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Nahaufnahme eines Padelschuhs mit weißer 20x10-Socke auf dem Hallenboden.

Erst Matchgegner, dann Mitgründer

Zwei Hamburger bauen neben ihren Jobs eine Marke für Padel-Zubehör auf. Wie sie ihre Produkte entwickeln und warum ein Club auf den Philippinen ihre Socken verkauft.

Timo Freyer lacht mit einem Padelschläger in der Hand in der Padelhalle, auf dem Ärmel das 20x10-Logo.

Kurz gefasst

  • Teste dein Produkt, bis du es selbst gern nutzt. Das magnetische Handtuch ging über mehrere Monate durch verschiedene Muster. Die beiden haben es bei über 100 Spielen benutzt und immer wieder gewaschen, bevor sie es verkauft haben.
  • Such dir jemanden, der kann, was du nicht kannst. Manuel Erbert ist Clubmanager und steht täglich in der Halle, Timo Freyer kommt aus der IT und hat einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Der eine macht Community und Partnerschaften, der andere Lieferkette, Finanzen und Shop.
  • Lass deine Belege einmal im Monat automatisch erfassen. Timo Freyer sammelt alle Rechnungen und lässt sie am Monatsende von einem KI-Agenten auswerten und strukturiert erfassen. Aufwändig war vor allem die Einrichtung. Seitdem nimmt ihm das Ganze einiges an Arbeit ab.
  • Erzähl auch im Urlaub, woran du gerade baust. Die erste internationale Kooperation entstand aus einem zufälligen Gespräch: Ein Padel-Club in Cebu auf den Philippinen nahm Performance-Socken und Handtücher ins Sortiment, aus dem Kontakt wurde eine Freundschaft.

Timo Freyer und Manuel Erbert lernten sich als Gegner in einer Hamburger Padelhalle kennen. Heute verkaufen sie unter dem Namen 20x10 Padel-Zubehör, darunter Socken und ein magnetisches Handtuch für den Court. Wie wird aus Freundschaft eine Marke?

Wie aus Matchgegnern Geschäftspartner wurden

Timo, ihr zwei habt anfangs gegeneinander gespielt. Wie ist daraus ein gemeinsames Unternehmen geworden?

Timo: Ich habe im September 2025 mit Padel angefangen und war ziemlich schnell süchtig nach dem Sport. Ich habe unzählige Stunden in der Halle verbracht und dabei viele neue Leute kennengelernt, unter anderem Manu. Anfangs haben wir einfach gegeneinander gespielt, nach den Matches noch stundenlang in der Halle gesessen und uns irgendwann auch abseits vom Padel angefreundet.

Irgendwann ist uns aufgefallen, wie viele Padelbälle ständig weggeschmissen werden. Daraus entstand zunächst die Idee für unseren Pressurizer, mit dem man die Lebensdauer der Bälle verlängern kann. Aber ziemlich schnell wurde aus der einzelnen Produktidee der Wunsch, eine ganze Marke aufzubauen, die nicht nur Produkte verkauft, sondern auch die Community zusammenbringt.

Euer Name steht für die Maße eines Padelcourts. Wann war er gefunden und klar, dass ihr das ernsthaft durchzieht?

Timo: Besiegelt hat das Ganze ein Abend mit unserem dritten Freund Moritz in einem klassischen Hamburger Restaurant, bei einer ordentlichen Portion Labskaus. Danach stand der Name 20x10 fest, die Motivation war riesig, und ab da haben wir einfach losgelegt.

Womit habt ihr euer Geld verdient, bevor es 20x10 gab, und was bringt jeder von euch mit?

Timo: Manu war zehn Jahre lang Lokführer und ist heute Clubmanager bei mitte Padel in Altona. Ich arbeite als Key Account Manager in der IT-Branche und habe einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Wir haben schnell gemerkt, wie gut unsere Ideen ankommen und wie gut wir uns gegenseitig ergänzen. Manu ist durch seine Arbeit täglich mitten in der Padel-Community, kennt unglaublich viele Leute und weiß genau, was auf und neben dem Court passiert. Ich bringe neben meiner eigenen Leidenschaft für Padel vor allem den kaufmännischen Hintergrund mit. Diese Mischung funktioniert einfach. Jeder bringt seine eigenen Stärken ein, und genau das macht die Zusammenarbeit für uns so spannend.

Und wie teilt ihr euch die Arbeit bei 20x10 auf?

