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Ulrich Prediger zusammen mit Christian Steiger

Wie JobRad das Dienstrad erfand

Mit JobRad brachte Ulrich Prediger mehr als 1,5 Mio. Räder auf die Straße. Im Podcast erzählt er von der Idee, steuerlichen Hürden, den Startjahren voller Risiko und wie aus Vision, Purpose und Ausdauer ein Marktführer entstand.

Kurz gefasst
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Ulrich Prediger
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  • Ein Nein kann ein Zwischenstand sein. Der erste Brief ans Bundesfinanzministerium wurde abgelehnt. 2012 schrieb Uli mit einem Steuerberater und Verbänden an die Lohnsteuerreferate der Länder und erreichte den Erlass, der das Fahrrad dem Firmenwagen gleichstellte.
  • Verdien erst Geld, dann bau die Vision. Arbeitgeber waren anfangs nicht bereit zu zahlen. Also verleaste er zunächst Fahrräder an Hotels und sammelte dort Erfahrung, Partner und Prozesse.
  • Am Anfang bist du selbst der Service. Sechs Wochen nach dem ersten Hotelkunden am Bodensee rief der Betreiber wegen eines platten Reifens an. Uli packte die Familie ins Auto und schraubte zweieinhalb Stunden, während die anderen am See saßen.
  • Such dir einen Partner, der kann, was dir fehlt. Seit 2011 bringt Holger Tumat Prozesse und Struktur mit. Uli beschreibt sich selbst als Visionär und sagt, an Holgers Stärke werde er nie herankommen.

Ulrich Prediger gilt als Pionier der Fahrrad-Mobilität in Deutschland. 2008 gründete er JobRad – inspiriert von seiner Leidenschaft für das Fahrrad und der Vision, Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Heute steht JobRad für über 1,5 Millionen Diensträder und hat eine ganze Branche geprägt.

Im Gespräch mit Christian Steiger spricht Ulrich über die Anfänge voller Unsicherheit, seine Motivation als Unternehmer und wie Purpose, Profit und Durchhaltevermögen zusammenspielen, um echte Veränderung zu bewirken.

Von der Vision zur Mobilitätswende: Gründungsgeschichte und Learnings

Ulrich erzählt, wie er trotz Finanzkrise, fehlender Rechtsgrundlagen und Skepsis von Banken und Arbeitgebern an seiner Idee festhielt. Mit Durchhaltevermögen, politischem Engagement und Innovationsgeist entstand Schritt für Schritt ein neues Geschäftsmodell.

Dabei geht es für ihn nie nur um Fahrräder, sondern um die Transformation der Mobilität. Heute treibt er mit JobRad und neuen Startups den Gedanken weiter: Mobilität effizienter, gesünder und nachhaltiger zu gestalten.

Mein Why ist sicherlich, die Welt ein bisschen besser machen.

Der lange Weg zur steuerlichen Gleichstellung

Was zunächst wie eine Selbstverständlichkeit klingt, war jahrelange Überzeugungsarbeit: Prediger musste erst feststellen, dass Fahrräder im deutschen Steuerrecht schlicht nicht als Firmenfahrzeuge galten. Sein erster Brief ans Bundesfinanzministerium kam mit einem klaren Nein zurück. Der Durchbruch gelang 2012 über einen anderen Weg: Gemeinsam mit Steuerberatern und Verbänden schrieb er alle Lohnsteuerreferats-Leiter der Landesfinanzministerien an. Das Ergebnis war ein Steuererlass, der das Dienstfahrrad dem Firmenwagen gleichstellte und damit erst die Grundlage für das heutige JobRad-Modell schuf.

