disziplin, die dich aus, finde ich, schon auszeichnet, also sagen ich oder wenn was nicht klappt, jetzt erst recht, wie stelle ich mir so einen Tag dann vor, weil ich glaube, viele sehen halt irgendwie den roten Teppich, den Erfolg, den Ruhm, aber was da so hinten dran ist und wie Stunden am Tag du da eigentlich am Machen bist, vorproduzieren, planen und so weiter, das Ganze. Das ist glaube ich schon mal auch ganz interessant, darüber zu sprechen, wenn du das erzählen magst, wie so ein Arbeitsalltag bei euch, bei dir aussieht oder eine Arbeitswoche, keine Ahnung, was da alles hin macht.
Fabian: Mich hat einmal einer gefragt, du machst ja eine Minute TikTok-Videos, was machst du dann die anderen 23 Stunden 59 Minuten? Habe ich gesagt, chillen, ne? Wäre schön, wenn es so wäre. Es gibt natürlich nicht nur TikTok, es gibt Instagram, es gibt LinkedIn, es gibt Newsletter, es gibt Podcast. Das ist ja wirklich, also fast schon kleine Steuermedienunternehmen, ne? Oder wenn man die, wenn man die Aufrufzahlen der erreichten Personen sieht in Deutschland, auch nicht so klein. Es ist schon wirklich dran zu bleiben und auch wenn mal ein Video floppt, dann ist es halt so, man scheitert dauernd. Ja.
Fabian: Ich habe gestern witzigerweise eine Rede von Roger Federer gesehen, dem Tennisspieler, der hat bei einer Uni eine Rede gehalten und hat gemeint, wie viel Prozent der Punkte, also er war ja ein Top-Spieler, hat alles gewonnen, mehrfach, dauernd, und hat gemeint, wie viel Prozent der Punkte habe ich gewonnen? Hat er gemeint, 54 %. Mhm. So, also knapp die Hälfte nur. So, oder gerade so gut über die Hälfte. Und das beschreibt es eigentlich ganz gut. Du musst halt zumindest mal über 50 % kommen. Dass dauernd immer alles klappt, ja, das ist Utopie.
Fabian: Ja, also man scheitert dauernd, ja, du machst 'ne Werbekooperation, scheiterst, du musst wieder adjustieren, du machst Newsletters, scheiterst, du machst einen Podcast, scheiterst, musst wieder gucken, wie kriegst du das auf die Reihe. Das ist vielleicht mit das Wichtigste.
Christian: Aber wie gehst du damit um? Ist ja ganz spannend jetzt gerade, weil es ist ja, man sagt ja so oft so eine, es ist ja im Sinne von fail often, fail early, so aus dem Amerikanischen, ich glaube, die meinen ein bisschen was anderes, wie wir das manche übersetzen, weil das scheint mir zu gehören, ist klar. Alles, was man neu ausprobiert, ist ja wie ein Experiment. Und ein Experiment macht man ja dann, dass man eigentlich schon weiß, es wird nicht gut gehen, weil du hast eine Hypothese und die, wenn du schon wüsstest, wie es ausgeht, wäre es ja kein Experiment. Aber der Gag ist ja eigentlich dann zu sagen, wie bleibt man dann dran, aber wie kommt man dann in so einen Lernmodus, sagen, okay, wenn das nicht klappt, gehe ich weiter. Man könnte ja genauso sagen, ja gut, das lasse ich halt.
Fabian: Glaub, wichtig ist, dass man versteht, dass das Einzige Beständige ist der Wandel. Also man muss wirklich, egal was ist, dranbleiben.
Fabian: Wie man es schafft, manchmal hilft auch eine gute Mütze Schlaf. Ja, also manchmal gab es schon Abende, keine Ahnung, wo ich dann gerade, wo ich weiß, ich habe das Buch geschrieben habe, da ich so viel zu tun und war 180 Nächte im Jahr in Hotels, in Hotels, und bin dann, bin dann im Hotelzimmer gesessen abends, ja, zum Teil hatten die nicht mal irgendwie einen Schreibtisch und dann habe ich halt das Buch geschrieben und da habe ich manchmal auch gedacht, gerade für das Deadline, so, also das ist eigentlich utopisch, das noch zu schaffen. So, aber manchmal hilft einfach mal einfach zu schlafen und am nächsten Tag wieder weiterzumachen, ne.
