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Gary Voorbraak und Marlo Steinecke stehen lachend vor der blauen ESH-Wand.

Mit Fachwissen allein besteht niemand das Steuerexamen

Fachlich saß alles, und trotzdem fielen Teilnehmer durch die Prüfung. Das Team analysierte Tage und Nächte und baute die Vorbereitung um. Seitdem zählen Zeitplan und Klausurtechnik so viel wie der Stoff.

Gary Voorbraak vor der ESH-Wand, in der Hand die markierte Steuergesetzsammlung.

Kurz gefasst

  • Prüf zuerst, wo der Einzelne steht. Die Bestehensquoten der Steuerberaterprüfung reichen je nach Vorbildung von 19 bis 85 Prozent. ESH baut die Vorbereitung deshalb entlang der Ausgangslage auf, statt alle durch dasselbe Programm zu schicken.
  • Such die Ursache nicht nur im fehlenden Wissen. Nach den ersten durchgefallenen Teilnehmern analysierte das Team Tage und Nächte. Es fand die Ursachen bei Zeitplänen, bei der Belastbarkeit über zwölf Monate und bei der Klausurtechnik, die sich nicht im Lehrbuch lernen lässt.
  • Greif ein, bevor die Klausur geschrieben ist. ESH begleitet jede Vorbereitung so eng, dass Abweichungen auffallen, bevor die Klausur geschrieben ist. Dahinter stecken mehrere hundert begleitete Vorbereitungen und unzählige ausgewertete Klausuren und Wochenpläne.
  • Vertrauen baust du über Ergebnisse auf. Als unbekannter Anbieter in einem alten Markt bekam ESH keinen Vertrauensvorschuss. Das Team erarbeitete ihn Teilnehmer für Teilnehmer, bis 2021 der erste richtige Jahrgang erfolgreich vorbereitet war.

Jeder Zweite fällt durch die Steuerberaterprüfung. Gary Voorbraak kam aus dem Labor und baute 2020 in Hamburg eine Steuerfachschule, die jeden Prüfling einzeln plant. Warum reicht fachliche Qualität dafür nicht aus?

Systematik aus dem Labor

Gary, du kommst aus dem Labor. Wie wird daraus eine Steuerfachschule?

Ich komme aus der Wissenschaft. Dort lernt man, dass Ergebnisse keine Frage von Talent sind, sondern von Systematik: die richtigen Schritte, in der richtigen Reihenfolge, unter kontrollierten Bedingungen. Genau diesen Ansatz haben wir später auf die Examensvorbereitung übertragen. Der Auslöser kam 2020. Wir haben beobachtet, wie Finanzverwaltung und Vorbereitungsanbieter über Nacht auf Onlineunterricht umstellen mussten, und wie schlecht das funktionierte. Gleichzeitig fällt bei der Steuerberaterprüfung seit Jahren rund die Hälfte der Kandidaten durch, während sich an der Vorbereitung selbst kaum etwas ändert. Für uns war klar: Wir bauen keinen Präsenzkurs ins Digitale um, sondern ein Konzept, das von Anfang an digital gedacht ist. Im selben Jahr haben wir ESH gegründet.

Angenommen, deine Nachbarin hat mit Steuern nichts am Hut. Wie erklärst du ihr, was jemand bei euch bekommt?

Die Steuerberaterprüfung ist die schwerste Prüfung in ganz Deutschland, die Bestehensquote liegt insgesamt bei 50 Prozent. Viele bekommen dieselbe Vorbereitung, obwohl sie nicht dieselben Voraussetzungen haben. Dabei sind die Quoten je nach Vorbildung noch dramatischer, sie reichen von 19 bis 85 Prozent. Es wäre so, als ob ein Bäcker, ein Kellner und ein Koch dieselben Schulungen bekommen würden, weil sie aus derselben Branche kommen. Wir haben eine maßgeschneiderte Vorbereitung statt einer von der Stange. Ein Maßanzug sitzt immer besser. Deshalb können wir einen Plan erarbeiten und umsetzen, der erfolgreicher ist. Diplom-Finanzwirte bestehen die Prüfung zu 85 Prozent, die zweitbeste Gruppe liegt bei 51 Prozent, danach kommen 41, 37 und 19 Prozent. Diese Lücke muss rechtzeitig aufgezeigt und geschlossen werden.

Der Start ohne bekannten Namen

Am Anfang wart ihr ein unbekannter Name in einem Markt, in dem seit Jahrzehnten dieselben Anbieter sitzen. Wie schwer war der Start?

Aufgeben war tatsächlich nie eine Option. Die größte Hürde war der Markteintritt. Fachlich waren wir gut aufgestellt: Marlo hatte sich im Hamburger Finanzamt einen herausragenden Ruf erarbeitet, war Betriebsprüfer, hat die Steuerberaterprüfung sehr gut bestanden und als Dozent in der Finanzverwaltung Spitzenbewertungen bekommen. Trotzdem waren wir ein unbekannter Name, und wir sind bewusst anders vorgegangen als alle anderen. Für einen Prüfling, der ein Jahr seines Lebens und viel Geld in diese Entscheidung steckt, ist genau das erst einmal ein Risiko. Wir mussten uns das Vertrauen Teilnehmer für Teilnehmer erarbeiten, über Ergebnisse statt über einen Namen.

