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Roland Mack zusammen mit Christian Steiger

Man wird zum Unternehmer geboren

Roland Mack hat den Europa-Park gegen den Rat von Banken, Politikern und sogar möglichen Partnern aufgebaut. Im Gespräch erzählt er, warum Ausdauer und Familie für ihn wichtiger sind als jede Blaupause.

zur Person

Roland Mack

Roland Mack, geboren am 12. Oktober 1949 in Freiburg im Breisgau, wuchs als Sohn von Franz Mack auf dem Firmengelände der traditionsreichen Karussell- und Fahrgeschäftefabrik Mack in Waldkirch auf.

  • Er studierte von 1969 bis 1974 Allgemeinen Maschinenbau an der TU Karlsruhe und schloss als Diplom-Ingenieur ab.
  • 1974 heiratete er seine Frau Marianne; das Paar hat drei Kinder, Michael, Thomas und Ann-Kathrin, die heute im Familienunternehmen mitarbeiten.
  • 1975 öffnete er gemeinsam mit seinem Vater den Europa-Park in Rust, ursprünglich als Schaufenster für die hauseigenen Fahrgeschäfte gedacht.
  • Heute ist er Gründer und Inhaber des größten Freizeitparks Deutschlands, gehört der siebten Generation einer 1780 gegründeten Unternehmerfamilie an.
Kurz gefasst
Roland Mack
Im Überblick
  • Roland Mack ist Inhaber der Unternehmensgruppe rund um den Europa-Park, zu der auch Mack Rides, Mack Media und die parkeigene Hotellerie gehören.
  • Die Idee zum Europa-Park entstand 1972 nach Reisen in die USA, der Park eröffnete 1975 in Rust im Schwarzwald.
  • Rund 7 Millionen Gäste besuchten den Europa-Park 2025, im Jubiläumsjahr erstmals über sieben Millionen.
  • Das Einzugsgebiet ist groß, im Umkreis von 150 Kilometern um Rust leben rund 25 Millionen Menschen, dazu kommen 8 Millionen Touristen in der Region.
  • Die Familie Mack ist mittlerweile in der siebten (Roland Mack) und achten Generation (seine Kinder) im Unternehmen aktiv.
  • Für die Nachfolge arbeitete die Familie zwei Jahre lang an einer Familienverfassung, gemeinsam mit Juristen, Volkswirten und Mediatoren.
  • Im Europa-Park arbeiten heute rund 5.000 Menschen.

Roland Mack ist Inhaber der Unternehmensgruppe rund um den Europa-Park in Rust. Was als Familienbetrieb im Bau von Fahrattraktionen begann, ist heute ein breites Portfolio aus Freizeitpark, Achterbahnbau bei Mack Rides, Hotellerie und Medienproduktion bei Mack Media. Im Tell Your Story Podcast spricht Roland Mack mit Christian Steiger über die Anfänge des Europa-Park, über Risiko und Rückschläge und darüber, was ein Unternehmen über Generationen hinweg zusammenhält.

Die Idee zum Park entstand 1972 auf Reisen durch die USA, obwohl Banken, Politiker und mögliche Partner dem Vorhaben zunächst wenig zutrauten. Im Gespräch geht es um die Entscheidung, den Park am Ende selbst zu bauen und zu betreiben, um die Rolle der eigenen Familie in guten wie in schwierigen Phasen und um die Familienverfassung, mit der die nächste Generation vorbereitet wurde. Auch ein kurzer Blick auf Künstliche Intelligenz im Gästeservice des Europa-Park fehlt nicht.

Von der Fahrattraktion zum eigenen Park

Die Familie Mack kommt ursprünglich aus dem Bau von Fahrattraktionen für Zirkusse und Schausteller. Aus dieser Erfahrung heraus entstand die Idee, mit stationären Anlagen einen eigenen Themenpark zu bauen und Kunden weltweit vorzuführen, was die eigenen Produkte leisten können. Den Ausschlag gab eine Reise in die USA im Jahr 1972, auf der Roland Mack von Themenparks wie Disneyland fasziniert war. Zusammen mit seinem Vater entstanden die ersten Skizzen abends in der Bar, während tagsüber amerikanische Parks besichtigt wurden.