Wie man ein Unternehmen ohne Risikokapital aufbaut

Der Startschuss für JobRad war finanziell alles andere als komfortabel: Familie, Freunde und die eigene kleine Immobilie als Sicherheit. Für ein erstes Bankdarlehen von 80.000 Euro brauchte Prediger eine Bürgschaft der Badenwürttembergischen Bürgschaftsbank und viel Überzeugungskraft. Wer wissen will, was klassisches Bootstrapping in der Praxis bedeutet, bekommt hier ein konkretes Bild: kein VC, kein Exit-Denken, sondern Schritt für Schritt Geld verdienen und reinvestieren.

Im Nachhinein betrachtet war es naiv, aber genau richtig.

Warum Visionäre einen Pragmatiker brauchen

2011 kam Holger Tumat als Geschäftspartner dazu, und für Prediger war das ein Wendepunkt. Prediger beschreibt sich selbst als Visionär, Tumat als das "Prozess- und Struktur-Hirn". Genau diese Unterschiedlichkeit habe das Unternehmen weitergebracht, weil beide gezwungen waren, aus verschiedenen Perspektiven auf dieselben Probleme zu schauen. Predigers Rat an Gründer ist entsprechend klar: Sucht einen Partner mit anderen Stärken, denn alleine geht es kaum noch.

KI als Werkzeug für den zweiten Lebenszyklus des Fahrrads

Mit der Ausgründung Wunderfix und der Tochtergesellschaft JobRad Loop denkt Prediger Fahrradmobilität über das erste Leasing hinaus. KI spielt dabei eine konkrete Rolle: Bilderkennung zur Schadensbewertung, automatische Stücklisten, Reparaturaufwand-Prognosen. Das Ziel ist, den gesamten Produktlebenszyklus digital zu durchdringen und Konsumenten dazu zu befähigen, ihre Räder selbst zu reparieren. Was nach Technologieprojekt klingt, ist für Prediger vor allem eine Fortsetzung desselben Grundgedankens: Mobilität effizienter machen, diesmal nach dem ersten Leasing-Ende.

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Ulrich Prediger
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Häufige Fragen zu
Ulrich Prediger
Wer ist Ulrich Prediger?

Ulrich Prediger ist der Gründer von JobRad, dem ersten und größten deutschen Anbieter für Dienstradleasing. Er hat das Unternehmen 2008 in Freiburg gegründet. Heute beschäftigt JobRad rund 1.300 Mitarbeitende auf neun Tochtergesellschaften und hat über 1,5 Millionen Räder vermittelt.

Wie hat JobRad das Dienstradleasing in Deutschland möglich gemacht?

Prediger und sein Team haben 2012 nach einer abschlägigen Antwort des Bundesfinanzministeriums einen zweiten Anlauf gestartet und mit Verbänden gemeinsam an die Lohnsteuer-Referatsleiter der Landesfinanzminister geschrieben. Ende 2012 führte das zu einem Steuererlass, der Fahrräder dem Firmen-PKW steuerlich gleichstellt. Damit war das Geschäftsmodell rechtlich möglich.

Was ist das JobRad-Modell?

JobRad kombiniert Fahrrad-Leasing mit Salary Sacrifice, einer Gehaltsumwandlung, bei der Mitarbeitende einen Teil ihres Bruttogehalts gegen ein Dienstrad eintauschen. Das Modell hat Prediger nach einem britischen Vorbild für Deutschland adaptiert, weil Arbeitgeber zwar Fahrräder als Benefit attraktiv fanden, aber nicht bereit waren, sie wie Firmenwagen voll zu finanzieren.

Was rät Ulrich Prediger Gründern?

Prediger empfiehlt vier Dinge: einen Businessplan schreiben, weil beim Aufschreiben viele Themen klar werden. Einen Geschäftspartner mit komplementären Kompetenzen suchen, weil alleine kaum noch möglich ist. Ein gutes Netzwerk aus Verbänden und Mitstreitern aufbauen. Und auf das eigene Bauchgefühl hören, ohne sich beirren zu lassen. Sein zentrales Mindset: Resilienz und Durchhaltevermögen sind wichtiger als der ursprüngliche Plan.

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