Bild von drei Frauen, die vor einer pinken Wand stehen - Beitragsbild von Lexware Tell Your Story

Gründen mit Purpose

Purpose ist für Gründerinnen ein starker Antrieb. So auch für Maria Möller und Laura Mohn, die sich mit ihrer Idee von Gebärden-Daumenkinos selbstständig gemacht haben. Ein Text von Despina Borelidis.

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Laut Female Founders Monitor 2022 identifizieren sich 61 % der Befragten mit Social Entrepreneurship. Das können die beiden Gründerinnen Maria und Laura von Talking Hands bestätigen. Ihr Traum: eine tolerante Gesellschaft. Ihre Mission: Inklusion selbstverständlich machen. Ihr Ansatz: frühkindliche Bildung.

Dafür haben die beiden Kommunikationsdesignerinnen Gebärden-Daumenkinos für Kinder entwickelt. Wie kam es zur Geschäftsidee? Lässt sich mit Purpose Geld verdienen? Und was ist für sie das Beste an Social Entrepreneurship? Wir haben Co-Founder Maria interviewt.

Flipbook Talking Hands
Wenn alle mitmachen, wird Inklusion einfach und selbstverständlich.

Lexware: Maria, was braucht ein sinnstiftendes Produkt, um im Markt einzuschlagen?

Ich finde, es sollte Spaß bringen, es sollte schlüssig sein und schön designt. Am besten transportiert es seine nachhaltige Mission unkompliziert, leicht annehmbar für alle.

Lexware: Bei Talking Hands entwickelt Ihr Gebärden-Daumenkinos für Kinder. Warum?

Wir wollen Kinder spielerisch an Gebärden heranführen, Kitas inspirieren, inklusiv zu arbeiten und Inklusion in Bildungseinrichtungen fördern. Denn viele arbeiten in Deutschland noch nicht inklusiv oder integrativ. Die Kommunikation ist hier oft die höchste Barriere. Wir wollen sie mit unserem Produkt abbauen.

Lexware: Wie seid ihr auf eine Idee gekommen, die so gut ist, dass ihr beschlossen habt, zu gründen?

Jami, Lauras Schwester, hat uns dazu inspiriert. Sie hat das Down-Syndrom. Kinder mit Down-Syndrom lernen häufig erst spät sprechen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass sie sich schon früh ohne Lautsprache mitteilen können. Mit Gebärdensprache gelingt ihnen das. Gebärdensprache ist universell. Jede:r kann sie lernen. In unserem Bildungssystem geht das allerdings erst als Erwachsene:r. Wir fanden, es braucht ein Kommunikationsmittel, das schon in der frühkindlichen Bildung ansetzt. So war die Idee geboren.

Lexware: Wie nahm sie Form an?

Laura und ich sind Kommunikationsdesignerinnen. Wir illustrieren – Laura besonders gut! Für ihre Abschlussarbeit entwickelte sie 100 Gebärden-Daumenkinos, die sie später im Umfeld verschenkte – auch an Kitas. Das Feedback war so gut, dass wir beschlossen, zu gründen.

Lexware: Was ist für dich das Beste daran, mit Purpose zu gründen?

In jedem Fall, dass Dein Herz für Deine Idee schlägt. Das bringt Dich selbst durch die härtesten Zeiten – durch Zweifel, Panik und schlaflose Nächte.

Lexware: Lässt sich mit Purpose auch Geld verdienen?

Ja! Auch wenn wir für die Gründung unserer UG und den Druck der ersten Auflage unsere Sparkonten plündern mussten: Die erste Auflage verkaufte sich so gut, dass wir davon direkt die zweite finanzierten. Heute haben wir sogar Investor:innen.

Lexware: Gratulation! Welche Zukunftspläne habt ihr?

Wir arbeiten an einer digitalen Version unserer Flipbooks. Dafür haben wir uns digitale Expertise ins Boot geholt. Aktuell läuft die Testphase, die App ist bald verfügbar.

Lexware: Was ist euer Traum?

Dass das Bildungssystem in Deutschland inklusiver wird. Dass Kinder mit Behinderung in jeder Kita mit offenen Armen begrüßt werden. Darauf arbeiten wir hin – mit spielerisch einfachen Mitteln, die Spaß bringen! Wenn alle mitmachen, wird Inklusion einfach und selbstverständlich. Dann lassen sich Berührungsängste abbauen und gesellschaftlich Toleranz aufbauen. Von Anfang an.

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