Ben Berger hat den klassischen Karriereweg verlassen und sich seiner Leidenschaft, dem Tischlerhandwerk, verschrieben. Mut, Ausprobieren und Unkonventionelles stehen für ihn über Planbarkeit.
Mit seinen Projekten auf Social Media inspiriert er andere, ihren eigenen Weg zu gehen. Ben zeigt: Wer den Mut hat, Risiken einzugehen, kann Träume wirklich verwirklichen.
Der Bruch mit dem geplanten Weg
Ben studierte Lehramt und arbeitete gern in der Schule, spürte aber während eines Auslandsaufenthalts in Kalifornien, dass der vorgezeichnete Weg nicht zu ihm passt. Kurz vor der Bachelorarbeit brach er das Studium ab und entschied sich aus dem Bauch heraus für eine Tischlerausbildung. Familie und Bekannte reagierten skeptisch und fragten, warum er einen akademischen Weg gegen eine Ausbildung tauscht. Sein Vater unterstützte ihn schließlich voll – ein Rückhalt, der ihm den Schritt erleichterte.
Mein Bauch hat gesagt: Darauf hast du Bock. Mein Hirn hat gesagt: Das ist unlogisch.
Ausbildung ohne Abkürzung
Sein erstes Lehrjahr war ein unbezahltes Berufsgrundschuljahr. Ben finanzierte sich über Wochenendarbeit, unter anderem 13 Jahre lang als Fremdenführer und bei der Instandhaltung einer Burg. Obwohl er mit Abitur hätte verkürzen dürfen, zog er die vollen drei Jahre durch – aus der Überzeugung, dass im Handwerk nicht der Brief, sondern die Erfahrung zählt. Es waren nach eigener Aussage die härtesten Jahre, aber er hatte echte Lust darauf.
Im Handwerk macht dich kein Brief zu einem guten Handwerker, sondern nur deine Erfahrung.
Pionier im Handwerks-Content
Schon während der Ausbildung gründete Ben mit einem Kollegen eine Social-Media-Agentur für regionale Unternehmen. Später wechselte er ins Marketing eines E-Commerce-Unternehmens, dessen Reichweite er in rund anderthalb Jahren von 400.000 auf 2,4 Millionen Follower steigerte. Parallel baute er seinen eigenen Schreiner-Account auf – in einem Feld, in dem es kaum Vorbilder gab. Seriösen, erklärenden Handwerks-Content in dieser Form gab es vor ihm praktisch nicht.
Zwei Welten unter einem Dach
Mit seiner eigenen Möbelschreinerei nimmt Ben bewusst nur Aufträge an, auf die er Lust hat – möglich, weil die Social-Media-Einnahmen die Werkstatt quersubventionieren. Beim Drehen hat er sich feste Abläufe angewöhnt, um Handwerk und Kamera nicht zu vermischen, gerade an gefährlichen Maschinen wie der Kreissäge. Mit dem Wachstum wächst auch seine Verantwortung: Mehrere Menschen sind inzwischen von seiner Arbeit abhängig. Vorbild sein will er trotzdem nicht als Creator, sondern als Beispiel dafür, dass sich ein eigener, unkonventioneller Weg lohnen kann.
Mehr zur Ben Berger und seiner/ihrer Arbeit findest du auf: https://www.instagram.com/benberg.er/


