
2006, mit Anfang 20, hast du die gemeinnützige Organisation Viva Con Agua gegründet. Wie kam es dazu?
Mein langjähriger Freund Benny Adrion, ehemaliger Linksverteidiger bei St. Pauli, hatte die Idee sich als exponierter Profifußballer für sauberes Trinkwasser einzusetzen. Nichts von alledem war geplant, ich hatte nie vor mich selbstständig zu machen. Eigentlich wollte ich Lehrer für Englisch und Geschichte werden.
Zu Viva Con Agua gehören mehrere Social Impact Businesses wie z.B. Goldeimer oder die WASH Beteiligungs GmbH. Welche Rolle spielt Gemeinwohlorientierung für dich?
Meiner Meinung nach ist eine Ausrichtung auf das Gemeinwohl die einzig sinnvolle. Alles andere entspricht einer Denkweise aus den 80er Jahren.
Versetze dich mal in deine Gründungsstartphase zurück. Was hättest du mit 100.000 Euro Startkapital gemacht?
100.000 Euro war damals das doppelte von dem Geld, was wir an Spenden einsammeln wollten. Ein solcher Betrag hätte uns einen Professionalisierungsschub verpasst, der absolut undenkbar gewesen wäre.
Wenn du auf die deutsche Gründungsszene blickst, was zeichnet sie aus?
Zu viel Fokus auf Exit, 10XD, Make Money Money anstatt auf Purpose!
Woran mangelt es in Gründungsdeutschland?
Ich denke, dass es in der deutschen Gründungsszene an sozialen Vorbildern fehlt.
Vervollständige diesen Satz: Wir brauchen in Deutschland mehr Gründungsmut, weil...
…Gründen die beste Schule und Lernkurve der Welt ist.
Was gibst du allen Menschen, die gründen wollen, mit auf den Weg? Hast du 3 Tipps aus deiner eigenen Gründungserfahrung?
- Just do it. Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt oder das richtige Team. Es wird immer Herausforderungen geben.
- Gründe von Beginn an so divers wie möglich.
- Baue dich selbst nicht zu sehr in die Mitte des Unternehmens, sonst nimmst du dich zu wichtig und du bist zu sehr die Schnittstelle von allem.


