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Christian Steiger und Wiebke Lühmann

Vom Afrika-Abenteuer zur Selbständigkeit

Auf dem Rad zur Selbsterkenntnis: Wiebke Lühmann spricht über ihren Bikepacking-Trip von Freiburg nach Kapstadt und erklärt, wie sie mithilfe von Social Media auf ihrer Reise den Weg in die Selbständigkeit gefunden hat. Ihr Antrieb? Unabhängigkeit.

zur Person

Wiebke Lühmann

Wiebke Lühmann ist Radreisende, Content Creatorin und Bike-Brand-Beraterin. Sie wuchs sehr freiheitsliebend in einem norddeutschen Dorf auf, in dem es außer Fußball wenig Sport gab – also spielte sie Fußball, bevor sie später über ein Radrennen im Studium den Rennradsport für sich entdeckte.

  • Mit 13 war sie allein in einem Jugendcamp in Spanien, mit 25 unternahm sie ihre erste Radreise allein durch Kolumbien.
  • Sie studierte Wirtschaftspädagogik (Lehramt mit Wirtschaft war eigentlich Plan B) und sammelte erste Praktika bei einem Berliner Radladen, der sie statt mit Gehalt mit einem Fahrrad bezahlte.
  • Ihre Eltern, beide selbständig, ihr Bruder und ihre Wohngemeinschaft in Freiburg sind ihre Heimat.
  • Mit ihren Geschichten will sie vor allem jungen Frauen Mut machen, eigene Abenteuer zu wagen.
Kurz gefasst
Wiebke Lühmann
Im Überblick
  • Wiebke Lühmann kehrte Anfang des Jahres 2025 von einer 14-monatigen Radreise zurück: rund 20.000 Kilometer von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung, allein mit dem Fahrrad.
  • Zum Radsport kam sie über ein Schlüsselerlebnis: An der Strecke eines Radrennens sah sie zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern – und kaufte sich für rund 500 Euro ein gebrauchtes Rennrad.
  • Ihre erste große Radreise führte sie 2019 durch Südamerika, wo sie in die internationale Bikepacking-Community hineinwuchs.
  • Ihr Geschäft besteht aus mehreren Standbeinen: Social Media (rund 200.000 Follower), Markenkooperationen, Vorträge sowie aktuell ein Buch und ein Film.
  • Bewusst verlagert sie den Fokus von Social Media hin zu Buch und Film, um etwas Nachhaltiges zu schaffen und nicht dem Algorithmus ausgeliefert zu sein.
  • Ein wiederkehrendes Thema ist der Umgang mit Zweifeln und Sicherheitsfragen aus dem Umfeld – gerade als Frau, die allein reist.

Im Tell Your Story Podcast spricht Christian Steiger mit Wiebke Lühmann über eine außergewöhnliche Reise und das Geschäft dahinter. 14 Monate war sie mit dem Fahrrad unterwegs, von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung – und hat aus dieser Leidenschaft einen Beruf gemacht.

Das Gespräch dreht sich um Freiheit und Unabhängigkeit, um den Mut, sich über Erwartungen hinwegzusetzen, und um die Frage, wie man als Creatorin und Solo-Selbständige ein tragfähiges Geschäft aufbaut. Außerdem geht es um die Rolle von Vorbildern und um den Wert von Heimat.

Das Why: Die Welt mit eigenen Augen sehen

Lühmanns Antrieb ist Unabhängigkeit – von Erwartungen, Zuschreibungen und festen Plänen. Das Fahrrad ist für sie das ideale Mittel: Es macht sie frei in ihren Entscheidungen und bringt sie in direkten Austausch mit Menschen und Umgebung, ohne trennende Scheibe.

Vom ersten Rennrad zur Radreise

Den Einstieg fand sie über ein Schlüsselerlebnis am Rand eines Radrennens, als sie zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern sah. Mit einem gebrauchten Rennrad pendelte sie zur Arbeit, der Weg wurde zum Highlight des Tages. 2019 verband sie zwischen Bachelor und Master Sport und Reisen zu einer ersten großen Tour durch Südamerika.

