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Handwerker Ben Berger beim Abmessen einer Holzplatte

„Wer nur Likes will, hat Handwerk nicht verstanden.“

Als Tischler und Creator zeigt Ben Berger, wie modern Handwerk sein kann. Er bricht Klischees, spricht Missstände offen an und macht jungen Menschen Lust auf Ausbildung, statt nur vom Creator Leben zu träumen.

Handwerker Ben Berger in seiner Werkstatt
zur Person

Ben Berger

Ben Berger ist gelernter Tischler aus Landau (Pfalz). Nach dem Abitur begann er ein Lehramtsstudium in Anglistik und Geographie, das er nach drei Jahren abbrach, um sich bewusst für eine dreijährige Tischlerausbildung zu entscheiden – sein erstes Lehrjahr (Berufsgrundschuljahr) war unvergütet. Parallel verdiente er über 13 Jahre als Fremdenführer und Instandhalter auf einer Burg sein Geld. Heute arbeitet er als selbstständiger Tischler in eigener Werkstatt und nimmt auf Instagram und YouTube zehntausende Follower mit in seinen Handwerksalltag.

Kurz gefasst
Ben Berger
Im Überblick
  • 2025 erfüllte er sich mit einer eigenen Schreinerei den Traum vom eigenen Betrieb.
  • Ihm geht es nicht um Likes, sondern darum, jungen Menschen das Handwerk als Lebensweg zu zeigen.

Für viele Jugendliche ist Creator ein Traumberuf, Eltern wünschen sich eher Handwerk. Du machst beides. Wie kam es dazu?

BEN: Ich habe Anglistik und Geografie studiert und während eines Aufenthalts in Kalifornien gemerkt, dass mich das Unileben nicht erfüllt. Zurück in Deutschland habe ich mich bewusst für eine Tischlerausbildung entschieden. Ohne Handwerker Background, aber mit dem Gefühl, etwas Echtes zu machen. Parallel habe ich Projekte gefilmt und gemerkt, dass das viele Menschen interessiert. So ist Schritt für Schritt mein Insta-Kanal entstanden.

Du sprichst offen über Nachwuchsmangel und alte Bilder vom Handwerk. Was nervt dich am meisten und wie hilft Social Media?

BEN: Viele Kampagnen zeigen nur Kreativität und gute Laune. Themen wie Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Respekt oder der Umgang mit Frauen im Handwerk tauchen kaum auf. Social Media kann ehrlicher sein. Man sieht echte Werkstatt-Momente, moderne Technik, Begeisterung, aber auch Reibung. Wer nur Likes will, hat Handwerk nicht verstanden. Es geht um Haltung, Verantwortung und darum, zu zeigen, wie dieser Beruf wirklich ist.

Handwerker Ben Berger schleift eine Holzplatte
Handwerker Ben Berger sägt eine Holzplatte

Deine Sichtbarkeit hat dir 2025 den Traum einer eigenen Schreinerei ermöglicht. Was hat Social Media konkret verändert?

BEN: Ohne Social Media hätte ich mir das nicht so schnell aufbauen können. Sichtbarkeit schafft Vertrauen, bringt Aufträge und Kontakte. So konnte aus einer alten kleinen Werkstatt Stück für Stück ein echter Betrieb werden. Viele sehen nur Reichweite, nicht die Arbeit dahinter. Calls, Mails, Planung, Schnitt und ständige Entscheidungen sind mental anstrengend, körperlich fordert die Werkstatt mehr. Wenn aber ein Fünfzehnjähriger meine Videos sieht und das Handwerk dadurch als Lebensweg wahrnimmt, hat es sich gelohnt.

Ben Berger ist Handwerker und Content Creator
Mit seiner Arbeit als Creator erfüllte sich Ben den Traum einer eigenen Werkstatt.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage. Welchen weiteren Creator empfiehlst du unseren Leserinnen und Lesern?

BEN: Malte Zierden. Er ist witzig und engagiert sich für Tierschutz. Er zeigt, dass Creator Haltung haben können und dass Reichweite Verantwortung bedeutet.

Mehr zu Ben Berger findest du auf seinem Instagram-Kanal: Instagram - Ben Berger

© Foto Credits:
Philip Gärtner (creative.phg)
© Text:
Moritz Kuhn
Auf einen Blick

Hintergrundinfos zum Gast zusammengefasst

Wer ist Ben Berger?

Ben Berger ist Tischler und Content Creator. Nach einem abgebrochenen Studium der Anglistik und Geografie entschied er sich bewusst für eine Tischlerausbildung und dokumentiert seine Projekte parallel auf Instagram.

Wofür setzt sich Ben Berger ein?

Berger spricht offen über Nachwuchsmangel und veraltete Bilder vom Handwerk. Themen wie Arbeitsbedingungen, Sicherheit, Respekt und der Umgang mit Frauen im Handwerk kämen in vielen Kampagnen zu kurz, Social Media könne hier ehrlicher zeigen, wie der Beruf wirklich ist.

Was hat Social Media für Ben Berger verändert?

Seine Sichtbarkeit auf Social Media schuf Vertrauen, brachte Aufträge und Kontakte. So konnte er sich 2025 mit einer eigenen Schreinerei den Traum vom eigenen Betrieb erfüllen, aus einer alten kleinen Werkstatt wurde Schritt für Schritt ein echter Betrieb.

Welche Haltung hat Ben Berger zum Handwerk?

Es gehe nicht um Likes, sondern um Haltung und Verantwortung. Wenn ein junger Mensch durch seine Videos das Handwerk als Lebensweg wahrnimmt, habe sich die Arbeit gelohnt, auch wenn hinter der Reichweite viel Aufwand steckt.

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