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Christian Steiger und Wiebke Lühmann

20.000 Kilometer bis zur Selbstständigkeit

Auf dem Rad zur Selbsterkenntnis: Wiebke Lühmann spricht über ihren Bikepacking-Trip von Freiburg nach Kapstadt und erklärt, wie sie mithilfe von Social Media auf ihrer Reise den Weg in die Selbstständigkeit gefunden hat. Ihr Antrieb? Unabhängigkeit.

Kurz gefasst
Das nimmst du von
Wiebke Lühmann
mit
  • Vorbilder verändern, was du dir zutraust. Im Studium sah Wiebke an der Strecke eines Radrennens zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern. Kurz darauf kaufte sie sich für rund 500 Euro ein gebrauchtes Rennrad, das Fünffache eines Paars Laufschuhe.
  • Kombinier zwei Ziele, statt eines aufzugeben. Sie wollte Spanisch lernen und den Sport nicht zu Hause lassen. Also radelte sie durch Kolumbien, weil man Spanisch nicht im Hostel lernt.
  • Wenn dich alle warnen, prüf es selbst. Die Frage, ob das nicht gefährlich sei, kommt bei ihr in fast jedem Gespräch. Würde sie auf alle hören, säße sie nur zu Hause.
  • Bau auch an dem, was kein Algorithmus misst. Seit der Rückkehr macht sie deutlich weniger Social Media und arbeitet an Buch und Film. Bei Instagram ist nach 24 Stunden alles wieder weg.

Im Tell Your Story Podcast spricht Christian Steiger mit Wiebke Lühmann über eine außergewöhnliche Reise und das Geschäft dahinter. 14 Monate war sie mit dem Fahrrad unterwegs, von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung – und hat aus dieser Leidenschaft einen Beruf gemacht.

Das Gespräch dreht sich um Freiheit und Unabhängigkeit, um den Mut, sich über Erwartungen hinwegzusetzen, und um die Frage, wie man als Creatorin und Solo-Selbstständige ein tragfähiges Geschäft aufbaut. Außerdem geht es um die Rolle von Vorbildern und um den Wert von Heimat.

Das Why: Die Welt mit eigenen Augen sehen

Lühmanns Antrieb ist Unabhängigkeit – von Erwartungen, Zuschreibungen und festen Plänen. Das Fahrrad ist für sie das ideale Mittel: Es macht sie frei in ihren Entscheidungen und bringt sie in direkten Austausch mit Menschen und Umgebung, ohne trennende Scheibe.

Vom ersten Rennrad zur Radreise

Den Einstieg fand sie über ein Schlüsselerlebnis am Rand eines Radrennens, als sie zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern sah. Mit einem gebrauchten Rennrad pendelte sie zur Arbeit, der Weg wurde zum Highlight des Tages. 2019 verband sie zwischen Bachelor und Master Sport und Reisen zu einer ersten großen Tour durch Südamerika.

Die Welt mit meinen eigenen Augen sehen.

Vom Hobby zum Beruf

Der Weg in die Selbstständigkeit verlief organisch. Schon im Studium machte sie Praktika, unter anderem Social Media für eine Radmarke. Während Corona wurden Abenteuergeschichten gesucht, und sie merkte, dass ihre Reise andere interessiert. Nach und nach wurde aus Leidenschaft und Fremdaufträgen ihr eigenes Geschäft.

Ein Geschäft mit vielen Standbeinen

Heute besteht ihr Geschäft aus Social Media, Markenkooperationen, Vorträgen sowie Buch und Film. Den Begriff Influencerin findet sie schwierig; bewusst verlagert sie den Fokus zu Buch und Film, um etwas Nachhaltiges zu schaffen und unabhängiger vom Algorithmus zu sein. Für sie zählt vor allem, dabei selbst Neues zu lernen.

Mut, Vorbilder und Heimat

Immer wieder begegnet ihr die Frage, ob ihre Reisen nicht zu gefährlich seien – gerade als Frau. Sie will sich davon nicht leiten lassen und selbst Vorbild sein. Vorbilder sucht sie sich aktiv, etwa andere Radreisende und ihren Vater. Freiburg ist ihre Basis: Sie fährt nicht vor etwas weg, sondern los, um zurückzukommen.

Ich fahre los, um zurückzukommen.

Mehr zu Wiebke Lühmann und ihrer Arbeit findest du zum Beispiel auf ihrem Instagram-Account.

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Wiebke Lühmann
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Cover Magazin TYS Ausgabe 04/2025 mit Cartoonist Peter Gaymann, Titel „Mehr Selbst. Weniger Schein.“
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Auf einen Blick
Häufige Fragen zu
Wiebke Lühmann
Welche Radreise hat Wiebke Lühmann gerade hinter sich?

Im Dezember 2024 kehrte sie von einer rund 14-monatigen Tour zurück: etwa 20.000 Kilometer von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung, allein mit dem Fahrrad. Es war ihr bislang größtes Projekt. Begegnungen, Unsicherheiten und das eigene Erleben standen dabei im Mittelpunkt.

Wie ist Wiebke Lühmann zum Radreisen gekommen?

Den Anstoß gab ein Moment am Rand eines Radrennens, als sie zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern sah. Sie kaufte sich ein gebrauchtes Rennrad und pendelte damit zur Arbeit. 2019 verband sie zwischen Bachelor und Master Sport und Reisen zu einer ersten großen Tour durch Südamerika.

Woraus besteht das Geschäftsmodell von Wiebke Lühmann?

Es hat mehrere Standbeine: Social Media mit rund 200.000 Followern, Markenkooperationen, Vorträge sowie aktuell ein Buch und ein Film. Bewusst verlagert sie den Fokus von schnellen Social-Media-Inhalten zu Buch und Film, um etwas Nachhaltiges zu schaffen. Für sie zählt dabei vor allem, selbst Neues zu lernen.

Wie geht Wiebke Lühmann mit Zweifeln aus ihrem Umfeld um?

Immer wieder wird sie gefragt, ob ihre Reisen nicht zu gefährlich seien – gerade als Frau, die allein unterwegs ist. Sie will sich davon nicht leiten lassen und versteht das auch als Übung. Gleichzeitig möchte sie ein Vorbild für andere Frauen sein, sich nicht von fremden Ängsten bremsen zu lassen.

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