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Ecoblister mit einem eingepflanzten Sprössling, die Einkerbungen rechts uns links daneben sind mit Tabletten gefüllt - Beitragsbild von Lexware Tell Your Story

Nachhaltig ver­schachtelt

Drei Geschwister wollen den Arzneimittelmarkt nachhaltiger machen: Mit der weltweit ersten kompostierbaren Medikamentenverpackung.

Gründer von Ecoblister - Beitragsbild von Lexware Tell Your Story
Kurz gefasst
Ecoblister
Im Überblick
  • Ecoblister wurde 2020 von den Geschwistern Mona Syhre, Jan Angermann und Anett Tanger gegründet.
  • Das Start-up entwickelte eine kompostierbare Medikamentenverpackung.
  • Das Produkt Arzneikalender enthält die Medikamente für eine Woche und wird in der Apotheke digital befüllt.
  • Laut den Gründer:innen stößt die Pharmaindustrie weltweit 55 Prozent mehr CO2 aus als die Automobilindustrie.
  • Rund acht Millionen Menschen in Deutschland nehmen täglich mehrere Medikamente ein.

Am liebsten würde sie ja den Arzneimittelmarkt komplett umkrempeln.

Allein schon aus ökologischen Gründen: „Die Pharmaindustrie stößt weltweit 55 Prozent mehr CO2 aus als die Automobilindustrie“, sagt Dr. Mona Syhre aus Leipzig. Ein guter Teil davon liege an unnötigen Arzneimittelverpackungen. „Eigentlich bräuchten wir eine Revolution in der pharmazeutischen Verpackung.“

Was natürlich nicht mal eben so geht. Aber eine ökologische Medikamentenverpackung, die bereits bei der Herstellung das Klima schont und nach Gebrauch einfach kompostiert werden kann – und zudem die Sicherheit für Patient:innen erhöht? Wäre schon mal ein guter Anfang. Gemeinsam mit ihren Geschwistern Jan Angermann und Anett Tanger hat Chemikerin Mona eine solche Medikamentenverpackung entwickelt.

Leere Medikamentenverpackungen einfach auf den Kompost werfen, anstatt tonnenweise Plastikmüll verbrennen.

Im Jahr 2020 gründeten die Geschwister ihr Start-up Ecoblister, in diesem Jahr starteten sie den Vertrieb des „Arzneikalenders“. Dieser enthält alle Medikamente für eine Woche und kann in der Apotheke per digitaler Steuerung nach Plan befüllt werden. Vorteile: „Apotheken müssen die Tabletten und Kapseln nicht in den üblichen Schachteln verkaufen, sondern können für alle Patient:innen bereitstellen, was diese wirklich benötigen. Dadurch kann die Anzahl abgegebener Tabletten deutlich reduziert werden.“ Außerdem: Therapieziele würden besser erreicht, Fehlmedikationen seien nahezu ausgeschlossen. Das Marktpotenzial ist riesig: Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland müssen jeden Tag mehrere Medikamente einnehmen.

Anzucht von ökologischen Medikamentenverpackungen - Beitragsbild von Lexware Tell Your Story

Ach, und da ist ja noch die Sache mit dem Müll. Ein Riesenproblem, sagt Mona: „In Apotheken gehen jährlich etwa 900 Millionen Medikamentenpackungen über den Tresen“, rechnet sie vor: „Da die Packungsgrößen aber meist nicht der Therapiedauer entsprechen, werden übrig gebliebene Medikamente früher oder später weggeschmissen.“ Die Ausmaße sind gewaltig: „Hunderte Tonnen landen jedes Jahr im Müll oder werden in der Toilette entsorgt. Arzneimittelwirkstoffe gelangen so in die Umwelt. Und die leeren Packungen aus Alu und Plastik werden verbrannt.“ Scheint, als gäbe es noch einiges zu tun.

Auf einen Blick
Häufige Fragen zu
Ecoblister
Was ist Ecoblister?

Ecoblister ist ein Start-up aus Leipzig, das eine kompostierbare Medikamentenverpackung entwickelt hat. Ziel ist es, den Arzneimittelmarkt nachhaltiger zu machen und Verpackungsmüll zu reduzieren.

Wer hat Ecoblister gegründet?

Gegründet wurde Ecoblister 2020 von den drei Geschwistern Mona Syhre, Chemikerin, sowie Jan Angermann und Anett Tanger.

Was ist der Arzneikalender?

Der Arzneikalender enthält alle Medikamente für eine Woche und kann in der Apotheke per digitaler Steuerung nach Plan befüllt werden. So lässt sich die Zahl abgegebener Tabletten reduzieren und Fehlmedikation nahezu ausschließen.

Welches Problem will Ecoblister lösen?

Jährlich gehen rund 900 Millionen Medikamentenpackungen über die Apothekentheke, viele Reste landen im Müll oder in der Toilette. Ecoblister will den dadurch entstehenden Plastik- und Aluminiummüll und die Umweltbelastung verringern.

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