Die Welt mit meinen eigenen Augen sehen.

Vom Hobby zum Beruf

Der Weg in die Selbständigkeit verlief organisch. Schon im Studium machte sie Praktika, unter anderem Social Media für eine Radmarke. Während Corona wurden Abenteuergeschichten gesucht, und sie merkte, dass ihre Reise andere interessiert. Nach und nach wurde aus Leidenschaft und Fremdaufträgen ihr eigenes Geschäft.

Wiebke steht lächelnd mit den Händen in den Hosentaschen in einem grünen Wald, sie trägt eine rote Jacke über schwarzem Shirt.
Interview
Wiebke Lühmann
21 Länder, zwei Räder, ein Smartphone

Ein Hobby wird zur Berufung: Wiebke Lühmann hat sich mit Bikepacking und Social Media ein selbständiges Leben voller Freiheit aufgebaut.

Ein Geschäft mit vielen Standbeinen

Heute besteht ihr Geschäft aus Social Media, Markenkooperationen, Vorträgen sowie Buch und Film. Den Begriff Influencerin findet sie schwierig; bewusst verlagert sie den Fokus zu Buch und Film, um etwas Nachhaltiges zu schaffen und unabhängiger vom Algorithmus zu sein. Für sie zählt vor allem, dabei selbst Neues zu lernen.

Mut, Vorbilder und Heimat

Immer wieder begegnet ihr die Frage, ob ihre Reisen nicht zu gefährlich seien – gerade als Frau. Sie will sich davon nicht leiten lassen und selbst Vorbild sein. Vorbilder sucht sie sich aktiv, etwa andere Radreisende und ihren Vater. Freiburg ist ihre Basis: Sie fährt nicht vor etwas weg, sondern los, um zurückzukommen.

Ich fahre los, um zurückzukommen.

Mehr zu Wiebke Lühmann und ihrer Arbeit findest du zum Beispiel auf ihrem Instagram-Account.

Volltext-Transkript

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Wiebke Lühmann
38
Min. Gesprächsdauer
Auf einen Blick
Häufige Fragen zu
Wiebke Lühmann
Welche Radreise hat Wiebke Lühmann gerade hinter sich?

Anfang des Jahres kehrte sie von einer rund 14-monatigen Tour zurück: etwa 20.000 Kilometer von Freiburg bis ans Kap der Guten Hoffnung, allein mit dem Fahrrad. Es war ihr bislang größtes Projekt. Begegnungen, Unsicherheiten und das eigene Erleben standen dabei im Mittelpunkt.

Wie ist Wiebke Lühmann zum Radreisen gekommen?

Den Anstoß gab ein Moment am Rand eines Radrennens, als sie zum ersten Mal Frauen auf Rennrädern sah. Sie kaufte sich ein gebrauchtes Rennrad und pendelte damit zur Arbeit. 2019 verband sie zwischen Bachelor und Master Sport und Reisen zu einer ersten großen Tour durch Südamerika.

Woraus besteht das Geschäftsmodell von Wiebke Lühmann?

Es hat mehrere Standbeine: Social Media mit rund 200.000 Followern, Markenkooperationen, Vorträge sowie aktuell ein Buch und ein Film. Bewusst verlagert sie den Fokus von schnellen Social-Media-Inhalten zu Buch und Film, um etwas Nachhaltiges zu schaffen. Für sie zählt dabei vor allem, selbst Neues zu lernen.

Wie geht Wiebke Lühmann mit Zweifeln aus ihrem Umfeld um?

Immer wieder wird sie gefragt, ob ihre Reisen nicht zu gefährlich seien – gerade als Frau, die allein unterwegs ist. Sie will sich davon nicht leiten lassen und versteht das auch als Übung. Gleichzeitig möchte sie ein Vorbild für andere Frauen sein, sich nicht von fremden Ängsten bremsen zu lassen.

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