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Simone Gruber sitzt lächelnd im Coachinggespräch an einem kleinen Tisch mit zwei Teetassen und einem Notizbuch, ihr Gegenüber von hinten.

Sie coacht den Neuanfang, den sie selbst kennt

Bei einer Gründung schauen alle auf Businessplan und Finanzen, auf die Person dahinter fast nie. Genau da setzt Simone Gruber mit 3PRISM an: Sie bringt die eigene Persönlichkeit ins Spiel, bevor der erste Plan steht, für Gründung, Wechsel oder Nachfolge.

Simone Gruber spricht gestikulierend vor Publikum, im Hintergrund eine Präsentation mit Diagramm.

Kurz gefasst

  • Frag dich, was du ohne Geldsorgen tun würdest. Als die Leere nach dem Ausstieg am größten war, stellte sich Simone Gruber genau diese Frage. Die Antwort kam schnell: Menschen begleiten. Daraus wurde ihre neue Richtung, in die sie sich mit vielen Ausbildungen weiterbildete.
  • Nimm dir für wichtige Dinge bewusst Zeit. Im Konzern war schnelles Abhaken ihr Erfolgsrezept. Heute weiß sie, dass die wichtigen Dinge Langsamkeit brauchen, und plant kurze Pausen ein, um ehrlich zu prüfen, wie es ihr gerade geht, ohne sofort eine Lösung zu suchen.
  • Prüfe vor der Gründung zuerst deine Persönlichkeit. Ihren Businessplan erstellte Simone Gruber über mehrere Monate. Erst die Analyse der eigenen Persönlichkeit zeigte ihr, was sie antreibt und wo ihre Stärken liegen. Sie beschreibt es als Betriebsanleitung für ihr inneres System.
  • Such dir feste Verbündete für die Durststrecken. Einmal pro Woche hat Simone Gruber einen festen Buddy Talk mit einer engen Freundin. Dort teilen sie Ziele und Fortschritte und bauen sich gegenseitig auf, besonders an Tagen, an denen kein einziger Termin im Kalender steht.

27 Jahre arbeitete Simone Gruber in zwei Konzernen, dann stieg sie freiwillig aus. Heute coacht sie Menschen im beruflichen Umbruch und vor der Gründung. Doch zuerst kam eine unerwartete Leere. Was hat sie daraus gemacht?

Coaching an den Weggabelungen im Berufsleben

Simone, du begleitest mit 3PRISM Menschen, die beruflich vor einer Weggabelung stehen. Wie erklärst du deine Arbeit jemandem am Gartenzaun?

Ich begleite Menschen an den Weggabelungen im Berufsleben. Wechseln, bewusst bleiben, gründen oder übernehmen? Grundlage ist eine wissenschaftlich fundierte Analyse der Persönlichkeit. Im Gespräch übersetzen wir die Ergebnisse in konkrete nächste Schritte, damit es nicht bei einem Bericht bleibt. Ich arbeite von Falkensee aus, remote und vor Ort bei Kundinnen und Kunden. Und ich setze genau an den Stationen an, an denen ich selbst stand und diesen Blick von außen gebraucht hätte.

27 Jahre Konzern, dann der freiwillige Ausstieg

Welche Stationen waren das?

27 Jahre lang war ich in der Konzernwelt zu Hause, in zwei großen, international tätigen Unternehmen. Ich habe als Assistentin der Geschäftsführung und im Projektmanagement gearbeitet. Besonders viel Freude hat mir das Mentoring gemacht, bei dem ich neue Kolleginnen und Kollegen beim Ankommen begleitet habe. 27 Jahre lang hat mich eine Struktur getragen, über die ich nie groß nachdenken musste. Dann kam eine Umstrukturierung und mit ihr eine Frage, die mich nicht mehr losgelassen hat: Was würde dieser Wandel für mich mit Mitte 40 bedeuten, wenn ich den Mut habe, den Schritt zu gehen?

Du bist gegangen.

Im Februar 2025 bin ich freiwillig ausgestiegen. Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und mir ganz bewusst Zeit für die berufliche Neuorientierung genommen. Und das, obwohl Sicherheit mein am stärksten ausgeprägtes Motiv ist, wie ich im Nachhinein festgestellt habe. Aber ist Sicherheit immer gleichzusetzen mit finanzieller Sicherheit? Auch das habe ich gelernt: Das muss nicht so sein.

Du schreibst, dass du das emotionale Ankommen danach komplett unterschätzt hast. Wie sah das aus?

