Manchmal endet ein Weg und ein neuer beginnt. Hier erzählen Menschen, die noch einmal von vorn angefangen haben. Vom ersten Schritt bis zum neuen Geschäft.
Ein Neuanfang sieht selten nach Aufbruch aus. Valentina Teinitzer de Pasquale warf 2020 ihren Berufsweg um und ging zu den Blumen, heute zählt Rolex zu ihren Kunden. Nina Wrede glaubte lange, nicht singen zu können, und arbeitet heute hauptberuflich mit Stimmen. Tobias Hauser war Elektroniker, bevor er Fotograf wurde und ein eigenes Festival gründete.
Am Anfang steht meistens der Bruch, nicht das Ziel. Wohin es geht, hat hier kaum jemand vorher gewusst.
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Michel Koller hatte sich fast selbst aus dem Beruf gearbeitet und prüft heute öfter, ob er sich treu ist. Jörg Storm kündigte nach 25 Jahren im Konzern und hörte vor allem einen Satz. Die haben alle gedacht, ich bin bekloppt. Bei Querwerk ist der Ausgangspunkt genau diese Trennung. Manche können nicht mehr im alten Job, andere wollen nicht mehr.
Der Moment ist selten ein Ereignis. In diesen Geschichten ist er eine Erkenntnis, die schon länger da war.
Piran Asci und Fabian Lucas starteten nach erfolgreichen Karrieren noch einmal komplett neu. Dora Osinde stieg nach Jahren an der Spitze bei Ogilvy und Netflix aus und gründete ihre eigene Beratung. Sabine Votteler war 20 Jahre Führungskraft und berät heute andere beim gleichen Schritt.
Die Erfahrung geht nicht verloren. Sie wird nur ab dem Tag auf eigene Rechnung eingesetzt.
Larisa Pitkevich blieb in der Mode, stieg aber aus der Fast-Fashion-Branche aus und strickt heute Zero-Waste-Kleidung im 3D-Verfahren. Bei Classic Shoes wurde aus Schuhen ein neues Geschäft, indem getragene Paare aufgearbeitet werden. Severin Werner wollte als Regisseur in Freiburg bleiben, erst der Umzug nach Berlin brachte ihn weiter.
Manchmal ist es der Beruf, manchmal nur der Ort oder das Modell. Der Schnitt muss nicht total sein, um etwas zu verändern.
Andreas Lutz verlor nach der Dotcom-Blase seinen Job und nennt das heute die beste Entscheidung seines Lebens, er führt inzwischen den Verband der Gründer und Selbstständigen. Simone Klinge-Otto war mit 20 Deutschlands jüngste Friseurmeisterin und fing in der Coronakrise noch einmal neu an.
Nicht jeder Neuanfang ist gewählt. Was danach entsteht, ist trotzdem eine eigene Entscheidung.
Greta Silver wurde mit 48 selbstständig und nennt Gründen im Alter alternativlos. Bei Campus Botanicus gründeten drei Frauen über 50, als andere schon an den Ruhestand dachten. Irene Kilubi bringt mit JOINT GENERATIONS Jung und Alt zusammen und rüttelt an genau diesen Klischees.
Das Alter ist in diesen Geschichten kein Hindernis. Es ist der Grund, warum jemand weiß, was er nicht mehr will.
Du erzählst uns, was geendet hat und was du daraus gemacht hast. Wir geben deiner Geschichte die Bühne, im Magazin, im Podcast oder auf einer ganzen Seite in der ZEIT.