Was die Durchgefallenen verändert haben

In eurer Nachhilfe saß fachlich alles, und trotzdem sind Leute durchgefallen. Wie habt ihr davon erfahren?

Wir waren mit den Prüflingen ja im direkten Austausch und haben mitgefiebert, wie es ausgeht. Als die Nachrichten kamen, waren wir am Boden zerstört. Wir haben uns hingesetzt und Tage und Nächte analysiert. Was hat alles Einfluss auf die Vorbereitung, welche Variablen gibt es? Was läuft gut, was braucht man auf jeden Fall, was können wir verbessern, was läuft schlecht? Was ist der Unterschied zu Wirtschaftsprüfern, zu Juristen, zu Spitzensportlern? Wir lösen oft das falsche Problem zum falschen Zeitpunkt. Fachliche Qualität ist die Grundvoraussetzung, nicht der Erfolgsfaktor. Wer nur Wissen nachliefert, kommt an die eigentlichen Ursachen gar nicht heran: an Zeitpläne, an die körperliche und mentale Belastbarkeit über zwölf oder mehr Monate, an den tatsächlichen Ausgangspunkt eines Prüflings. Was wird in den Klausuren vom Prüfer verlangt, und warum tun sich die Leute so schwer, die Punkte einzusammeln? Klausurtechnik kann man nicht im Lehrbuch lernen, die muss über die Praxis erarbeitet werden. Nur zeigte keiner, wie das geht.

Wir lösen oft das falsche Problem zum falschen Zeitpunkt.

Was habt ihr nach diesen Nächten als Erstes umgebaut?

Daraus ist unser maßgeschneidertes Lernkonzept mit der Erfolgsformel entstanden. Statt alle durch dasselbe Programm zu schicken, bauen wir die Vorbereitung entlang der individuellen Ausgangslage auf und begleiten jeden so eng, dass wir früh gegensteuern können, und nicht erst dann, wenn das Klausurergebnis da ist. Dahinter stecken mehrere hundert begleitete Vorbereitungen, tausende Gespräche und unzählige ausgewertete Klausuren und Wochenpläne, immer mit derselben Frage: Warum scheitert jemand, und was machen die Erfolgreichen anders?

Zu zweit führen, zwei Geschäftsfelder

Marlo Steinecke und du kennt euch seit der Kindheit. Wie habt ihr die Aufgaben zwischen euch aufgeteilt, und wo kracht es trotzdem mal?

Marlo ist auch Geschäftsführer und der fachliche Leiter unserer Steuerfachschule. Damit ist er hauptverantwortlich für die Durchführung unserer Dienstleistung. Durch die guten internen Prozesse bekommen wir beide auf der Geschäftsführerebene abteilungsübergreifend alles mit, sodass alle Themen punktuell und schnell besprochen werden können, ohne dass es kracht. Ohne eine gute Kommunikation würde es nicht funktionieren.

Gary Voorbraak spricht vor einem Rollup mit den Leistungen der ESH Examensvorbereitung.
Marlo Steinecke und Gary Voorbraak im Gespräch auf dem Flur der Steuerfachschule.

Wann hast du zum ersten Mal gedacht, dass es läuft?

Als unser Kurskonzept auch Ergebnisse geliefert hat und wir 2021 unseren ersten richtigen Jahrgang erfolgreich vorbereitet haben. Nicht nur ein theoretisch gutes Konzept, sondern auch in der Praxis.

Mit ESH Consulting schult ihr inzwischen Unternehmen und beratet Kanzleien zu Digitalisierung und KI. Wie kam es zum ersten Auftrag dort?

Eigentlich war ESH Consulting eine logische Folge der Examensvorbereitung. Wir bereiten seit Jahren Kandidaten aufs Steuerberaterexamen vor, und sie kommen fast alle aus Kanzleien oder machen sich nach dem Examen selbständig. Dadurch hatten wir von Anfang an engen Kontakt zu Kanzleiinhabern und Ausbildungsverantwortlichen. Gleichzeitig haben wir ESH selbst komplett digital aufgebaut, mit automatisierten Prozessen, eigenen Arbeitsabläufen und inzwischen KI im Tagesgeschäft. Irgendwann kam aus diesem Umfeld die Frage: Wie macht ihr das eigentlich, und könnt ihr das bei uns auch? Wie lerne ich weiter als Steuerberater, wie gründe ich eine Kanzlei, wie werde ich Partner? Mit Marlo haben wir jemanden, der die Finanzverwaltung als ehemaliger Prüfer von innen kennt und heute selbst Steuerberater ist. Damit konnten wir auch Unternehmen fachlich schulen, nicht nur Kanzleien beraten. Wir haben viele Unternehmer kennengelernt, denen wir hätten helfen können und die fünf- bis sechsstellige Nachzahlungen fast das Unternehmen gekostet hätten. Buchhaltung oder Jahresabschlüsse machen wir nicht.