Waschmittelkarton, Studio im Schlafzimmer und der Instagram-Durchbruch
Christian: Und du machst auch sehr viel wirklich alleine. Also du hast Unterstützung, aber du bist schon noch seit langer Zeit als Solo-Entrepreneur.
Fabian: Ja, lange Zeit habe ich einfach alles alleine gemacht, einfach klar, weil am Anfang ist natürlich, da hast du halt das, was reinkam, so was du halt zum Leben gebraucht hast.
Christian: Also das erste Video war auch hingebastelt von dir oder so, dass du auf dem Plan hattest, wie Video funktioniert.
Fabian: Mein erstes Video habe ich auf dem Waschmittelkarton aufgenommen, ja, und habe dann mein Handy, weil ich nicht wusste, dass die Frontkamera auch filmen kann, rückwärts mit der Hauptkamera gefilmt. So waren die Skills. So, ich hatte kein Licht, ich habe dann das Licht von der Dunstabzugshaube der Küche angemacht, weil ich das Handy postiert habe, komplett, wenn man sich das anguckt, auch komplett falsch gefilmt. Hinten kam dann das Licht, Tageslicht rein. Mikro hatte ich auch keins, Stativ auch nicht, das war dann eben der Waschmittelkarton und habe das dann gefilmt. Dann geschnitten in TikTok und habe es hochgeladen.
Fabian: Also ich habe gar keinen Plan gehabt von Social Media, keinen Plan von TikTok, keinen Plan von Licht, keinen Plan von Mikros, keinen Plan von Kamera. So, ich habe nicht mal mein Handy richtig bedienen können.
Christian: Jetzt ist es schon der Wahnsinn eigentlich, gell? Aber das hat sich ja gelevelt ohne Ende. Ich glaube insgesamt, also heute kann man wahrscheinlich sogar noch mal einsteigen, weil da... Ich würde sagen, ja.
Fabian: Ich glaube, wenn der Mehrwert groß genug ist, ist egal wie viel du... Ich glaube, du kannst wirklich dein Handy nehmen. Heutzutage ist natürlich die Kamera und alles auch ein bisschen besser und Ton und alles und keine Ahnung, es gibt irgendwie Funk-AirPods, das gab es wahrscheinlich damals auch schon, habe ich aber nicht gehabt. Da kannst du natürlich schon einiges machen. Ich glaube, dass du immer noch für einen großen Mehrwert liefern kannst, wenn du nur so einsteigen kannst. Ich glaube, es ist automatisch einfach besser, weil die Kameras besser sind und so weiter und so fort. Aber ich bin schon der Meinung, du kannst schon noch so einsteigen, wenn der Mehrwert groß genug ist, wenn du wirklich was zu erzählen hast. Aber klar, heutzutage ist natürlich professioneller. Also, man muss, also ich habe dann irgendwann mal gedacht, okay, was mache ich jetzt?
Fabian: Ich will ein Studio, so, habe aber keine Kohle, dann habe ich mein Schlafzimmer freigeräumt, habe in der Küche gepennt, habe dann mein Bett in die Küche gestellt, da geschlafen, dass ich halt in meiner anderthalb Zimmer Wohnung halt ein Zimmer frei hatte und habe dann praktisch Studio in mein ehemaliges Schlafzimmer gestellt, habe dann in der Küche gepennt. So, und dass ich halt ein Studio hatte. Mittlerweile sieht es natürlich ein bisschen anders aus, jetzt habe ich extra ein Büro, ein extra Studio, halt auch keine Ahnung mit Softboxen, Stative, irgendwie Funkmikrofonstrecken und so weiter. Aber das kam nach und nach. Und das ist, glaube ich, auch was viele Selbstständige unterschätzen und was ich auch unterschätzt habe, da habe ich eine schöne Geschichte.
