
Zurück auf Anfang - obwohl eigentlich schon alles erreicht ist: Nach erfolgreichen Karrieren starten Piran Asci und Fabian Lucas mit Mochi neu. Ihr Antrieb: der Traum, den Lebensmitteleinkauf endlich verständlicher, schneller und bewusster zu gestalten.

Die Wege von Piran Asci und Fabian Lucas verlaufen lange parallel und doch in völlig unterschiedlichen Welten.
Asci startet bei KoRo als Werkstudent und wächst in wenigen Jahren zum Mitgründer und Co-CEO eines Food-Unternehmens mit dreistelligem Millionenumsatz. Lucas bewegt sich derweil in der Welt digitaler Produkte. Bei Kitchen Stories und später bei 7Mind verantwortet er als CTO Anwendungen, die Millionen Menschen regelmäßig nutzen. Sein Fokus: Nutzerverhalten verstehen, Gewohnheiten formen, digitale Erlebnisse schaffen, die bleiben.
Zwei Karrieren, die sich zunächst nicht kreuzen. Bis zu einem Moment, der eher zufällig beginnt. Was dann folgt, ist ungewöhnlich. Zwei Menschen, die bereits große berufliche Erfolge erreicht haben, entscheiden sich bewusst für einen Neustart.
Ganz nebenbei und doch entscheidend
Die Ausgangsidee entstammt nicht aus einem Pitchdeck, sondern aus dem Alltag.
„Für die Produktentwicklung haben wir regelmäßig Lebensmittel im Supermarkt getestet“, sagt Asci über seine Zeit bei KoRo. „Und gemerkt, dass einige Produkte nicht wirklich gut sind - sie haben nur gutes Marketing.“
Eine Erkenntnis, die hängen bleibt. Denn gleichzeitig entdeckt er das Gegenteil: „Andere, weniger stark vermarktete Produkte hingegen sind echt super, erhalten aber wenig Aufmerksamkeit.“
Es mangelt an einem Werkzeug. „Eine Möglichkeit, sie zu vergleichen und zu recherchieren hat mir hier gefehlt.“
Ein Podcast, eine DM und ein Plan
Zu diesem Zeitpunkt existiert vor allem die Idee. Nicht jedoch die technische Ausführung.
„Als ich die Idee zur App hatte, wusste ich noch nicht, wie es umzusetzen ist“, erinnert sich Asci. Die Lösung kommt indirekt: über einen Podcast. „Während meiner weiteren Arbeit bin ich auf einen Podcast von Fabian gestoßen, der mich fasziniert hat.“
Der nächste Schritt ist simpel - und entscheidend: eine Nachricht.
„…und dann hatte ich eine Nachricht von Piran in meinen LinkedIn DMs“, erinnert sich Lucas. „Zu einer Idee, und ob wir uns darüber einmal austauschen könnten.“
Was folgt, ist kein spontaner Entschluss, sondern ein Prozess. Gespräche, Diskussionen, Abgleich. Bis sich ein gemeinsames Gefühl einstellt: „Nach mehreren Diskussionen und Treffen war dann klar: Wir können daraus etwas richtig Starkes bauen, wenn wir das zusammen anpacken.“
Lucas erkennt sich sofort in der Problembeschreibung wieder. „Als Piran mit der Idee zu mir kam, hatte ich diesen ‚genau das kenne ich!‘-Moment.“ Vor allem im Alltag. „Gerade als Vater bin ich immer auf der Suche nach guten Produkten für meine Kinder, die ihnen auch schmecken.“ Die Konsequenz: Zeit. Recherche. Unsicherheit. „Hier verbringt man gerne viel Zeit mit Suchen und Vergleichen.“
Das Ziel ist klar: Entscheidungen beim Lebensmitteleinkauf zu erleichtern.


Scannen statt suchen
Mit Mochi bringen Asci und Lucas ihre Welten in einer App zusammen.