Was läuft bei einer Kanzlei als Kundin anders als bei jemandem, der fürs Examen lernt?

Im Examen geht es darum, Wissen in Klausurpunkte zu übersetzen. Ein Ziel, ein fester Termin im Oktober, und jede Paragrafenkette muss sitzen. Bei einer Kanzlei ist es fast umgekehrt. Was einem Steuerberater fehlt, ist die Zeit, und die fehlt wegen Routinearbeit und Fachkräftemangel. Unsere Aufgabe ist, Abläufe so umzubauen, dass das Team wieder Kapazität für Beratung hat. Dazu kommt: Bei einer Kanzlei entscheidet der Inhaber, aber umsetzen muss das ganze Team. Und jedes Werkzeug muss zur Verschwiegenheitspflicht passen. Man kann nicht einfach irgendeine KI auf Mandantendaten loslassen. Bei Unternehmern ist es noch einmal anders. Die wollen keine Paragrafen, die wollen Klarheit. Was heißt das für meine Entscheidung? Im Grunde machen wir überall dasselbe, nur mit anderem Ziel. Beim Kandidaten wird aus Wissen eine bestandene Klausur, bei der Kanzlei werden aus Routine freie Stunden, beim Unternehmer werden aus Steuerrecht gute Entscheidungen, die Geld sparen.

Was ihn morgens antreibt

Was bringt dich morgens dazu loszulegen, auch nach einer Woche, in der Klausurergebnisse reinkommen und nicht alle gut sind?

Die Verantwortung und das Vertrauen unserer Kunden in uns. Wir arbeiten an einem gemeinsamen Ziel. Auch die Familien unserer Prüflinge verlassen sich darauf, dass wir einen guten Job machen und Lösungen finden. Einige haben kleine Kinder, andere sollen das Familienunternehmen weiterführen. Die Unternehmer wollen keine Steuernachzahlungen, die Insolvenz bedeuten können.

Welcher Moment aus sechs Jahren ESH ist dir am liebsten?

Kein einzelner Moment, sondern immer die Momente, in denen unsere Teilnehmer ihre Dankbarkeit ausgesprochen haben, sei es nur eine kurze Nachricht oder ein kleines Geschenk, das per Post kam. Auch die Entwicklungen zu sehen, wie viele schon aufgegeben hatten, durch uns wieder Mut tanken konnten und sich schlussendlich ihren Traum mit uns erfüllt haben.

Ihr bringt Leuten bei, wie Steuerrecht funktioniert. Wie läuft euer eigener Bürokram?

Unsere eigenen Prozesse sind bis ins letzte Detail durchoptimiert und systematisiert, der Automatisierungsgrad ist besonders hoch. Problematisch wird es nur, wenn Lieferantenportale nicht über die notwendigen technischen Schnittstellen verfügen, damit Eingangsrechnungen automatisiert eingesammelt werden können. Hier ist dann weiterhin manueller Aufwand erforderlich.

Wenn jemand deine Geschichte liest und genau einen Satz behält, welcher sollte das sein?

Das ESH Lernkonzept ist die Zukunft der Weiterbildung.

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esh-stbexamensvorbereitung.de
© Foto Credits:
ESH StB-Examensvorbereitung GmbH
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Häufige Fragen zu Gary Voorbraak

Wer ist Gary Voorbraak?

Gary Voorbraak ist Gründer und Geschäftsführer der ESH StB-Examensvorbereitung GmbH in Hamburg. Er kommt aus der Wissenschaft und baute das Unternehmen 2020 gemeinsam mit Marlo Steinecke auf. Mit ESH Consulting berät er außerdem Kanzleien und Unternehmen zu Digitalisierung und KI.

Was macht die Examensvorbereitung von ESH anders?

ESH baut die Vorbereitung entlang der individuellen Ausgangslage auf, statt alle Kandidaten durch dasselbe Programm zu schicken. Neben dem Fachstoff geht es um den Zeitplan, um die Belastbarkeit über zwölf Monate und um Klausurtechnik. Die Begleitung ist so eng, dass früh gegengesteuert werden kann.

Warum fallen so viele durch die Steuerberaterprüfung?

Die Bestehensquote liegt insgesamt bei rund 50 Prozent, je nach Vorbildung zwischen 19 und 85 Prozent. Für Gary Voorbraak liegt die Ursache seltener beim Fachwissen. Zeitplanung, Belastbarkeit und Klausurtechnik bekommen in der Vorbereitung zu wenig Platz.

Was rät Gary Voorbraak Gründern?

Ergebnisse sind keine Frage von Talent, sondern von Systematik: die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge. Wer als unbekannter Anbieter startet, erarbeitet sich Vertrauen Kunde für Kunde, über Ergebnisse statt über einen Namen.

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