
Von Kindheitserinnerungen und familiärer Unterstützung bis zu den Anforderungen des Profi-Fußballs: Igor hat seinen eigenen Weg gefunden. Voller Leidenschaft und geprägt vom Anspruch, Verantwortung zu übernehmen – auf und neben dem Platz.
Der Bolzplatz war für Igor mehr als nur ein Ort zum Spielen. Oft verbrachte er hier mehr Zeit als im eigenen Kinderzimmer. Mit Freunden, Familie und Cousins. Es brauchte nicht viel: ein Ball, ein halbwegs guter Rasen und die Freiheit, einfach loszulegen. Diese Unbeschwertheit prägt seine Kindheitserinnerungen bis heute. Auch wenn solche Plätze längst nicht mehr zu seinem Alltag gehören, ist das Gefühl geblieben. Der Bolzplatz steht für einige der schönsten Momente seiner Kindheit und für eine Zeit, in der Fußball einfach Fußball war.
Der Weg in den Vereinsfußball begann beiläufig: ein geschenkter Ball, zerbrochene Vasen zu Hause und schließlich die Anmeldung im Verein. Aus Spaß wurde Leidenschaft, aus Begeisterung ein klares Ziel. Der entscheidende Moment kam in der U17. Der Sprung in einen älteren Jahrgang, erstmals Bundesliga-Niveau im Jugendbereich und eine neue Ernsthaftigkeit.
Auch im Profialltag gibt es Momente, in denen sich Fußball wieder wie früher anfühlt. Vor allem dann, wenn es läuft, Tore fallen und das Spiel leicht wirkt. „Dann ist Fußball wie ein Selbstläufer“, beschreibt Igor dieses Gefühl - ähnlich wie früher auf dem Bolzplatz, als man nicht nachdachte, sondern einfach spielte.
Doch es gibt auch die anderen Phasen. Verletzungen, Rückschläge, Zweifel. Besonders prägend waren lange Ausfallzeiten durch Verletzungen. Monate ohne Training, ohne Spiele – ein Albtraum für jeden Fußballer. Gerade dann hilft der Blick zurück. An den Jungen mit dem Fahrrad, den Ball in der Hand, auf dem Weg zum Platz.
In schwierigen Zeiten ist sein Umfeld entscheidend. Vor allem seine Familie gibt ihm Stabilität.
Ich wäre mit Sicherheit nicht hier, wo ich gerade bin, wenn es meine Familie nicht geben würde.
Sie sind da, hören zu, nehmen lange Wege auf sich und geben ihm Halt, wenn es auf dem Platz schwierig wird. Verantwortung lernte Igor früh. Seine Eltern, Kriegsflüchtlinge aus Bosnien, mussten schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen. Werte wie Bodenständigkeit, Respekt und Durchhaltevermögen wurden ihm so mitgegeben und prägen ihn bis heute. Auf dem Platz, im Umgang mit Mitspielern und darüber hinaus.
Neben dem Sport hat sich Igor mit Oakberry in Hamburg ein zweites Standbein aufgebaut.
Aus Interesse wurde unternehmerische Verantwortung. Gemeinsam mit seinem Team trifft er Entscheidungen und trägt Verantwortung, auch abseits des Spielfelds.
Mentale Stärke, Teamdenken und Führungsqualitäten, die er im Fußball gelernt hat, helfen ihm dabei. Trotzdem bleibt der Fokus klar: auf der Karriere, auf dem Spiel, auf dem, was ihn ursprünglich angetrieben hat.