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Nele Burgstaler bemalt mit einem feinen Pinsel einen weißen Sneaker, hinter ihr leuchtet der pinke Schriftzug NeysCustoms an der Wand.

Nele Burgstaler bemalt Sneaker für Brautpaare

Über 2.000 Paar Schuhe später lebt Nele Burgstaler von ihrer Kunst. Gewachsen ist NeysCustoms ohne Marketingbudget und ohne Investoren, allein über Instagram. 2024 war das erste Jahr mit sechsstelligem Umsatz.

Nele Burgstaler steht mit drei weiteren Frauen vor einer alten Holztür, alle vier lachen in die Kamera.

Kurz gefasst

  • Fang an, bevor du einen Plan hast. Nele Burgstaler bemalte im Lockdown aus Langeweile den Schuh ihrer Nachbarin, für 20 Euro. Gearbeitet hat sie damals in einem 12 Quadratmeter großen WG-Zimmer zwischen Schuhkartons und Farben.
  • Rechne damit, dass der Nachschub mehr Zeit kostet als die Arbeit. Ihr größtes Problem war der Lagerbestand. Das Sneakermodell, mit dem sie arbeitet, war überall ausverkauft. Sie klapperte täglich jede deutsche Website ab und lief zeitweise in der Stadt von Store zu Store.
  • Ordnung schafft erst die Zeit zum Malen. Ohne sortiertes Lager und ohne Tabellen löschte sie ein Feuer nach dem anderen.
  • Reichweite ersetzt Budget. NeysCustoms wuchs ohne Marketingbudget, ohne Investoren und ohne Anzeigen, allein über Instagram. 2024 war das erste Jahr mit sechsstelligen Umsätzen.

„Hi, ich bin Nele und bemale Brautsneaker.“ So beginnen fast alle Videos von Nele Burgstaler. In ihrem Atelier in Dielingen bemalt sie Sneaker für Brautpaare, über 2.000 Paar sind es inzwischen. Angefangen hat alles 2020 mit einem Geschenk ihres Bruders an seine Freundin. Weil während Corona die Abiprüfung verschoben ist und ihr langweilig wird, fragt Nele auf Instagram, ob noch jemand so einen Schuh will. Die Nachbarin meldet sich, für 20 Euro bemalt sie deren Schuh.

Zwischen Farbe und Abendessen

Nach dem Abitur zieht Nele zu ihrem Freund in eine Ein-Zimmer-Wohnung, die ab jetzt auch Lager und Atelier ist. Sie malt am Esszimmertisch, auf einem weißen Ikea-Stuhl mit Löchern. Zum Abendessen schieben die beiden Farben und Schuhe in eine Ecke. Ihr Plan sah damals anders aus: „Wenn ich mein Studium beginne, dann höre ich damit auf und widme mich etwas Richtigem.“ Es kommt anders, weil ihr Psychologiestudium online bleibt. Nele malt zwischen Seminaren und meldet 2021 ein Gewerbe an. Den Bachelor bringt sie zu Ende, dann reichen die Bestellungen zum Leben.

Der Nike, den es nirgends gab

Das größte Problem der ersten Jahre ist nicht die Kundschaft, sondern das Lager. Nele arbeitet zu einem Großteil mit dem Nike Air Force 1, und der ist damals überall ausverkauft. Also klappert sie täglich jede deutsche Website ab und läuft manchmal von Store zu Store.

Nele Burgstaler hält einen weißen Sneaker mit gemalten Wildblumen in die Kamera, auf dem Tisch stehen Farbflaschen.
Nele Burgstaler steht mit Farbpalette und Notizbuch vor einem Regal voller Schuhkartons.

Was sie daraus gelernt hat, fasst Nele in zwei Wörtern zusammen: „Mehr Ordnung!“ Heute halten ein sortiertes Lager und Tabellen das Problem in Schach, denn „ohne die Ordnung hatte ich keine Zeit, kreativ zu sein“.

Durchtanzen statt High Heels

Viele ihrer Kundinnen können wegen Knie- oder Hüftproblemen keine High Heels tragen, andere wechseln erst nach der Trauung. Am meisten freut Nele sich über Haustier-Anfragen. Weil eine Hochzeit für viele Tiere stressig ist, wandert der Hund oder der Wellensittich auf den Schuh. Ein gemaltes Rotkehlchen kam noch weiter, die Kundin ließ sich das Motiv tätowieren.

Kein Hobby mehr

Gewachsen ist NeysCustoms rein organisch, ohne Marketingbudget und Investoren. 2024 war das erste Jahr mit sechsstelligem Umsatz. „Wer sein Hobby zum Beruf macht, hat kein Hobby mehr, aber den besten Beruf der Welt“, sagt Nele allen, die den Schritt überlegen.

Kunst muss nicht immer brotlos sein.

Und noch etwas gibt sie mit: „Man muss nicht in Hamburg oder Berlin wohnen, um gründen zu können. Es reicht auch das 2.000-Einwohner-Dorf ohne Co-Working Space.“

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Nele Burgstaler
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neyscustoms.com
© Foto Credits:
Nele Burgstaler
Auf einen Blick

Häufige Fragen zu

Nele Burgstaler

Wer ist Nele Burgstaler?

Nele Burgstaler ist Künstlerin und bemalt Sneaker, überwiegend für Brautpaare. Ihr Unternehmen NeysCustoms meldete sie Anfang 2021 an, mitten im Psychologiestudium. Den Bachelor machte sie noch fertig. Seitdem sind über 2.000 Paar Schuhe entstanden. Sie arbeitet in ihrem Atelier in einem Dorf mit 2.000 Einwohnern.

Wie ist NeysCustoms entstanden?

Der erste bemalte Schuh war ein Geschenk ihres Bruders an dessen damalige Freundin. Während des Abiturs im Lockdown fragte Nele Burgstaler über eine Instagram-Story, ob noch jemand so einen Schuh haben möchte. Ihre Nachbarin meldete sich, für 20 Euro bemalte sie deren Schuh. Anfang 2021 meldete sie ein Gewerbe an.

Warum tragen Brautpaare bemalte Sneaker?

Viele Bräute können wegen Knie- oder Hüftproblemen keine High Heels tragen, wollen für den Anlass aber auch keine alltäglichen Schuhe. Andere wechseln nach der Trauung in die Sneaker, um durchtanzen zu können. Oft wünschen sich Brautpaare außerdem ihr Haustier auf dem Schuh. So ist das Tier am Hochzeitstag dabei, ohne den Stress einer Feier.

Was rät Nele Burgstaler Menschen, die aus einem Hobby ein Unternehmen machen wollen?

Wer sein Hobby zum Beruf macht, hat nach ihrer Erfahrung kein Hobby mehr, aber den besten Beruf der Welt. Der Bezug zum Hobby verändert sich, deshalb rät sie zu neuen Hobbys zum Abschalten. Und gründen geht auch außerhalb der Großstadt.

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