Manu: Ich bin hauptsächlich für die Community, Partnerschaften und Social Media verantwortlich.

Timo: Ich kümmere mich vor allem um die Supply Chain, die Finanzen und unseren Onlineshop.

Das Produkt kam vom Hallenboden

Manu, als Clubmanager siehst du jeden Tag, wie Leute spielen. Wie ist daraus das magnetische Handtuch entstanden?

Manu: Mir ist immer wieder aufgefallen, dass Handtücher auf den Bänken oder sogar auf dem Boden liegen und ich sie regelmäßig aufsammeln musste. Gleichzeitig ist Padel ein extrem schweißtreibender Sport, und viele Spieler wischen sich zwischendurch die Hände an den Glasscheiben ab. Da haben wir uns gefragt, warum es eigentlich keine einfache Möglichkeit gibt, sein Handtuch direkt am Court griffbereit aufzuhängen. Aus genau dieser Beobachtung ist die Idee für unser magnetisches Padel-Handtuch entstanden.

Bis das Handtuch fertig war, hat es mehrere Anläufe gebraucht. Was hat bei den ersten Mustern nicht geklappt?

Timo: Am Anfang war der Magnet noch zu schwach und optisch ziemlich langweilig, also haben wir ihn stärker gemacht und mit unserem eigenen Branding versehen. Ursprünglich hatten wir auch einen Karabiner für die Befestigung an der Tasche vorgesehen, aber schnell gemerkt, dass der eigentlich nichts bringt. Dazu kam, dass der Print auf dem Handtuch anfangs zu dünn war. Insgesamt haben wir über mehrere Monate verschiedene Muster getestet, das Handtuch bei über 100 Spielen genutzt und immer wieder gewaschen, bis wir mit dem Ergebnis wirklich zufrieden waren. Uns war wichtig, nicht einfach irgendein Produkt auf den Markt zu bringen, sondern eines, das wir selbst gern auf dem Court benutzen.

Was 20x10 in der Szene bewegt

Nach dem Match an der Bar fragt dich jemand, was er bei euch bekommt. Was sagst du ihm?

Manu: Besser Padel spielen wirst du durch uns wahrscheinlich nicht, aber wenigstens siehst du dabei gut aus. Wir haben Essential Socken für den Alltag, Performance Socken für die Matches, bei denen du mal wieder alles geben musst, und ein magnetisches Handtuch, das nicht ständig auf dem Boden landet.

Besser Padel spielen wirst du durch uns wahrscheinlich nicht, aber wenigstens siehst du dabei gut aus.

Timo, die Buchhaltung liegt bei dir. Wie behältst du Rechnungen und Belege im Griff?

Timo: Bei mir liegt tatsächlich alles, von der Erfassung der Belege bis zu den Umsatzsteuervoranmeldungen. Wir sammeln alle Rechnungen und Belege und lassen sie am Ende jedes Monats von einem KI-Agenten auswerten und strukturiert erfassen. Am meisten Zeit hat die Einrichtung und Optimierung dieses Agenten gekostet. Mittlerweile läuft das Ganze aber ziemlich gut und nimmt uns einiges an Arbeit ab.

Woran merkt ihr, dass 20x10 in der Szene ankommt?

Manu: Vor allem am direkten Feedback aus der Padel-Community. Wenn wir in den Hallen unterwegs sind, sehen wir mittlerweile täglich Spieler, die unsere Produkte nutzen. Auch auf Instagram werden wir immer häufiger in Beiträgen und Storys markiert. Das zeigt uns, dass unsere Marke langsam ankommt. Im September 2026 haben wir eine Partnerschaft mit einem lokalen Einzelhändler in Hamburg gestartet, der unsere Produkte seitdem in zwei Geschäften verkauft. Im Oktober kam eine Kooperation mit einem der größten Padel-Hallenbetreiber Deutschlands dazu. Für uns ist das ein großer Schritt, um 20x10 noch stärker in den Hallen und in der Community zu etablieren. Besonders schön ist, dass wir nicht nur online wachsen, sondern unsere Produkte immer häufiger direkt dort sehen, wo sie hingehören: auf dem Padelcourt.

Euer bisher schönster Moment spielt auf der anderen Seite der Welt. Was ist da passiert?