Die eine versteht, wie Lebensmittel entstehen, vermarktet und wahrgenommen werden. Die andere, wie digitale Produkte funktionieren und warum Menschen sie tatsächlich nutzen.
Die Lösung wirkt bewusst einfach: Barcode scannen, Produkt verstehen. Keine Spielerei, sondern Funktion. „Barcode scannen dauert weniger als eine Sekunde und funktioniert in jedem Supermarkt. Kein File-Upload, kein Abtippen.“
Statt unübersichtlicher Interfaces setzen sie auf Geschwindigkeit und Klarheit. Im Hintergrund arbeitet dennoch komplexe Technologie. Künstliche Intelligenz bündelt Produktbewertungen, analysiert Daten und verdichtet Informationen. Nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug. Die Entscheidung bleibt beim Menschen.
Ein neues Feature geht noch weiter: Ein Foto eines Supermarktregals genügt, und Produkte werden automatisch erkannt und sortiert - etwa nach Zucker, Protein oder Kalorien. Eben nach dem, was Nutzer wirklich interessiert. Für Lucas ist das entscheidend: „Neueste Technologie macht mir großen Spaß - aber sie hat keinen Selbstzweck. Am besten ist sie, wenn sie unsichtbar wird.“
Vom Erfolg zurück ins Unbekannte
Der Schritt zurück an den Anfang ist für beide keine spontane Entscheidung, sondern eine bewusste. „Am Ende des Tages ist es beides, oder nicht?“, sagt Asci über das Gefühl zwischen Risiko und Freiheit. „Wer gerne neue Dinge ausprobiert, für den ist jedes Risiko auch immer eine kleine Befreiung.“
Seine Zeit bei KoRo beschreibt er nicht als Bruch, sondern als abgeschlossene Phase. „Meine Rolle habe ich erfüllt. Die Marke ist deutschlandweit und auch international bekannt, und das ist ein tolles Gefühl.“ Mit Mochi beginnt für Asci ein längst überfälliges Kapitel: „Einer Idee, die ich schon so lange im Hinterkopf hatte, nicht nachzugehen - das konnte ich so nicht stehen lassen.“
Auch Lucas denkt den Wechsel als Weiterentwicklung. „Schon vor der konkreten Idee zu Mochi wusste ich: Ich will an einer neuen Chance wachsen .Als Piran dann mit Mochi kam, war es perfektes Timing.“
Zurück am Anfang - mit Erfahrung im Gepäck
Was von außen wie ein Rückschritt wirken könnte, ist für beide der eigentliche Antrieb.
„Ich teste Dinge lieber schnell, statt sie zu zerdenken“, sagt Asci. Gerade am Anfang sei das möglich. „Ich sehe das wie einen Bahnhof - man kann noch in jeden Zug einsteigen.“
Lucas beschreibt dieselbe Phase aus Produktsicht: „Man kann einfach alles machen.“ Keine langen Abstimmungen, keine komplexen Hierarchien. „Jede Idee ist gleich viel wert.“
Das zeigt sich im Alltag. Neue Funktionen entstehen schnell, werden getestet, verworfen oder weiterentwickelt. Eine Freiheit, die Lucas besonders schätzt: „Das ist total spannend und lässt viel Raum zum Experimentieren - das liebe ich!“
Gleichzeitig gehört auch das dazu, was oft ausgeblendet wird: „Steuern regeln, Papierkram, und und und.“
Doch in der Erfahrung liegt der Unterschied. Wer bereits erlebt hat, wie Unternehmen wachsen, trifft Entscheidungen anders: Der Blick liegt auf dem Wesentlichen. Oder, wie Asci es formuliert: Es geht nicht mehr nur darum zu gründen. Sondern darum, „die Frage nach dem „What If...?“, gar nicht erst entstehen zu lassen.
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Fotocredits: Francesca Amann
Text: Lexware