Der Tiefpunkt kam nicht während der Entscheidung, sondern danach. Nach dem anschließenden Urlaub habe ich mich gefragt: War das wirklich richtig? Auf die erste Freude über die Freiheit folgte eine Leere, die ich so nicht erwartet hatte. Ohne Rolle, Titel und Struktur kamen Fragen wie „Hätte ich nicht doch bleiben sollen?“. Es war eine Zeit mit Zweifel, Stille und auch Trauer, selbst bei einem Abschied, den ich mir selbst ausgesucht hatte. Ich dachte, das Ankommen wäre eine Frage von Wochen, vielleicht ein paar Monaten. Tatsächlich hat es sehr viel länger gedauert, als ich mir eingestehen wollte. Verstehen und Ankommen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Ich konnte meine Situation längst rational erklären und war emotional trotzdem noch mittendrin.

Der Weg aus der Leere

Was hat dich da herausgeholt?

Die Arbeit an mir selbst. Ich bin ein sehr positiv ausgerichteter Mensch, also habe ich mir gesagt: Die Entscheidung ist getroffen und nicht mehr umkehrbar. Wie schaffe ich es trotzdem? Und ich habe mir eine Frage gestellt, die ich vorher kaum an mich herangelassen hatte: Was würde ich eigentlich tun, wenn ich damit kein Geld verdienen müsste? Die Antwort kam erstaunlich schnell. Ich möchte Menschen begleiten. Dabei habe ich mich an das Mentoring erinnert und daran, wie viel Freude es mir gemacht hat. Also habe ich mich konsequent in diese Richtung weitergebildet, mit vielen Ausbildungen in Coaching und Training parallel, mehrere tausend Stunden in Vollzeit.

Aus dieser Zeit ist dein Selbstlernkurs PRISMCOMPASS® entstanden. Wie hast du sie damals festgehalten?

Ich habe sehr viel aufgeschrieben und aufgemalt und Gedanken als Sprachmemos aufgenommen. Was im Kopf nur im Kreis lief, bekam so eine Form. Ich habe auch sehr viel ausprobiert, und längst nicht alles hat funktioniert. Genau dieses Ausprobieren möchte ich anderen abnehmen. Aus meinen Aufzeichnungen, den Übungen und den Weiterbildungen sind vier Phasen entstanden, die ich selbst durchlaufen habe: Ankommen, Verstehen, Stabilisieren und Neu ausrichten. Daraus ist PRISMCOMPASS® geworden, für Privatpersonen und für Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden bei einem Ausstieg begleiten wollen. Die Unterlagen von damals habe ich übrigens noch. Und das Schöne ist: Ich mache heute genau das, was ich mir damals zurechtgelegt hatte.

Was machst du heute anders als in den ersten Monaten nach dem Ausstieg?

Ich lasse mir bewusst Zeit, auch bei Dingen, die ich früher im Schnelldurchlauf abgehakt hätte. Im Konzern hat mich genau das erfolgreich gemacht: schnell erfassen, abhaken, weiter. Heute weiß ich, dass die wichtigen Dinge Langsamkeit brauchen. Geholfen hat mir selten die eine große Erkenntnis, sondern kleine, wiederkehrende Momente. Kurze Pausen, um mich ehrlich zu fragen, wie es mir gerade wirklich geht, ohne sofort eine Lösung zu suchen. Mein Tun messe ich heute nicht mehr an Titel und Rolle. Ich frage mich, ob ein Tag auf mein Leben einzahlt.

Persönlichkeit vor dem Businessplan

Bei einer Gründung werden Businessplan, Markt und Finanzierung geprüft, die Person dahinter fast nie, sagst du. Hast du dich vor dem Start selbst so unter die Lupe genommen?

Ja, und das war eine der wertvollsten Erfahrungen überhaupt. Meinen Businessplan habe ich über mehrere Monate erstellt. Aber ein Businessplan beantwortet eine Frage nicht: Passt das alles zu mir als Person? Die Analyse meiner eigenen Persönlichkeit hat mir gezeigt, was mich antreibt und wo meine Stärken liegen. Es fühlte sich an wie eine Betriebsanleitung für mein inneres System. Eine Eigenschaft taucht dabei immer wieder auf: Man sagt mir nach, dass ich in vielen Dingen zu perfektionistisch bin. Im Nachhinein hat sich oft gezeigt, dass genau das den kleinen Unterschied macht. Ich versuche aber, mich bei bestimmten Dingen mit 100 Prozent statt mit 120 zufriedenzugeben. Nicht, wenn es um die Unterstützung anderer Menschen geht. Da gebe ich weiterhin alles. Eine Eigenschaft zu kennen heißt, sie bewusst einsetzen zu können, statt von ihr gesteuert zu werden.

Was bekommt jemand, der vor der Gründung zu dir kommt?

Nicht der Plan geht zur Bank, zu Kundinnen und Kunden oder zu Partnern, sondern du. In der Kompetenzanalyse für Gründerinnen und Gründer schauen wir, welche Stärken jemand mitbringt, wo noch Potenziale liegen und wo man sich Unterstützung holen darf. Wir klären zum Beispiel, wie Marketing und Kundenansprache zur eigenen Persönlichkeit passen. Und vor allem, was einen in Phasen trägt, in denen es mal schwierig wird. Es ist kein Test und kein Urteil darüber, ob jemand „geeignet“ ist, sondern eine Standortbestimmung. Mein Leitsatz dazu: Jede Persönlichkeit kann gründen, aber jede auf ihre Art.