Fabian: Ja, ich bin dann im Oktober 2020 erst auf Instagram gestartet, also etwa ein halbes Jahr nach TikTok. Ja. Und habe dann angefangen, Videos zu posten, hat gar nicht funktioniert. Also Instagram hat gar nicht funktioniert, wirklich, da hatte ich dann irgendwie 32 Aufrufe, 34 Aufrufe, irgendwas. Und wirklich, ich war lange dran geblieben, ich kann schon dran bleiben, es hat gar nicht funktioniert. Null funktioniert. Und wenn du jetzt siehst, dass ich 490.000 Follower oder so, ich weiß gar nicht genau, auf Instagram habe. Und dann war es ganz ganz interessant, dann habe ich mit Maria, die habe ich von TikTok kennengelernt, die macht Deutschvideos, also hat selber Migrationshintergrund und bringt eben Ausländer und Ausländerinnen eben Deutsch bei. Super Frau, auch brutalst diszipliniert, abartig. Und dann habe ich mit der gesprochen, weil die hat damals schon, ich glaube, also auf jeden Fall sechsstellige Follower auf Instagram gehabt, und ich habe gesagt: „Ich, Maria, es klappt, es kommt, du musst dranbleiben, du musst dranbleiben.“ So. Und dann habe ich gesagt: „Guck, guck dir das an.“
Christian: Traurige 32 Views.
Fabian: Es klappt gar nicht. So, und sie so, du musst dran bleiben. Der Mehrwert ist groß genug. Es hat bei TikTok geklappt, es wird bei Instagram auch klappen. Und ich habe gesagt, hier regt es gar nichts. Ja. So.
Fabian: Und dann ehrlich gesagt, okay, so, dann bleibt dran, bleibt dran. Ich habe da wirklich wie bescheuert diese Videos da hochgeladen.
Christian: Und waren es aber andere, also hast du speziellere produziert?
Fabian: Ich habe teils teils oder so, teils teils, ich habe zum Teil gleiche gemacht, zum Teil neue Videos gemacht, alles Mögliche ausprobiert. Und irgendwann, irgendwann hat's dann Klick gemacht. Ja. Und dann ging's los. Und das ist glaube ich auch was viele nicht machen, die viele geben zu früh auf. Du musst natürlich nicht stupide immer dasselbe machen, wenn es dann irgendwie gar nicht funktioniert, musst auch schon mal wechseln.
Christian: Mann, da geht's ums Lernen, da musst du immer gemerkt haben, okay, dessen das klappt halt hart nicht und jetzt fangen wir mal an, da ranzugehen, warum, weil innerlich stimmt was du immer gesagt hast, ich finde jetzt, wieso soll das jetzt nicht relevant sein? Das willst du jetzt auch nicht mehr erklären können. Also muss irgendwie das Wie vielleicht anders sein oder der Zugang oder muss man es mal pushen oder. Ja. Als dass ich dann durchgeboxt wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, obwohl das andere super lief. Ja.
Fabian: Absolut, ich bin da, bin ich auch froh, dass ich es gemacht habe, weil, keine Ahnung, ich habe knapp eine halbe Million Instagram-Follower. Wenn man das am Anfang sieht, man sieht immer nur das Endergebnis, aber wenn man am Anfang sieht, also ich glaube, da hätten also von hundert Leuten hätten gesagt, 99 der Steuerfabi wird nie auf Instagram wachsen, und da bin ich halt, da muss ich sagen, aber manchmal ist es ja gut, man hat jemand an der Seite und da bin ich Maria auch echt dankbar, dass die da dran geglaubt hat und dass die gesagt hat, ich soll dran bleiben.
Christian: Da waren immer Menschen eigentlich drumrum, die dich auch
Fabian: Ja, ja, ich glaube, die Menschen haben immer aufgemacht oder es ist nie eine One-Man-Show. Ja. Man sagt immer so, keine Ahnung, ist One-Man-Show und self-made. Ja. Das mag auch teilweise stimmen, aber es sind immer die Menschen, keiner ist 100 % self-made. Es gibt, es muss immer jemand an dich glauben, dich unterstützen, dir eine Möglichkeit geben. So und selbst wenn es nur ganz ganz wenige sind, ich glaube, so 100 % self-made ist irgendwie auch gelogen.
Christian: Und die Menschen haben dich zum Teil ja eben wie die Maria oder Philipp irgendwie in die Richtungen, den hast du ja vertraut und geglaubt. Hast du auch so, hast du so ein Vorbild, wo du sagst, gibt's welche, die sagst, keine Ahnung, im internationalen Raum, der macht auch Steuergeschichten oder sowas oder ganz anderes. Muss ja gar nicht jetzt aus dem Medien sein, kann ja was ganz anderes sein, wo du sagst, kein Sportler könnte ja genauso sein, der eben diese Disziplin hat, ich trainiere halt wirklich mehr als alle anderen und habe vielleicht noch ein Stück Talent, aber ich kann es mir auch erarbeiten, wenn ich Ausdauer habe und hart dran bleibe. Ja.