Gegen den Rat von Banken und Partnern

Für den Standort Rust fand die Familie zunächst keine Bank, die das Vorhaben finanzieren wollte, und auch kein Pächter für Gastronomie oder Betrieb ließ sich gewinnen. Die Familie kalkulierte grob anhand von Besucherzahlen vergleichbarer Zoos, wie viele Gäste ein Park im Einzugsgebiet von rund 150 Kilometern um Rust erreichen könnte.Weil sich kein externer Betreiber fand, entschied sich die Familie, den Park komplett in Eigenregie aufzubauen und zu finanzieren. Rückblickend sagt Roland Mack, er hätte wahrscheinlich gar nicht angefangen, hätte er vorher gewusst, wie viel Arbeit auf ihn zukommen würde.

Eigene Geschichten statt geliehener Figuren

Anders als Disneyland, dass seine Themenwelten aus eigenen Filmen speist, musste der Europa-Park seine Geschichten von Grund auf selbst entwickeln. Aus einer ursprünglich als Ratte gedachten Figur wurde so über die Jahre die Euromaus zur Symbolfigur des Parks.Mit dem Einstieg der nächsten Generation, unter anderem durch Sohn Michael, rückte eigenes Storytelling bei neuen Attraktionen zunehmend in den Mittelpunkt. Heute pflegt der Europa-Park unter anderem über Bücher und den Kinderkanal eigene Marken, ohne auf lizenzierte Figuren angewiesen zu sein.

Ausdauer, Familie und eine Verfassung für die Nachfolge

Roland Mack beschreibt Ausdauer als unterschätzten Erfolgsfaktor in einer Branche mit langen Saisons und wenig Rücksicht auf Wochenenden. Er berichtet offen von 80-Stunden-Wochen und davon, dass die ganze Familie über Jahre mitgearbeitet hat, ohne die das Wachstum des Parks nicht möglich gewesen wäre. Für den Übergang auf die nächste Generation hat die Familie über zwei Jahre gemeinsam mit Juristen, Volkswirten und Mediatoren an einer Familienverfassung gearbeitet. Auch die Ehepartner der Kinder waren daran beteiligt, damit der Übergang von einer zentralen Führungsperson zu einer breiter aufgestellten Familie gelingt.

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Roland Mack
41
Min. Gesprächsdauer
Auf einen Blick

Hintergrundinfos zum Gast zusammengefasst

Wer ist Roland Mack?

Roland Mack ist Inhaber der Unternehmensgruppe rund um den Europa-Park in Rust, die aus einem Familienbetrieb für den Bau von Fahrattraktionen hervorgegangen ist. Er gehört der siebten Generation der Unternehmerfamilie Mack an und hat den Park in den 1970er-Jahren gemeinsam mit seinem Vater aufgebaut.

Wie ist die Idee zum Europa-Park entstanden?

Die Idee entstand 1972 auf einer Reise durch die USA, auf der Roland Mack von Themenparks wie Disneyland fasziniert war. Weil sich weder Banken noch mögliche Pächter für das Projekt gewinnen ließen, entschied sich die Familie, den Park am Standort Rust komplett selbst zu finanzieren und zu betreiben.

Wie gestaltet die Familie Mack die Nachfolge im Unternehmen?

Die Familie hat über zwei Jahre gemeinsam mit Juristen, Volkswirten und Mediatoren eine Familienverfassung erarbeitet, an der auch die Kinder und deren Ehepartner beteiligt waren. Sie soll den Übergang von einer zentralen Führungsperson zu einer breiter aufgestellten Familienstruktur regeln und den Fortbestand des Unternehmens sichern.

Was rät Roland Mack Gründerinnen und Gründern?

Er betont, dass Ausdauer und die Bereitschaft, sich mit voller Kraft in ein Thema einzuarbeiten, wichtiger sind als schnelle Erfolge. Zudem rät er, ein Unternehmen konsequent vom Kunden her zu denken und dabei die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen.

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