3PRISM gibt es seit dem 1. September 2026. Wie sahen die ersten Wochen aus?

Ich habe mir die Anfangszeit bewusst für weitere Marktforschung genommen. Ich war auf Gründermessen, etwa der deGUT in Berlin, und habe mit Menschen in Unternehmen gesprochen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich auch bei einer Nachfolge etwas beitragen kann. Wer vorher weiß, welche Unternehmenskultur zu seiner Persönlichkeit passt, übernimmt mit mehr Klarheit. Danach habe ich mein Angebot noch einmal angepasst. Manche sagen: Starte erst, wenn ein Auftrag da ist. Ich möchte lieber gut vorbereitet sein. Heute betreibe ich gezielte Kundenansprache, bundesweit und wohlüberlegt, und führe erste Gespräche. Ungewohnt nach 27 Jahren als Angestellte ist vor allem, dass ich Struktur und Takt jetzt selbst vorgebe.

Zweifel, Zuspruch und ein Mutmacher

Wer trägt dich an Tagen, an denen kein einziger Termin im Kalender steht?

Vor allem meine sehr enge Freundin. Wir haben einmal pro Woche einen festen Buddy Talk. Dort erzählen wir uns, woran wir arbeiten, welche Ziele wir uns gesetzt haben und wo wir gerade stehen. Wir bauen uns gegenseitig auf und hören uns wirklich zu. Am Anfang hatte ich Sorge, dass viele langjährige Freundschaften wegfallen würden, wenn ich das Unternehmen verlasse. Das Gegenteil war der Fall. Und seit ich nach einer bewussten Pause wieder auf LinkedIn sichtbar bin, folgen mir vor allem ehemalige Kolleginnen und Kollegen und unterstützen mich.

Jede Persönlichkeit kann gründen, aber jede auf ihre Art.

Gab es einen Moment, der bisher der schönste war?

Den einen gab es nicht. Es war eher eine Perlenkette aus vielen kleinen, positiven Ereignissen. Dazu gehört die Eintragung meiner Marke PRISMCOMPASS® im September. Zu sehen, dass aus meinen Notizen von damals etwas geworden ist, das einen eigenen Namen trägt und anderen helfen kann, war ein besonderer Augenblick. Und die ersten Coachings haben mir gezeigt, dass das, was ich mache, richtig ist. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich sehe, was am Ende dabei herauskommt.

Was möchtest du Menschen mitgeben, die gerade selbst zwischen Bleiben, Gehen und Neuanfang stehen?

Ich möchte meine Geschichte als Mutmacher-Geschichte erzählen. Wer gerade vor einem Neuanfang steht, freiwillig oder nicht, soll sehen: Zweifel, Leere und Umwege gehören dazu, und ein Neuanfang ist auch mit Mitte 40 möglich. Meine Geschichte ist kein fertiges Rezept, sondern eine Einladung, den ersten Schritt zu wagen. Denn ein Wandel ist manchmal das Sprungbrett zu dem, was schon lange in dir wartet.

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www.simonegruber.de
© Foto Credits:
Simone Gruber
Auf einen Blick

Häufige Fragen zu Simone Gruber

Wer ist Simone Gruber?

Simone Gruber ist Gründerin von 3PRISM in Falkensee. Nach 27 Jahren in zwei Konzernen stieg sie 2025 freiwillig aus und begleitet heute Menschen in beruflichen Umbrüchen, besonders vor einer Gründung.

Was ist persönlichkeitsorientiertes Gründungscoaching?

Es stellt die Person vor den Plan. Statt nur Businessplan, Markt und Finanzierung zu prüfen, klärt Simone Gruber anhand einer wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitsanalyse, welche Stärken jemand mitbringt und wie Marketing und Kundenansprache zur eigenen Art passen.

Was ist PRISMCOMPASS®?

PRISMCOMPASS® ist der Selbstlernkurs von 3PRISM. Er bildet die vier Phasen ab, die Simone Gruber nach ihrem Ausstieg selbst durchlaufen hat: Ankommen, Verstehen, Stabilisieren und Neu ausrichten. Er richtet sich an Privatpersonen und an Unternehmen, die Mitarbeitende beim Ausstieg begleiten.

Was rät Simone Gruber Menschen vor einem Neuanfang?

Zweifel, Leere und Umwege gehören dazu, und ein Neuanfang ist auch mit Mitte 40 möglich. Ihr Rat: sich Zeit nehmen, die wichtigen Dinge nicht im Schnelldurchlauf abhaken und den ersten Schritt wagen, statt auf das perfekte Rezept zu warten.

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