Fabian: Ja, ich also es war schwer, das zu vergleichen, weil ich weiß gar nicht, ob es damals international auch jemand gegeben hat, der Steuercontent gemacht hat, also im deutschsprachigen Raum auf jeden Fall in dem Bereich nicht, weil es Kurzvideos und so weiter anging. Aber klar, es gab immer also was jetzt Vorbilder angeht, habe ich schon immer beim Sport geschaut, weil es natürlich, ich habe Roger Federer vorhin angesprochen, die natürlich schon gezeigt haben, dass man wirklich dran bleiben muss und auch wenn man jetzt beim Tennis bleiben, ich meine, wenn man die Story von Rafael Nadal sieht, ja, der eigentlich einen kaputten Fuß hatte und mit dem alles gefühlt gewonnen hatte, was eigentlich gar nicht ging. Ja. So, also ist schon wahnsinnig, ob das dann immer so gesund ist, sei mal dahingestellt.
Christian: Aber das fasziniert dich.
Fabian: Das fasziniert mich schon.
Christian: Also Menschen, die was machen, was man eigentlich denkt, geht nicht.
Fabian: Schon, wenn schon vorbei ist, trotzdem noch so diese Peak Performance zu halten, wo der, wo eigentlich jeder sagt, es geht nicht. Das ist schon beeindruckend, wenn man wirklich auf die Fresse fällt, wenn man denkt, es ist vorbei, dann noch mal zurückzukommen und, ja, alles zu schaffen.
Rechnen statt hoffen: Fixkosten, Buch und mehrere Säulen
Christian: Und ein Schritt noch mal zurück, und zwar, du hast ja irgendwann gesagt, okay, jetzt nach einem Jahr oder so, als du dann selbstständig gemacht hast, dann gekündigt hast, wann ging es denn los, wo unternehmerisches Denken reinging im Sinne eines, ja, auch Geld verdienen, weil bisher auch jemand, der sagt, du hast ja die ganze Ausbildung BWL, eigentlich wäre es ja erwartbarer zu sagen, ich gucke jetzt, dass ich eine Base habe und fange dann an, das weiterzumachen. Wann ist denn dieses Unternehmerische hereingekommen? Wann kam das Thema, ich verdiene auch was damit?
Fabian: Ja, also es war dann in den drei Monaten Kündigungsfrist, da habe ich natürlich schon geschwitzt, weil ich wusste, ab dem 1. Juli 2021 muss was reinkommen, dass ich die Miete bezahlen kann, dass ich mir Essen kaufen kann, dass ich die Krankenversicherung zahlen kann.
Christian: Hättest du Backup gehabt?
Fabian: Ja, bisschen Kohle hatte ich schon, aber jetzt auch nicht so, dass
Christian: Wäre dein Vater gekommen und hätte gesagt, nee Sohn, wenn du meinst, du musst
Fabian: So ist mein Vater jetzt, ist mein Vater, du kennst den ja auch.
Fabian: So ist mein Fall jetzt nicht unbedingt aufgestellt. Ich meine, wenn es hart auf hart gekommen wäre, ja, wahrscheinlich, also da werde ich mich schon wahrscheinlich an ihn wenden können, aber es ist jetzt nicht so, sagen wir mal so, nur weil er jetzt irgendwie Steuerberater ist, sagte hier, das ist Geld, machen wir.
Christian: Erstmal richtig, du hast dich entschieden als selbstständiger Mensch mit alter Ausbildung, jetzt gehst du deinen Weg, ist ja auch durchaus fair. Ja. Aber wie kam es dann, also irgendwann nach drei Monaten hast du gesagt, jetzt hast du dich ganz aktiv dann genau auch so unternehmerisch draufgeguckt, neben dem ich Videos produziere und die Kamera wird besser und das Handy und das Licht und das Mikro, aber das andere ist ja, die andere Seite ist ja, wie mache ich das jetzt als Unternehmen, weil als Unternehmen, ich meine, du willst ja, brauchst du halt Profit, damit du eben eine Miete und so weiter auch bezahlen kannst.