Timo: Das war unsere erste internationale Kooperation. Ein Padel-Club in Cebu auf den Philippinen hat unsere Performance Socken und Handtücher in sein Sortiment aufgenommen. Das Besondere daran ist, dass der Kontakt ganz zufällig während eines Urlaubs entstanden ist. Aus einem lockeren Gespräch wurde erst eine geschäftliche Partnerschaft und mittlerweile sogar eine Freundschaft. Zu sehen, dass unsere Produkte plötzlich auf der anderen Seite der Welt verkauft werden, war für uns schon ein ziemlich unglaubliches Gefühl.

Was die beiden antreibt

Gab es schon einen Punkt, an dem einer von euch ans Aufhören gedacht hat?

Manu: Nein, tatsächlich noch nie. Klar gibt es auch mal stressige Phasen, in denen nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen. Aber die Gründung von 20x10 und alles, was dazugehört, macht uns einfach riesigen Spaß. Wir lernen jeden Tag etwas Neues, können unsere eigenen Ideen verwirklichen und bauen gemeinsam etwas auf, hinter dem wir zu 100 Prozent stehen.

Manuel Erbert und Timo Freyer stehen nebeneinander auf dem Padelcourt.
Eine Hand hält ein zusammengerolltes 20x10-Handtuch in der Padelhalle.

Padel steht in Deutschland noch ziemlich am Anfang. Was hält euch bei der Stange?

Timo: Ganz klar die Leidenschaft für Padel und der Glaube an das, was wir mit 20x10 aufbauen wollen. Dass der Sport hier noch am Anfang steht, motiviert uns sogar. Wir wollen nicht einfach nur Produkte verkaufen, sondern gemeinsam mit der Community wachsen und unseren Teil dazu beitragen, Padel in Deutschland größer zu machen. Ein bestimmtes Match, ohne das es uns nicht gäbe, gibt es eigentlich nicht. Viel entscheidender waren die vielen gemeinsamen Stunden auf und neben dem Court. Ohne Padel hätten wir uns wahrscheinlich nie kennengelernt, und ohne unsere Freundschaft wäre 20x10 vermutlich nie entstanden.

Nach einem Match erzählt dir jemand von seiner eigenen Produktidee und fragt, ob er sich trauen soll. Was sagst du ihm?

Manu: Mach es! Aber bring nicht einfach das zehntausendste T-Shirt auf den Markt, nur um damit Geld zu verdienen. Du solltest wirklich hinter deiner Idee stehen und selbst davon überzeugt sein. Wenn du an dein Produkt glaubst und Lust hast, etwas Eigenes aufzubauen, dann solltest du es auf jeden Fall versuchen. Am Ende lernst du selbst dann unglaublich viel, wenn nicht alles so läuft, wie du es dir vorgestellt hast.

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:
www.20x10.de
© Foto Credits:
Marco Turi
Auf einen Blick

Häufige Fragen zu Manuel Erbert und Timo Freyer

Wer sind Manuel Erbert und Timo Freyer?

Manuel Erbert und Timo Freyer sind die Gründer der Hamburger Padel-Marke 20x10. Manuel Erbert war zehn Jahre lang Lokführer und arbeitet heute als Clubmanager bei mitte Padel in Altona. Timo Freyer ist Key Account Manager in der IT-Branche und hat einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund. Kennengelernt haben sie sich als Gegner in einer Padelhalle.

Was verkauft 20x10?

20x10 verkauft Zubehör für Padel: Essential Socken für den Alltag, Performance Socken für Matches und ein magnetisches Handtuch, das sich direkt am Court aufhängen lässt. Der Name steht für die Maße eines Padelcourts.

Wie ist die Marke 20x10 entstanden?

Den Anstoß gab die Beobachtung, wie viele Padelbälle in der Halle im Müll landen. Daraus entstand zuerst die Idee für einen Pressurizer, der die Lebensdauer der Bälle verlängert. Aus der einzelnen Produktidee wurde der Wunsch nach einer ganzen Marke, die auch die Community zusammenbringt. Der Name fiel an einem Abend bei Labskaus in einem Hamburger Restaurant.

Was raten Manuel Erbert und Timo Freyer anderen, die ein eigenes Produkt entwickeln wollen?

Hinter der eigenen Idee stehen, statt ein beliebiges Produkt auf den Markt zu bringen. Manuel Erbert rät, es zu versuchen, wenn man wirklich von der Sache überzeugt ist, auch weil man selbst dann viel lernt, wenn nicht alles aufgeht. Beim eigenen Handtuch hat das bedeutet, über Monate Muster zu testen, bis es im Alltag taugt.

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