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Ein bunt beleuchtetes Gebäude vor einer Menschenmenge

Einer, der Orte verzaubert

Jonas Denzel macht Kunst auf Zeit. Er verwandelt Orte in Kunstwerke und wieder in Orte zurück. Die Idee seines „beambikes“ ist weltweit einzigartig. Wir sprachen mit dem Künstler über die Kraft der Illumination. Und wie er auf seine ungewöhnliche Idee kam.

Jonas steht neben seinem Beambike und schaut nach oben.

Er zweckentfremdet Bäume, Brücken oder ganze Gebäude und macht sie für kurze Zeit zu lebendigen Kunstobjekten. Jonas Denzel ist Künstler. Orte sind seine Leinwand. Und Projektionsmapping seine Technik. Dabei werden beliebige Oberflächen beleuchtet und durch das Spiel mit Formen, Strukturen, Farben, teilweise Sounds künstlerisch in Szene gesetzt. Bäume bekommen Augen, Hauswände werden zu Ballettbühnen und Bushaltestellen zu bunten Comicwelten. Jonas bekommt Aufträge auf der ganzen Welt. Er ist aber auch viel in seiner Heimatstadt Karlsruhe unterwegs – mit seinem “beambike”.

Was ist die Motivation hinter deiner Kunst?

Es ist wahnsinnig spannend, Orte künstlerisch so in Szene zu setzen, dass sie einen völlig neuen Charakter bekommen. Besonders reizt es mich, unscheinbare Orte ins Licht zu rücken. Zentral ist für mich ist auch der Gedanke, Kunst im öffentlichen Raum barrierefrei und für alle zugänglich zu machen.

Wie suchst du die Orte aus, die du in Szene setzen willst?

Ich fahre viel Rad und entdecke so immer wieder inspirierende Orte – mal ist das eine verlassene Bushaltestelle, mal ein Baum im Park, mal ein belebter Platz in der Innenstadt. Spannend sind auch Orte, an denen Bewegung ist, zum Beispiel durch Wasser. Außerdem bekomme ich Aufträge für bestimmte Orte oder Fassaden, wie zum Beispiel das Schloss Karlsruhe, das neue Bauhaus-Museum Weimar, das Parlament von Bukarest oder das Gebäude ‘THE MART’ in Chicago.

Ein bunt beleuchtetes Gebäude am Wasser.
Auf einen Kran werden Bilder von Augen projiziert.

Mit “beambike” machst du etwas, das sonst niemand auf der Welt macht. Was ist das Besondere daran?

Mit dem beambike kann ich meine Kunst spontan in den öffentlichen Raum bringen. Das beambike ist ein Lastenrad, auf dem Projektionstechnik verbaut ist, wodurch ich komplett autark im urbanen Raum projizieren kann – jederzeit und überall! Ich halte einfach an, wenn ich mich inspiriert fühle und projiziere los. Mittlerweile habe ich schon ein richtiges Archiv an Locations, die ich beleuchten und verwandeln möchte. Bei einigen Objekten habe ich ein genaues Bild vor Augen, bei anderen gehe ich ganz spontan ran. Man bekommt irgendwann ein Gefühl für die Verwandlung der Orte.

“Man bekommt irgendwann ein Gefühl für die Verwandlung der Orte.”

Deine Kunst ist genau auf den jeweiligen Ort zugeschnitten. Es sieht aus, als wäre das Filmmaterial nur für diesen einen Ort gemacht. Wie viel Aufwand steckt da dahinter?

Viele Projekte benötigen monatelange Vorbereitungen, da sie explizit auf ein Objekt zugeschnitten sind. Nach Idee und Konzeption kommt es zur Produktion. Hier entstehen Videomaterial und Sounds, die ich so zusammenschneide, dass am Ende ein Gesamtkunstwerk entsteht. Wenn ich mit dem beambike unterwegs bin, mache ich teilweise auch spontan Projektionen. Dabei projiziere ich Visuals live auf bestimmte Objekte. Ich experimentiere gerne mit Sounds, manchmal lasse ich aber auch einfach die Hintergrundgeräusche wirken – wie das Stimmengewirr in der Innenstadt oder das Vogelzwitschern im Park.

Welche Reaktionen bekommst du auf deine Kunst?

Ich bekomme sehr viele positive Reaktionen. Besonders freut mich, dass meine Kunst generationsübergreifend ist und ich jung bis alt erreiche.

Auch der Überraschungseffekt am beambike ist toll – die Leute erwarten das nicht. Ich werde dann oft gefragt, ob das jetzt eine permanente Installation ist. Dann sage ich: „Nein. Das hält nur so lange mein beambike-Akku hält, aber der hält ganz schön lange.“

Hier geht es zu Jonas’ Kunst: www.jonasdenzel.com, @jonas.denzel

Und direkt zum beambike: @beam.bike

© Foto Credits: Jonas Denzel | Tim Kaun

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