Fabian: Ich weiß noch, wo ich die erste Kamera gekauft habe, eine Sony Kamera, die hat 600 irgendwas Euro gekostet. Ich habe die gekauft, weiß ich noch, und ich habe gedacht, ich weiß noch, ich stand an der Ampel in Freiburg-Sankt Georgen, habe mir diese Kamera gekauft für 600 irgendwas Euro und habe so gedacht, ob das jemals wieder reinbekomme.
Fabian: Ich weiß noch genau die Ampel bei der JET Tankstelle in Freiburg, da habe ich mir diese Kamera, ja, und habe so gedacht, ich habe die abgeholt da, aus so einer Packstation und habe gedacht, weiß nicht, ob das jemals wieder reinkommt.
Christian: Das ist aber schlau, wa? Was hattest du denn für Unkosten zu dem Zeitpunkt?
Fabian: Weißt du noch, also gut, Miete, Miete, na was habe ich Miete gezahlt, so knapp 1000 €. Ja. Dann Krankenversicherung, so es waren so 300 €, das ging damals noch Mindestsatz. Ja. So, dann Essen, weiß ich nicht, wieder 200 €. So, da, da hatte ich noch ein, hatte ich noch ein Auto, so. Da halt noch mal ein paar Kosten. Ja, du bist halt schnell, du bist schnell mal bei 1500, 1800 € Fixkosten, die du hast, netto. Ja. Ist ja auch was.
Fabian: Ja, das ist so. Das muss man unterscheiden, ja. 1800 € netto ist ja nicht 1800 € Monatsumsatz, sondern das ist erstmal 3600 € Gewinn.
Christian: Da unterstell ich dir, das hast du schon damals sehr gut verstanden.
Fabian: Das habe ich damals verstanden, hat's aber auch nicht entspannter gemacht, muss ich sagen. Und dann ist halt schon so, ja, ich meine, es ist schon klar mit den ganzen Kosten, die du hast, natürlich Software-Abo, eben Kamera habe ich angesprochen und so weiter. So, da denkst du, du machst 10.000 € Umsatz, aber was sind 10.000 € Umsatz nach Kosten, nach Steuern. So, ist dann auch nicht mehr so viel. Also, kommst du dann auch nicht ran.
Christian: Ging es schnell hoch oder war das auch so ein...
Fabian: Nee, nee, das war schon ein stetiger Prozess. Da musst du die Leute natürlich auch überzeugen. Ja. Wie gesagt, ich hatte dann erst frisch Instagram, musst du natürlich auch die Leute überzeugen, dass
Christian: Das hat ja keinem gezeigt, wird 30 liegt, kommt der Kunde.
Fabian: Ja, eben, das ist das Problem. Das war das Problem tatsächlich. Und du musst ja die Leute auch überzeugen, dass du eine Vision hast. Ja. Und dann habe ich gesagt, ich baue Newsletter, ich baue eine B2B-Newsletterliste, B2C-Newsletterliste, werde den größten Steuerpodcast machen und so weiter, und die Leute haben natürlich gesagt, ja, ja. Mach du erstmal, ist ja auch richtig, muss man sagen. Aber es war jetzt nicht so, dass jetzt da ein Potpourri an Möglichkeiten war. Und dann habe ich gesagt, ja, du darfst jetzt bei mir eine Kooperation buchen.
Christian: Ganz so war es nicht geplant.
Fabian: Bitte, bitte buch was, so ungefähr.
Fabian: Und klar, dann natürlich auch jetzt auch beim ersten Buch, da habe ich ja nichts verdient, ja. Also, ich habe über 50.000 Bücher verkauft, wenn ich sehe, was darüber kam, natürlich auch der Vertrag von damals war natürlich auch grottig. Ja. So Vorschuss grottig. Ja. Umsetzung leider auch grottig. War Platz drei Spiegel-Bestsellerliste, gab kein Buch in den Bücherregalen. Na. Ja, weil einfach so, dann sage ich, ja, warum werden meine Follower schreiben, die Bücher werden nicht geliefert, dann hat der Verlag damals gesagt, ja, ist halt Black Week, da ist immer ein bisschen blöd, und dann sage ich, ja, aber jetzt noch mal, warum haben wir es dann in der Black Week veröffentlicht? Ja. Stand dann im Thalia, in Freiburg, dann war witzig, dann...
Christian: Also hast du dich ins Verlagsbusiness dann noch reingearbeitet.
