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Tätowierte Hände schneiden mit einer schwarzen Schneiderschere ein weißes Stoffstück auf einem dunklen Holztisch zu, daneben liegt Stoff mit rotem Muster.

Stoffe tragen Geschichten

Vom Handwerk zur eigenen Firma: Karl Sütterlin hat gelernt, dass Kreativität allein kein Unternehmen trägt. Er erzählt, warum er nie auf den perfekten Moment gewartet hat.

Karl Sütterlin mit Kappe und Brille steht lächelnd hinter der Theke seines Ladens, im Hintergrund Regale mit Tassen, Flaschen und Postkarten.

Kurz gefasst

  • Fang klein an und warte nicht auf den perfekten Moment. Karl hat auf wenigen Quadratmetern im Flur seines Elternhauses angefangen. Einen Masterplan gab es nicht. Sein Laden in der Freiburger Konviktstraße ist aus Arbeit, Ausprobieren und vielen kleinen Schritten entstanden.
  • Lern deine Zahlen, bevor sie über dich entscheiden. Als Personal, Einkauf, Miete und Produktion gleichzeitig auf ihn einprasselten, merkte Karl, dass Bauchgefühl allein nicht mehr trägt. Strukturen und Zahlen sind für ihn heute genauso wichtig wie die Kreativität.
  • Hör auf deine Kunden, nicht nur auf deine Idee. Karl rät, auf Kunden zu hören statt nur auf die eigene Idee. Manche bringen ihm das Schulkleid ihrer Tochter, damit daraus eine Fliege für den Vater wird, und er nimmt solche Aufträge gern an.
  • Lass neue Geschäftsfelder aus der Arbeit wachsen. Neben eigenen Kollektionen und Maßkonfektion entwickelt die CN Studios GmbH heute Bekleidungs- und Uniformkonzepte für andere Unternehmen. Auch dieser Schritt ist aus dem Tun entstanden, nicht aus einem Plan.

Karl Sütterlin entwirft Herrenmode in Freiburg: Maßanzüge, eigene Kollektionen, handgefertigte Fliegen. Angefangen hat er auf wenigen Quadratmetern im Elternhaus. Wie aus kleinen Schritten ein Laden entsteht, den es in Freiburg so nicht gab.

Ich musste lernen, dass Kreativität allein nicht reicht. Strukturen und Zahlen sind genauso wichtig.

Manchmal bringen Kunden Karl Sütterlin das Schulkleid ihrer Tochter. Aus dem alten Stoff soll eine Fliege entstehen, für den Vater, zum Festtag oder einfach als Erinnerung. Er nimmt solche Aufträge gern an. Nicht wegen der Herausforderung, sondern wegen dem, was dahintersteckt. „Ein Stoff kann nicht nur verarbeitet werden, er kann auch eine Geschichte weitertragen“, sagt Karl. Diese Haltung zieht sich durch alles, was er macht: Der Modedesigner und Unternehmer betreibt in der Freiburger Konviktstraße den Colorful Neighbourhood Store, entwirft eigene Kollektionen und schneidert Maßanzüge. Dazu kommt das Atelier Sütterlin in Mengen, wo er aufgewachsen ist, und insgesamt acht eigene Labels. Das Unternehmen firmiert als CN Studios GmbH. Angefangen hat alles auf wenigen Quadratmetern im Flur des Elternhauses.

Karl Sütterlin sitzt mit Kappe und Brille an einem Holztisch und streicht ein weißes Stoffstück mit rotem Muster glatt, hinter ihm hängen Sakkos an einer Kleiderstange.
Karl Sütterlin lehnt in seinem Laden an der Theke und schaut lächelnd in die Kamera, im Hintergrund Regale mit Hemden und Jacken.

Kreativität allein reicht nicht

Irgendwann kommt der Moment, in dem Selbermachen nicht mehr reicht. Bei Karl kommt er, als gleichzeitig Personal, Einkauf, Miete und Produktion auf ihn einprasseln. Auf einmal sind da Themen, die nichts mit Nadel und Faden zu tun haben, aber trotzdem über alles andere entscheiden. Die größte Herausforderung ist nicht ein einzelner Rückschlag, sondern der Schritt vom Handwerk zum Führen eines Unternehmens. „Ich musste lernen, dass Kreativität allein nicht reicht. Strukturen und Zahlen sind genauso wichtig“, sagt Karl. Früher habe er vieles aus dem Bauch heraus entschieden. Das sei lange gut gegangen. Aber irgendwann komme der Punkt, an dem Bauchgefühl allein nicht mehr trage.

Kein Masterplan, der nächste Schritt

Was würde Karl jemandem sagen, der heute mit einem eigenen Label anfangen will? Drei Ratschläge hat er: klein anfangen; auf Kunden hören und nicht nur auf die eigene Idee; die Zahlen früh verstehen. Und vor allem: nicht auf den perfekten Moment warten. Wichtig ist ihm, dass die Geschichte nicht größer oder dramatischer klingt, als sie für ihn war. „Vieles ist ohne großen Masterplan entstanden, durch Arbeit, Ausprobieren, Fehler, Chancen und viele kleine Schritte. Genau diese ehrliche und bodenständige Entwicklung beschreibt mich und das Unternehmen bis heute ziemlich gut“, sagt Karl. Der nächste Schritt ist in Arbeit: Neben eigenen Kollektionen und Maßkonfektion entwickelt die CN Studios GmbH Bekleidungs- und Uniformkonzepte für andere Unternehmen. Entstanden, wie immer, aus dem Tun.

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© Foto Credits:
Max Zimmermann
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Häufige Fragen zu

Karl Sütterlin

Wer ist Karl Sütterlin?

Karl Sütterlin ist Modedesigner und Unternehmer aus Freiburg. Mit der CN Studios GmbH betreibt er den Colorful Neighbourhood Store in der Konviktstraße und das Atelier Sütterlin in Mengen. Er entwirft eigene Kollektionen, schneidert Maßanzüge und führt insgesamt acht eigene Labels.

Wie hat Karl Sütterlin angefangen?

Angefangen hat Karl Sütterlin auf wenigen Quadratmetern im Flur seines Elternhauses. Einen großen Masterplan gab es nicht. Das Unternehmen ist durch Arbeit, Ausprobieren, Fehler, Chancen und viele kleine Schritte gewachsen.

Was war seine größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war der Schritt vom Handwerk zum Führen eines Unternehmens. Als Personal, Einkauf, Miete und Produktion gleichzeitig auf ihn zukamen, reichte Kreativität allein nicht mehr. Er musste lernen, dass Strukturen und Zahlen genauso wichtig sind.

Was rät Karl Sütterlin Menschen, die ein eigenes Label starten wollen?

Er rät, klein anzufangen, auf Kunden zu hören und nicht nur auf die eigene Idee, und die Zahlen früh zu verstehen. Vor allem solle man nicht auf den perfekten Moment warten.

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