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Portrait Cathi Bruns

Selbstständigkeit braucht Verbündete

Portrait Cathi Bruns

Wer mich kennt und meine Arbeit verfolgt, weiß, dass es bei mir immer auch um den Einsatz für Selbstständigkeit und neues Unternehmertum geht. Warum tue ich das, werde ich oft gefragt. Selbstständigkeit – interessiert das irgendwen?

Denn Unternehmensgründungen gehen in Deutschland seit Jahren zurück. Schon aus meinem eigenen selbstständigen Alltag weiß ich, politisch wird Selbstständigkeit kaum verstanden. Zwar werden Gründungen gern mit zahlreichen Fördertöpfen bedacht, aber gleichzeitig spüren alle, die auf die kühne Idee kommen frei, selbstständig und anders zu arbeiten, wie unzeitgemäße Regelungen früher oder später im Wege stehen.  

Gleichzeitig krankt das Land unter den Auswirkungen der unselbstständigen Gesellschaft. Arbeit nur als Job, die Sehnsucht nach Teilzeit, überbordende Bürokratie, fehlender Gründungsgeist und Innovationsstau lähmen das Land. Wir alle leiden darunter, wenn die Verantwortung für den Bau der Zukunft abgegeben und sich zu sehr auf die Politik und Chefs verlassen wird.

Die Zahl der Selbstständigen stabilisiert sich zwar aktuell auf niedrigem Niveau bei 3,9 Millionen, aber Selbstständigkeit spielt in der gesellschaftlichen Wahrnehmung weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Auch, weil die alten Bilder von „selbst“ und „ständig“ die neuen Wege zur Unabhängigkeit und selbstbestimmter Arbeit verdecken.

Ein Jammer, denn Selbstständigkeit steckt in dieser gedanklich veralteten Schublade, in die viele niemals reingreifen. So werden die großen Chancen, die im modernen Unternehmertum liegen, als Option für das eigene Leben viel zu wenig genutzt. Und dass, obwohl die Möglichkeiten sich unternehmerisch auszuprobieren immer vielfältiger geworden sind. Die Hilfsmittel und Werkzeuge sind da, heute braucht man nicht mehr hauptsächlich Kapital, sondern auf ganz andere Dinge kommt es an. Und da wird es spannend. Denn trotzdem machen sich immer Menschen auf den eigenen Weg. Um sie soll es gehen.

Ich möchte den Blick auf die echte Selbstständigkeit lenken. Es wird nicht um die Lobhudelei von Startups gehen - sondern mich interessiert, was möglich wird, wenn wir unsere Ideen und die eigene Arbeit als Gestaltungsmittel verstehen und Verantwortung übernehmen. Und was sich tun muss, damit wir uns von alten Schubladen lösen.

Wer wie ich kein Bock auf Vergangenheit hat, der sei eingeladen selbst mitzugestalten. Denn für den jetzt nötigen Aufbruch wird neuer Gründungsmut und die Wertschätzung von Selbstständigkeit und wirtschaftlichem Handeln dringend gebraucht. Mich interessiert, wer baut die Zukunft? Und was steht ihr im Weg? Wie wollen wir arbeiten und leben – und was brauchen wir dazu? Was ist los im Angestelltenland? Und was bedeutet das für deine Selbstständigkeit?

Es gibt keine moderne Arbeitswelt ohne Selbstständigkeit.

In meiner Kolumne und zusammen mit Lexware möchte ich Sichtbarkeit für unternehmerische Ambition und Leistung schaffen, die Selbstständigkeit verteidigen, wo es sein muss und zeigen, dass wir uns gegenseitig Räuberleiter sein können. Ich greife Themen auf, die für Selbstständige und ihren Erfolg relevant sind, und ordne sie ein, schaue auf Branchen-Trends und Daten, formuliere hier und da die manchmal nötigen politischen Forderungen und lade ein zur Diskussion. Denn es gibt nicht nur viel zu tun, sondern auch viel zu besprechen für die Macher:innen von heute und den Mittelstand von Morgen.

Die Kolumne ist ein Anfang. Zusammen mit Christian Steiger und Lexware habe ich viel vor, um Selbstständigkeit selbstverständlich zu machen.

Nicht nur für Selbstständige, sondern für alle, die groß träumen und sich nicht aufhalten lassen. Lasst uns gemeinsam nach vorne schauen und selbst etwas unternehmen.

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