Fabian: Ja, also ich habe dann viel gelernt, also auch das Thema Scheitern, also ich war dann ab dann, das lief dann auch gut mit den Vorbestellungen, war dann Platz eins aller Bücher deutschlandweit bei Amazon. Ja, so, auch über, damals war Kurt Krömer dann auf zwei. Ja.
Fabian: Der hat schon viele Bücher verkauft damals. Und dann war dann die Erscheinungswoche, vielleicht für Spiegel-Bestseller, das ist vielleicht für diejenigen es nicht wissen, ist einmal die Vorbestellungsphase plus die erste wirkliche Verkaufswoche. Und dann war es dann so, ich habe brutal viel Vorbestellungen gehabt und es hätte eigentlich für Platz eins gereicht. Und dann war es so, dass einfach der Verlag halt irgendwie die Bücher nicht zu Amazon brachte wegen der Black Week, die standen dann irgendwo vor dem Lager und konnten dann nicht verschickt werden.
Christian: Und dann fällt man raus.
Fabian: Da fällt man raus, zumindest wird's dann nicht fakturiert und zählt dann nicht in diese Media Control damals Liste rein. Und auch im realen Handel, ich war dann im Thalia hier in Freiburg, bin dann rein gelaufen und war halt Top-Ten-Bestsellerliste. Ich bin dann nur auf Platz drei gechartet, weil auch nicht so viel fakturiert werden konnte, weil zu wenig Bücher da waren. Was aber immer noch natürlich gut ist, Platz drei, Spiegel-Bestseller. Aber das Problem war dann, da bin ich in Thalia reingelaufen, dann waren natürlich, waren die ganzen Bücher da, und ich auf Platz drei. Und dann stand so ein Schild drin, aktuell nicht lieferbar. Und das war schon schmerzhaft.
Fabian: Ich bin dann reingelaufen und habe gedacht, ich sehe das Buch halt da in Freiburg, und es hat sich dann durchgezogen. Ich war dann auch in Frankfurt in der Bahnhofsbuchhandlung, weil ich zu dem Zeitpunkt viel unterwegs war, habe dann auch das nicht gesehen. Nur halt ein Aufsteller, irgendwie nicht lieferbar. Und da, also da lernt man dann schon, also es, man lernt meistens aus dem größten, auf Deutsch gesagt, Rotz, ja, lernst du immer am meisten, weil nichts lehrt dich so viel wie scheitern, ne?
Christian: Yeah. Yeah.
Christian: Alles so eine harte Geschichte eigentlich. Aber war das auch ein Teil von deinem unternehmerischen Denken, dass ich sage, ich muss mich ein bisschen diversifizieren, weil ich meine, das ist ja immer ein Thema, wo ich auch auf Twitter gerade bei Creator oder auch Influencern in den Größen, wie du das spielst, dass man auch natürlich auch immer so eine Abhängigkeit hat und dann nicht sehr unternehmerisch wird und sagt, ich muss mich auch breiter aufstellen, ein bisschen mehr Säulen aufbauen, weil das ja, da kommt ja, so finde ich, dann das komplette Unternehmertum dann so richtig durch, weil oft ist es so, dass gerade Creator, die kommen halt mit der Sichtbarkeit und dann kommt eigentlich das Produkt und die anderen Unternehmen oft, die haben mal eine Idee, einen Plan und es kommt gerade umgekehrt. Und ich finde es eigentlich ganz clever, muss ich sagen, weil wenn man sichtbar wird, hat man zumindest eine gewisse, auch ob du es gemacht hast, immer noch Risiko. Ich glaube, das gehört unternehmerisch mit dazu, aber gleichzeitig ein bisschen weniger, weil man schon weiß, ich habe da schon eine gewisse Base, die ich jetzt sozusagen mal aktivieren kann für Dinge. Ja.
Christian: Wann kam dieses Denken auf zu sagen, hey, ich muss da breiter sein, auch im Buch, auch wenn es vielleicht nicht gleich das wirtschaftlich ist, aber es dir noch mal hilft in deiner Authentizität im Sinne von, weil ich weiß, dass du bist brutal tief in den Themen wirklich drin. Also das wird dir keiner was vormachen, aber das muss ja immer von extern bestätigt sein. Wann das so Denkmuster oder war es, jeder Influencer schreibt Buch, ich auch.
Fabian: Nee, nee, es war schon so, dass ich gedacht habe, das erreicht noch mal eine andere Zielgruppe, weil, mittlerweile ist es glaube ich schon angekommen, dass es eben auch ein Job ist einfach. So, aber damals war es natürlich gerade bei Vorträgen, je nachdem, wo ich war, habe ich schon überall gesprochen, keine Ahnung, Deutscher Steuerberatertag, Münchner Steuerfachtagung, Europäisches Parlament, OMR, blablabla. So. Aber es war dann schon so, dass es dann manchmal schwer war, was ist er denn so?
Fabian: Und es ist natürlich einfacher, wenn dann angekündigt wird, jetzt bei einem Vortrag Spiegel-Bestseller-Autor, dann auch, wenn so ein 70-jähriger Greis da sitzt und sagt dann, ach ja. Ja. Ja. So. Klar, das war ein Punkt, und genauso bei den E-Mail-Listen. Ja. So, ich habe natürlich schon geguckt, mein, als ich dann gesehen habe, Instagram läuft gar nicht so. Das hat sich natürlich schon geändert mittlerweile, im Gegenteil, das ist das komplette Gegenteil mittlerweile. Aber da habe ich dann schon gemerkt, okay, es macht auch Sinn, mal beispielsweise eine Newsletterliste aufzubauen, andere Plattformen aufzubauen und es breiter aufzustellen, dass du halt nicht nur von TikTok beispielsweise abhängig bist. Ja.
KI, Handwerk und der Satz, der bleibt
Christian: Und es ist so eine Frage habe ich noch, und das ist das die interessiert mich schon, ich glaube, das interessiert die Zuhörer auch, gerade bei Creator, tun nachdenken, wie guckst du gerade auf das ganze Thema KI? Hilft es eher oder es sind ja Ängste oder waren es Ängste und sind es keine mehr, weil es ja immer noch ein Fluss, keiner weiß ja genau, wie es kommt, aber wie guckst du denn du so drauf jetzt, ganz in Bezug auf dein Schaffen.
Fabian: Ja, ich glaube, es wird eine ganze Branche und auch komplette Branchen umwälzen, wenn ich auf das Thema KI schaue. Ich glaube, dass viele das exponentielle Wachstum nicht verstehen. Ich meine, jedes Mal, wenn man eigentlich anfängt, wenn man jetzt heute nimmt, ne, dann ist man eigentlich beim Startpunkt des exponentiellen Wachstums. Es geht nach oben, ja, und ich glaube, viele haben nicht für möglich gehalten, was KI eigentlich kann. Ja, ich weiß noch, ich glaube 2017 war es oder so, als eine erste KI im Go-Spiel einen Menschen besiegt hat, oder 2016.
Fabian: Und das haben viele schon nicht für möglich gehalten, und wenn ich jetzt diese Entwicklung sehe, auch wenn ich vor einem Jahr noch irgendwie Steuerfragen in die KI geklatscht habe, was da für Quatsch zum Teil auch rauskam, halluziniert, falsch. Und wenn ich sehe, was heute rauskommt, dann wird es nicht nur die Creatorbranche umwälzen, das wird die Steuerbranche umwälzen, die Buchhaltungsbranche umwälzen, und ich glaube, dass man noch gar nicht vorhersehen kann, wo das hingeht, weil der Mensch kann das exponentielle Wachstum nicht verstehen.
Fabian: Wenn ich jetzt sage, okay, was weiß ich
Fabian: Ich gehe hier einen Schritt aus dem Studio raus, so, dann gehe ich zwei Schritte, dann gehe ich vier Schritte, so, und dann verdopple ich das dreißig Mal. Ja. Wo bin ich?
Fabian: Dann bin ich ja nicht auf dem Parkplatz, sondern bin zum Mond und wieder zurückgelaufen. Genau. So, und das ist glaube ich ganz schwer für Menschen zu verstehen, wie schnell das gehen kann, und ich glaube, dass es alles, was am PC gemacht wird, umwälzen wird, ne? Also, ich habe es 2021 schon gesagt, das ist jetzt nichts Neues. Ich habe damals gesagt, Handwerker sind die neuen Investmentbanker. Kann man auch bei mir auf dem TikTok-Kanal, wenn man Steuerfabi Handwerker googelt, das einzige Video, was nicht steuerbezogen ist auf meinem TikTok-Kanal. Ich habe damals gesagt, 2021, Handwerker sind die neuen Investmentbanker.
Fabian: Und heutzutage, wenn wir jetzt 2026 ins Investment Banking und die Automatisierung schauen, was die da machen und was künstliche Intelligenz machen kann, auch in Zukunft, jetzt schon, dann ist dieser Spruch, der damals noch so nach Utopie klang, auf jeden Fall schon Realität und wird wahrscheinlich noch realer werden. Und jemand, der handwerklich begabt ist, der sollte dem Talent auch nachgehen, ja, was mit den Händen machen, was ich anfassen kann, was ich nicht einfach weg digitalisieren, KI-sieren kann.
Fabian: Eine Ausbildung im Handwerk, eine Ausbildung generell ist vielleicht heute so wichtig wie niemals zuvor in KI-Zeiten, weil alles, was ich studieren kann, was repetitiv, was am PC gemacht werden kann, ja, bin mir nicht so sicher, wie schnell das geht, dass es die KI dann wegnimmt.
Christian: Wahrscheinlich tatsächlich schneller als wir denken, wie es ist, aber das ist jetzt halt zum ersten Mal tatsächlich in den Fokus gerückt im Sinne der Automatisierung. Hey, super, super Spaß hat's gemacht. Eine Signature-Frage habe ich ja immer zum Schluss, und zwar, wenn man über dich, über den Steuerfabi oder dich, über den Fabian Walter einen Film drehen würde, was würdest du dir wünschen, was wäre ein Titel, wo du sagst, och, da geht mir das Herz auf, das ist, das ist richtig schön zu lesen. Immer ein bisschen schwer vielleicht im Sinne von, ich habe ein Eigenwort, wo du auch sagst, da freust du dich, das ist so, das trifft echt dein Warum.
Fabian: Ha. Ja, es ist ganz, das ist gar, gar keine leichte Frage. Ich würde, weil es auch einer meiner Lieblingssprüche ist, der sehr wahr ist, ich würde sagen, Vergleich ist der Dieb der Freude. Weil, hätte ich mich damals verglichen, ja, keine Ahnung, mit Kanzleiinhabern oder mit anderen Creators, hätte ich es vermutlich nie gemacht. Und das ist so viel, übrigens dieses ganze Vergleichen ist aus meiner Sicht, man vergleicht sich dauernd, auch ich, ich setze mich da nicht außen vor, aber man vergleicht sich dauernd mit anderen, wo stehen andere, ohne zu wissen, was haben sie eigentlich gemacht. Ja. So. Und ich glaube, Vergleich ist der Dieb der Freude. Ich habe mich damals beispielsweise, als es anfangs mit Instagram nicht lief, auch verglichen, und es hat mir viel Freude genommen. Dadurch die Maria, die dann gesagt hat, komm, bleib dran, und das würde ich schon gern in die Welt mitgeben, sowohl im Unternehmerdasein als auch im normalen Leben. Vergleich ist der Dieb der Freude.
Christian: Mega geiles Zitat. Ich hätte jetzt bei dir doch gesagt, bei dir muss ich dran denken, es könnte auch so was sein wie ganz banal in Anführungszeichen, dran bleiben oder nicht über Steuern steuern. Das hätte ich noch von dir.
Fabian: Nicht über Steuern steuern, das sage ich erstaunlich oft, muss man sagen. Weil das eine ist natürlich Steuern sparen, aber das andere ist natürlich wirtschaftlich. Ja, so, die meisten Steuern spare ich, wenn ich halt keine Gewinne mache, dann muss ich ja gar keine Steuern zahlen. Ist auch nicht so gut. Ist auch nicht so gut. Nicht über Steuern steuern, ja, oder natürlich dann vielleicht, wenn mal das Lebenswerk verfilmt wird, darauf ein Espresso.
Christian: Vielen, vielen Dank, lieber Fabi, vielen Dank für das, was du alles erzählt hast. Ich hoffe, dass der ein oder andere Zuhörer, Zuhörerin sagt, hey, Mann, Mensch, da habe ich was gelernt, da kann ich was mitnehmen. Also abonniert gerne den Podcast. Ich freue mich über jeden, der das macht, und bringt uns gerne Kommentare rein, vielleicht auch noch mal Fragen, die man aufnehmen kann. In diesem Sinne ganz, ganz vielen Dank, lieber Fabi, danke schön.
Fabian: Ja, danke für die Einladung.